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Straßenbauarbeiten

Holprige Angelegenheiten: Wie steht es um die Bühler Straßen?

Durch regelmäßige Kontrolle und einen Fünf-Jahres-Plan soll die Sanierung der Bühler Straßen vorangetrieben werden. Es sind ambitionierte Ziele. Doch nicht jeder Riss und jedes Loch wird sofort geflickt.

Mit einer Art Ampelsystem bewertet die Stadt den Zustand der Straßen. Die Benderstraße ist eine von sieben roten Straßen in Bühl. Foto: Bernhard Margull

Winter ade, Schlaglöcher olé – wenn in den kalten Monaten Frost in kleinere Asphaltrillen dringt, können schwerwiegende Schäden entstehen. Eine Autofahrt über solche Stellen kann dann nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich werden. Deshalb muss der Zustand der Straßen regelmäßig kontrolliert und immer wieder neu bewertet werden. Die Stadt entscheidet anhand mehrerer Faktoren, wann es letztendlich zur Sanierung kommt.

2016 wurde das Bühler Straßen-, Rad- und Fußverkehrsnetz mit Hilfe spezieller Sensoren vermessen und anschließend digital aufgenommen. Über Videosequenzen werden die Schäden dann ausgewertet. Alle fünf bis zehn Jahre soll dieser Prozess wiederholt werden, berichtet Wolfgang Eller, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung – Bauen – Immobilien in Bühl.

Zusätzlich kontrollieren Gutachter wöchentlich die Sicherheit in den Fußgängerzonen, jährlich auch in Wohnvierteln. Dabei achten sie auf Frostschäden, tiefe Risse und lose Platten. Auch durch Baumwurzeln angehobene Platten und Pflaster werden gemeldet.

Bürger können die Stadt ebenfalls auf Straßenschäden hinweisen. Eller benennt dafür drei hilfreiche Systeme: „Das erste ist ein Schadensmelder auf der Internetseite der Stadt. Allgemeine Anregungen und Hinweise können aber auch der Internetseite „SagsDoch Bühl“ hinterlassen werden. Für den Smartphone-Nutzer gibt es die Melde-App „RADar!“, die speziell für den Radverkehr dient.“

Die schlechtesten Straßen Bühls sind keine Unbekannten

Die Bühler Stadtentwicklung arbeitet neben den umfangreichen Kontrollen zu Straßenschäden auch mit einer Art Ampelsystem. „Gelb“ markierte Straßen weisen geringe Mängel auf, beispielsweise Schlaglöcher und Risse. Schäden werden hier oberflächlich nachgebessert. „Rot“ markierte Straßen hingegen haben tieferliegende Probleme, müssen daher komplett saniert werden. „Zunächst wird analysiert: Kanal, Strom, Gas und Breitband. Erst wenn dieser Komplex stimmt, wird an der Straße gearbeitet“, so Eller.

Das Ampelsystem, sowie die regelmäßige Kontrolle zur Verkehrssicherheit, bilden die zwei wichtigsten Säulen im Straßensanierungsprogramm. Aktuell sind im Fünf-Jahres-Plan 31 Straßen im System identifiziert. Sieben Straßen befinden sich im roten Bereich, 24 Straßen im gelben. Dazu zählen unter anderem die kommunalpolitischen Dauerbrenner Bühler Seite in Altschweier, der Hinterfeldweg in Kappelwindeck, die Benderstraße in Bühl sowie die Kirchbachstraße in Eisental.

Seit Jahren ärgern sich Autofahrer und Anwohner. Erst kürzlich sagte Jürgen Lauten, Ortsvorsteher in Eisental, im ABB-Interview: „Auch wenn es jetzt heißt, aktuell sei alles in Ordnung, gehört die Kirchbachstraße zu den vier sanierungsbedürftigsten Straßen der Stadt. Wenn die Planung steht, kann man sie jederzeit aus der Schublade ziehen.“ Ein Konzept für eine mögliche Ausbauvariante sei zwar vorgestellt worden, aber planungsrechtlich sei bisher noch nichts auf den Weg gebracht worden, so Lauten.

Ähnlich sieht die Situation in Altschweier aus. Ortsvorsteher Manfred Müller berichtete im ABB-Interview: „Mit Blick auf mögliche Erschließungskosten hat die Stadt das Gebiet untersuchen lassen, die Ergebnisse sind bei uns in der Ortsverwaltung aber noch nicht eingegangen.“ Geändert habe sich seitdem auch nichts, so Müller.

Erneuert werden müssen Strom-, Wasser- und Glasfaserleitungen. Auch ein neuer Straßenbelag für die Bühler Seite wäre fällig. Nur diesen zu sanieren würde allerdings nicht funktionieren. „Dann könnten wir die kaputte Infrastruktur nicht erneuern. Die Wasserleitungen zum Beispiel sind uralt, das geht nicht mehr“, sagt Müller.

Bis zum Sommer sollen noch die Straßenbauarbeiten am Trottenplatz in Eisental wie auch die Gartenstraße in Bühl fertig gestellt werden. Dort soll ein sogenannter „shared space“ (zu Deutsch: Geteilter Raum) entstehen. „Die Teilnehmer sind gleichberechtigt und der Raum wird geteilt. Das heißt, keiner hat hier Vorrang“, führt Eller die Idee aus. Im April sollen nun auch die Bauarbeiten in der Eichenwaldstraße beginnen. Im Spätjahr soll die Geppertstraße folgen. Geplant seien unter anderem auch Kanalarbeiten.

Straßensanierung ist hängt von mehreren Faktoren ab

Wann eine Straße saniert wird, hängt vom Einzelfall ab, so Eller. Oft reicht eine Rissverfugung aus. „Man muss natürlich aufpassen, dass nicht zu wenig gemacht wird. Je tiefer eine Rissbildung geht, desto größer ist die Gefahr, dass nicht mit einer einfachen Deckensanierung, sondern mit einem Vollausbau reagiert werden muss“, so Eller.

Verbesserungen sollten idealerweise drei bis vier Jahre lang halten. Jedes Mal, wenn eine Straße wegen tieferliegender Bauarbeiten aufgerissen wird, verliert diese ihre Spannungskraft. Über kurz oder lang führt das wiederum zu weiteren Schäden. So wird ein Komplettsanierung unumgänglich. Deshalb werden mehrere Baustellen, soweit möglich, gebündelt bearbeitet.

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