Tunnel
DIE VERTIKALTRÄGER der Oberleitung hängen schon von der Tunneldecke. Von März bis August 2020 sollen nach dem aktuellen Wunschplan der Kombi-Bauherrin Kasig die Fahrdrähte für die Straßenbahnen in der Röhre eingezogen werden. Die Schienen wurden 2019 im Stollen verlegt. | Foto: jodo

Kombilösung

Die U-Strab in Karlsruhe kommt wohl ein halbes Jahr später

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Die Fertigstellung der U-Strab wird sich nach Einschätzung von Beobachtern des Baugeschehens wohl verzögern. Demnach dürften die ersten Bahnen erst zu Weihnachten 2021 durch den Tunnel rollen. Die komplette Kombi dürfte also erst in zwei Jahren an den Start gehen.

Stille Stadt, Kombi-Stadt. Alle Arbeiter weg, einsam wacht nur die Security. Bagger stehn still, Beton nicht gerührt. Die Grube der Kriegsstraße ist verwaist, im U-Strab-Tunnel herrscht himmlische Ruh.

Weiterlesen: Warum die U-Strab sich noch etwas verzögern wird

Der weihnachtliche Frieden ist in der Baustellenstadt eingekehrt. Gut zwei Wochen, bis zum 7. Januar, währt die Atempause, danach wird im elften Kombi-Baujahr wieder in die Hände gespuckt.

Große Bescherung Ende 2021?

Noch immer ist so viel zu tun, dass nach den zwei Wochen Pause noch rund zwei Jahre Handwerkerfleiß nötig sind, bis die U-Strab funktioniert. Für Beobachter des Baugeschehens ist es offensichtlich, dass die Bahnen erst frühestens zu Weihnachten 2021 im Tunnel rollen, wenn auch der Autotunnel unter der Kriegsstraße eröffnet wird. Folglich kann die komplette Kombi in zwei Jahren in Betrieb gehen.

Für die U-Strab bedeutet diese Konstellation sechs Jahre, für den Autotunnel vier Jahre Verspätung. Gleichwohl hält Kasig-Chef Frank Nenninger offiziell unverdrossen daran fest, dass die U-Strab bereits Mitte 2021 in Betrieb gehen kann. Ohnehin will Nenninger 2020 den Druck auf die 50 Firmen mit derzeit insgesamt 500 Arbeitern in der Röhre und den Untergrundstationen erhöhen.

Innenausbau bei weitem nicht abgeschlossen

Vor allem der komplexe Innenausbau der Haltestellen ist bei weitem nicht abgeschlossen. In mancher der sieben Stationen sind Wände und Decken noch längst nicht verkleidet und verputzt. Dies ist aber die Voraussetzung dafür, dass dort nacheinander bis zum Ende des Frühlings 2020 der Verbau durch Gerüste verschwindet.

Ende Februar soll es mit der letzten großen Installation für den unterirdischen Straßenbahnbetrieb losgehen. In der Röhre soll auf den neunmonatigen Gleisbau 2019 bald das sechsmonatige Anbringen der Oberleitung und der Einbau der Signale folgen. Dahinter steckt die von Nenninger noch durchgehaltene Parole: „Die Kasig will Ende Juli 2020 die Gleisanlagen im Tunnel an die Verkehrsbetriebe übergeben.“

Innenausbau läuft während Probebetrieb weiter

Man geht von der Faustregel aus, dass die VBK, sobald die Tunnelgleise elektrifiziert sind, den Testbetrieb aufnehmen können. Samt der Genehmigung der U-Strab durch die Aufsichtsbehörde soll demnach ein Jahr für den Probebetrieb ausreichen.

Nenninger ist optimistisch, dass das Gerüst in der U-Station Durlacher Tor im Februar abgebaut wird und die anderen sechs wie Dominosteine im dichten Takt folgen können. Auf jeden Fall wird auch während des Probebetriebs der Innenausbau in den Stationen noch viele Monate weiterlaufen.