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Ein wachsendes Werk

Digitales Gedenkbuch erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus aus Baden-Baden

Das Stadtmuseum/Stadtarchiv Baden-Baden arbeitet an einem digitalen Gedenkbuch, das an die Opfer des Nationalsozialismus aus Baden-Baden erinnern soll. Da es digital ist, kann es immer wieder ergänzt werden.

Viel Arbeit: Dagmar Rumpf leistet einiges am Computer. Foto: Tobias Rumpf

Stolpersteine, die gibt es schon seit einigen Jahren: kleine Miniatur-Memorials, eingelassen in Gehsteige, die an jüdische Mitbürger erinnern, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind.

Doch nun arbeitet der ehemalige Leiter des Freiburger Landesarchivs Kurt Hochstuhl zusammen mit dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Baden-Baden an einem Gedenkbuch, das noch einen Schritt weitergehen wird.

Digital wird es zugänglich sein, für jedermann. „Die Grafik ist noch nicht fertig“, so die Leiterin des Stadtmuseums, Heike Kronenwett. Sie macht deutlich, dass hier etwas ganz Großes entstehen soll.

Etwas, das ganz bewusst nicht nur die jüdischen Mitbürger einschließt, sondern auch die Opfer von „Euthanasie“, politisch Verfolgte, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie etwa Zeugen Jehovas sowie Sinti und Roma, ergänzt Stadtarchivarin Dagmar Rumpf.

Gerne würde sie die Liste auch um die Menschen ergänzen, denen Leid in Form von Zwangssterilisation angetan wurde.

Lange Liste mit 11.000 Namen

Ein Konzept, das die Beteiligten vor ein mächtiges Stück Arbeit stellt, all das rein redaktionell in eine einheitliche Form zu bekommen. Denn die Liste der Personen umfasst bereits fast 11.000 Namen und die Daten stammen aus ganz unterschiedlichen Quellen. Stück für Stück werden die Basis-Informationen gegenwärtig standardisiert. „Auch die Quellenangaben sind kunterbunt und verschieden.“

Vereinheitlicht wird, damit das Gedenkbuch eine möglichst große Zahl an Suchfunktionen zulässt. So wird man nach Namen, aber auch nach Straßen suchen können. „Auch Opfergruppen können auf diese Weise gefunden werden.“

Obendrein soll auf diesem Wege noch einiges mehr zu erfahren sein, als die bereits bekannten Stolpersteine es abbilden können. Minibiografien sollen – wenn möglich – erarbeitet werden. „Das Ganze wird digital sein und kann deshalb auch immer wieder ergänzt werden“, erklären Kronenwett und Rumpf. Zuschriften, Ergänzungen und Informationen sind durchaus gewünscht, damit das Werk weiter wachsen kann.

Ursprünglich sollte das Gedenkbuch im Zusammenhang mit einer bundesweiten Ausstellung erscheinen, mit der das Haus der Wannseekonferenz an die Deportation nach Gurs erinnern möchte. Die wird sich allerdings verzögern, während das Gedenkbuch wächst.

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