Trauer am Straßenrand nach tödlichem Unfall.
Wer ist für den Tod der 54-jährigen Galina D. und ihres sieben Monate alten Enkels Davian verantwortlich? Diese Frage soll von Montag an vor dem Amtsgericht Rastatt geklärt werden. | Foto: Haendle

Oma und Enkel sterben

Unfall mit zwei Toten in Gaggenau: Prozess in Rastatt beginnt

Anzeige

Wer ist für den Tod der 54-jährigen Galina D. und ihres sieben Monate alten Enkels Davian in Gaggenau verantwortlich? Diese Frage soll von Montag an vor dem Schöffengericht Rastatt geklärt werden. Die Frau und das Kleinkind wurden am 13. Juli 2018, einem Freitagabend, bei einem Spaziergang in Gaggenau von einem Auto erfasst und getötet. Angeklagt ist ein zum Tatzeitpunkt 47-jähriger Gaggenauer. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. bnn.de berichtet vom Prozess mit einem Live-Ticker.

Galina D. und Davian sind auf dem Gehweg unterwegs, als das Fahrzeug von der Straße abkommt. Der Fahrer flüchtet und kümmert sich nicht um die Opfer. Die Frau stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus; der Junge wird mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, wo er kurz darauf seinen schweren Verletzungen erliegt.

Kennzeichen wird am Unfallort gefunden

Dank eines Kennzeichens, das am Unfallort gefunden wird, macht die Polizei den Fahrzeughalter noch am Unfallabend bei einem Bekannten ausfindig. Sie nimmt den 47-Jährigen mit aufs Polizeirevier. Ein Haftbefehl ergeht nicht. Bei der Fahndung nach ihm wird seine Wohnung durchsucht. Die Beamten finden dort eine Marihuana-Indooranlage mit 48 Stauden.

Gegenüber Polizisten und Privatpersonen soll sich der Mann nur ganz am Anfang zur Sache geäußert, dann aber keine Angaben mehr gemacht haben.

Unfallhergang muss rekonstruiert werden

Unmittelbare Zeugen, die den Unfall gesehen haben, gibt es nicht; der Hergang muss rekonstruiert werden. Aber die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ist sich schnell sicher, dass der 47-Jährige am Abend des 13. Juli auch gefahren ist.

Zudem soll der Angeklagte unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden haben. Ihm werden der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, die vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorgeworfen.

Live-Ticker aus dem Gerichtssaal

Für die Hauptverhandlung im Saal 151 des Amtsgerichts im Rastatter Schloss sind drei Verhandlungstage am 29. April sowie am 13. und 17. Mai vorgesehen. bnn.de berichtet am 29. April von 9 Uhr an live.

Am Unfallort nahe des Bildungszentrums von Mercedes-Benz halten Passanten in den Tagen nach dem 13. Juli inne, sie legen Kerzen, Kuscheltiere und Blumen nieder. Gaggenau trauert.