Skip to main content

Neue Filme sollen ab März in die Kinos kommen

Theaterleiter im Cineplex Baden-Baden rechnet nicht mit einer Wiedereröffnung vor März

Im Cineplex Baden-Baden sind seit Anfang November 2020 die Lichter aus. Der Lockdown der Veranstaltungsbranche trifft das Kino, das normalerweise 1.350 Plätze für seine Besucher parat hält, hart. Neue Film gibt es seit der Corona-Pandemie zudem kaum noch. Die Verleiher haben alle Filmstarts von 2020 auf 2021 verschoben.

Das Cineplex musste wie alle Kulturbetriebe am 2. November seine Türen schließen. Wann es weitergeht wird immer unklarer. Foto: Beatrix Ottmüller

Die Corona-Pandemie hat die Kinos im Land schwer getroffen. Mirko Heck, Theaterleiter beim Cineplex in Baden-Baden, glaubt nicht an eine baldige Wiedereröffnung. Im März mussten die Lichtspielhäuser schließen, dann gab es im Sommer Lockerungen. Mit Hygienekonzept und Abstandsregeln konnte das Publikum wieder Filme ansehen.

Am 2. November hieß es für Kinobetreiber erneut die Türen schließen, zunächst bis Ende November, dann bis mindestens 10. Januar. Jetzt scheint Ende Februar wahrscheinlicher.

„Wir hoffen, ab März wieder öffnen zu können. Aber das kommt auf die Infektionszahlen an. Kultur- und Veranstaltungsbetriebe werden eine der letzten Branchen sein, die wieder aufmachen können“, sagt Mirko Heck. Da sich die Pandemie sehr dynamisch zeige, könne er die Maßnahmen jedoch nachvollziehen.

„Wir warten ab, welche weiteren Beschränkungen es gibt.“
Mirko Heck, Theaterleiter Cineplex Baden-Baden

Momentan ist in dem Haus, in dessen acht Kinosälen normalerweise insgesamt 1.350 Besucher Platz finden, Stillstand. Auch die Planungen für die nächste Saison liegen auf Eis. „Wir warten ab, welche weiteren Beschränkungen es gibt“, sagt Heck. Die elf Voll- und Teilzeitmitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Bei Normalbetrieb sind zudem 20 Aushilfen auf 450-Euro-Basis beschäftigt. Dreimal die Woche geht der Theaterleiter momentan durchs Gebäude, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. „Ich mache auch ein paar Verwaltungstätigkeiten, um das Gefühl zu haben, etwas zu tun“, so Heck.

„Durch die Kurzarbeit und die angekündigten staatlichen Hilfen kann das Kino weiterbestehen“, ist er sich sicher, doch es sei ein Kraftakt, der gestemmt werden müsse, denn die Hilfen seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Kulturbetriebe, wie auch das Kino, müsse es wieder eine Perspektive geben.

„Alle Kulturbetriebe, die vom Publikum abhängen, müssen wieder in die Zukunft schauen können. Es muss eine Lockerung da sein, sonst kommt eine große Insolvenzwelle auf uns zu“, sagt er überzeugt. Die einzigen Gewinner des Lockdowns seien die Streaming-Dienste, die stark auf dem Markt vertreten sind.

Bereits im Sommer klagte Mirko Heck darüber, dass alle Filmpremieren 2020 wegen der Pandemie verschoben wurden. Er und seine Mitarbeiter freuten sich daher auf das Weihnachtsgeschäft, denn im Dezember sollten die neuen Streifen anlaufen. Da sich das Pandemiegeschehen jedoch weltweit wieder deutlich verstärkte, änderten die Verleiher ihre Taktik und verschoben die Premieren ins Frühjahr 2021 oder sogar in den Sommer.

„Ich habe zwei bis dreimal die Woche E-Mails mit neuen Daten bekommen“, berichtet Heck. Jetzt ist klar, dass der Film „Die Croods – Alles auf Anfang“ im März 2021 Premiere haben wird, der Eberhofer-Krimi „Kaiserschmarrndrama“ kommt erst im August 2021. „Bis der neue James Bond in die Kinos kommt, sollten wir wieder geöffnet sein“, hofft er.

Mirko Heck macht sich allerdings keine Illusionen. „Wir werden weiterhin kein Vollprogramm fahren können und nach jeder Vorstellung alles desinfizieren müssen“, sagt er. Das bedeute auch, dass es wohl zwei Vorstellungen am Tag geben wird, um die Besucherströme zu trennen. Alles soll so kontaktarm wie möglich gestaltet werden.

„Die Leute müssen Lust haben ins Kino zu gehen.“
Mirko Heck, Theaterleiter Cineplex Baden-Baden

„Wir müssen das Vertrauen der Besucher wieder wecken. Die Leute müssen Lust haben, ins Kino zu gehen.“ Durch die Belüftungsanlagen, die Frischluft in die Säle blasen und die alte Luft absaugen, sei es im Kino recht sicher.

Über die E-Mail-Kanäle fragen bereits viele Zuschauer nach, wann es weitergehe. Die meisten Karten, die bereits im Vorverkauf für Filme über die Kinotheke gingen, wurden inzwischen storniert und zurückerstattet. „Wir wollen nicht, dass Kunden Nachteile haben, wenn Veranstaltungen nicht stattfinden können“, betont Mirko Heck.

Geplant werde nun erst, wenn feststeht, wann definitiv wieder geöffnet werden kann. „Der Startplan für Filme von den Verleihern ist so ungenau und ungewiss, dass jede Planung für den Mülleimer sein kann. Wir haben da wenig Einfluss darauf“, so der Theaterleiter.

nach oben Zurück zum Seitenanfang