Staus nach Unfall auf der A8
Unfälle wie dieser sind auf der A8 rund um Pforzheim viel zu häufig. | Foto: Aaron Klewer / Einsatz-Report24

Staus und Unfälle

Sicherheitsmaßnahmen auf der A8 im Enztal verpuffen

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Weniger Tempo, mehr Warnschilder: Mit diesen Maßnahmen wollte die Politik vor anderthalb Jahren den Stau- und Unfallschwerpunkt auf der Autobahn 8 vor dem Enztal sicherer machen. Wie sich nun zeigt, waren die Hoffnungen vergeblich.

„Trotz der Reduzierung der Geschwindigkeit und der Gefahrbeschilderung ist keine Verbesserung der Situation eingetreten“, heißt es auf Kurier-Anfrage beim zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe.

Wo die Fahrbahn bei Pforzheim von drei auf zwei Spuren reduziert wird, bilden sich fast schon traditionell Staus. Die Unfallkommission hatte erkannt, dass die Hauptursache für Unfälle mit Personenschaden – in beiden Richtungen – zu knapper Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit waren.

Die Konsequenz damals: Vor der Anschlussstelle Pforzheim-Süd wurden die Tempobegrenzungen auf 120, 100 und 80 jeweils einen Kilometer vorverlegt. Außerdem gab es eine veränderte Beschilderung. Auch in Fahrtrichtung Stuttgart wurden bei der Anschlussstelle Pforzheim-Nord zusätzliche Gefahr- und Hinweiseschilder angebracht – offenbar weitgehend wirkungslos.

Baubeginn für die Enztalquerung könnte Ende 2020 sein

Bis die neue Enztalquerung steht und die A8 damit auch um Pforzheim komplett sechsstreifig und damit hoffentlich sicherer ist, vergeht bekanntlich noch einige Zeit. Nach derzeitigem Stand wird die Ausschreibung für den Streckenbau der Großbaustelle Anfang nächsten Jahres veröffentlicht, heißt es aus dem Regierungspräsidium.

Bei einem reibungslosen Vergabeverfahren sei mit einem Baubeginn dann Ende 2020 zu rechnen. Zuletzt war noch etwas optimistischer von der zweiten Jahreshälfte 2020 gesprochen worden.

Mehr zum Thema: Die neue Brücke über die A8 bei Pforzeim wurde Ende 2018 eingesetzt

Katja Mast (SPD) will mehr Sicherheit auf der A8

Eine neue politische Initiative für Sicherheit geht nun von der SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast aus. Sie schrieb an die Verkehrsminister im Bund, Andreas Scheuer, und im Land, Winfried Hermann.

Warum sie das Thema erneut vorantreiben will, begründet sie gegenüber dem Pforzheimer Kurier so: „Gute Politik braucht ein Gespür dafür, was Menschen bewegt. Dafür sind wir gewählt. Wir hören doch täglich von Unfällen auf der A8.“ Deshalb habe sie das Thema auf die politische Agenda gesetzt.

An Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) schreibt Mast, es vergehe kaum ein Tag, an dem der A8 in ihrem Wahlkreis Pforzheim/Enzkreis nicht in den bundesweiten Verkehrsnachrichten auftaucht. Immer wieder gebe es hier schwere Unfälle.

„Wohlwissend, dass sich nicht alle Unfälle vermeiden lassen, bin ich überzeugt, dass es in unser aller Interesse sein muss, politische Initiativen zu ergreifen, die A8 sicherer zu machen.“ Konkret bittet sie Scheuer um eine Einschätzung zur Sicherheitslage in diesem Abschnitt. Sie möchte auch wissen, welche Schritte schon eingeleitet oder geplant sind.

63 Polizei-Einsätze auf der A8 in nur zwei Tagen

Interessiert ist Mast auch an der Einschätzung des grünen Landesverkehrsministers Hermann – „vor allem, da sie diese für Baden-Württemberg zentrale Verkehrsachse aus zahlreichen Vor-Ort-Terminen auch in Pforzheim und dem Enzkreis sehr gut kennen“, wie sie ihm schreibt. Ein ähnlicher Brief ging auch an Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU). In allen drei Fällen wartet Mast noch auf Antwort.

Dass das Problem sich nicht von selbst lösen wird, zeigen aktuelle Einsatzzahlen des Polizeipräsidiums Karlsruhe, die allerdings den ganzen Abschnitt von Heimsheim bis Karlsruhe betreffen. Nicht jeder dieser Einsätze betrifft einen Unfall. So sichert die Polizei auch Staus ab.

Dennoch ist die Zahl eindrücklich hoch: Allein letzte Woche zwischen der Nacht auf Samstag und der Nacht auf Montag gab es in 48 Stunden 63 Einsätze.

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