Magische Momente gab es beim tête-à-tête wie beim Auftritt von "Siegfried & Joy". | Foto: Collet

Bilanz zum tête-à-tête

Festival hat „richtig Schwein“ mit dem Wetter

Anzeige

Die Kreidespuren, die Joshua Monten und „Kill your Darlings“ bei ihrem Auftritt beim tête-à-tête auf dem Marktplatz hinterlassen haben, sind noch frisch. Die Bude mit dem Infostand des Fördervereins ist allerdings zu und der „Tante tête-à-tête-Laden“ ist auch weg. Nirgends hört man den typischen Ukulelen-Klang von „Barada Street“ und der frenetische Applaus ist längst verhallt. Es ist Tag 1 nach dem Straßentheaterfestival.

Oberbürgermeister Pütsch spricht ein „Riesenkompliment“ aus

„Wir taumeln noch im Glück“, sagen Julia von Wild und Kathrin Bahr, die künstlerischen Leiterinnen. Und auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch bekennt bei der Bilanz-Pressekonferenz, dass ihn das Künstlercafé in den Bann gezogen hat und er immer noch etwas tête-à-tête-geschädigt sei. „Kein schlechtes Zeichen“, fügt er hinzu und zeigt sich rundum zufrieden mit dem Verlauf des Festivals. Er spricht Bahr und von Wild ein „Riesenkompliment“ aus, um ihnen dann zu sagen: „Jetzt habt ihr wieder einen Maßstab gesetzt.“ Alles, was man sich vorgenommen habe, sei aufgegangen, betont Julia von Wild.

Künstlerische Leiterinnen erzählen Festival-Anekdoten

Großes Lob an das Rastatter Publikum gibt es von den künstlerischen Leiterinnen, die Anekdoten vom Festival erzählen: So haben die Stelzentänzerinnen von Cia Maduixa einen schönen, handschriftlichen Brief bekommen. Und „Jochen der Elefant“ wurde von einer Traube aus Kindern und Erwachsenen bis in den Backstagebereich hinter dem LWG begleitet, die dem Walk-Act applaudierten.

Zwei Drittel der Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht

Christina Hernold, Veranstaltungsreferentin

Eine abendliche Auslastung von 88,2 Prozent der Spielorte verzeichnet Veranstaltungsreferentin Christina Hernold. „Zwei Drittel der Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht“, erklärt sie. Und: 7 300 Besucher hätten sich Karten gekauft. Zu der Veranstaltung „Crossing Lines“ des Projekts „Power of Diversity“ sind bei freiem Eintritt rund 3 500 Leute auf den Kulturplatz vor die Reithalle geströmt.

Viele Besucher aus Frankreich

Mehr als 170 Helfer waren im Einsatz. Viele Besucher aus Frankreich verzeichnete Kulturbürgermeister Arne Pfirrmann. Über 600 Festivals ähnlich dem des tête-à-tête gibt es im Nachbarland. Als „tolles Kompliment“ werteten die künstlerischen Leiterinnen, dass von dort so viele Leute gekommen seien. In zwei Wochen fahren sie nach Frankreich, um sich dort Shows anzuschauen.

Festival zieht Leute aus den Metropolen an

Das tête-à-tête, das wird deutlich, hat Menschen aus den Metropolen rundherum angezogen: Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart. Ein paar Besucher aus Hamburg, Potsdam oder Dresden haben ebenso vorbeigeschaut. Bei der Gesamtbesucherzahl sei es aber unmöglich, genaue Angaben zu machen, erklärt Christina Hernold.

Keine genaue Angabe bei Gesamtbesucherzahl

Die Zahl von 150 000 Besuchern will sie revidieren. Dies sei eine Schätzung, wenn man jeden Programmpunkt hochrechne. Was die Zahl allerdings nicht berücksichtige, seien die Leute, die sich Shows mehrmals angeschaut haben oder mehrfach beim tête-à-tête waren. Eine realistischere Schätzung liege bei 70 000 bis 80 000 Leuten.

Keine heiklen Situationen

Wettertechnisch gesehen habe man „richtig Schwein gehabt“, sagt OB Pütsch. Auch die Jugend-Konzeption habe voll gegriffen, betont Pfirrmann. Ordentlich zu tun hatte das Rote Kreuz, das mit 15 Ehrenamtlichen am Start war, und die Blessuren der Besucher, verarztete. „Keine ernsthaften Sachen“, sagt Hernold: Blasen gelaufen, zu wenig getrunken oder Probleme wegen der Hitze. Auch im Bereich Sicherheit seien ihr keine heiklen Situationen bekannt.