Großrazzia
Bei der Großrazzia in der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen wird Flüchtling von Polizisten eskortiert. | Foto:  Stefan Puchner

Erst abgeschoben, nun zurück

Nach Unruhe in Ellwangen: Flüchtling lebt jetzt in Karlsruhe

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Ein Asylbewerber aus Kamerun, der im Mai in der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen (Ostalbkreis) eine Demo mitorganisiert hat, ist inzwischen wieder in Deutschland. Der Mann war unter viel Aufregung nach Italien abgeschoben worden. Derzeit lebt er in Karlsruhe.

Der Kameruner habe in der Außenstelle des Bundesamts für Flüchtlinge und Migration einen erneuten Antrag auf Asyl gestellt, sagte eine Sprecherin des zuständigen Regierungspräsidiums in Stuttgart gegenüber dem SWR. Nun soll der Mann in der Erstaufnahmestelle in Karlsruhe wohnen, bis über seinen neuen Antrag entschieden wurde, meldet der Südwestrundfunk.

Bei Polizeieinsatz wurden zwölf Menschen verletzt

Die Unruhen in Ellwangen waren im Mai ausgebrochen, nachdem Asylbewerber die Abschiebung eines Togolesen verhindert hatten. Mehrere Hundertschaften der Polizei holten den Mann erst nach mehreren Tagen aus der Einrichtung. Laut Bild-Zeitung wurden bei dem Einsatz zwölf Menschen verletzt, darunter ein Beamter. Der Fall sorgte in ganz Deutschland für Aufregung und Diskussionen um Asylbewerber und den Umgang mit ihnen.


Nach seiner Abschiebung habe der Kameruner, der die Demonstration der Asylbewerber mitorganisierte, von Italien aus Klage gegen den Polizeieinsatz eingereicht, meldet das SWR. Der Mann mit dem Namen Alassa Mfouapon hat in Deutschland auch Unterstützer: Es gab mehrere Kundgebungen, auch eine Online-Petition wurde gestartet. Seine Unterstützer bezeichnen den Kameruner als „Symbol des Protestes gegen Rassismus und verschäfte Asylgesetze“.