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Freibad wurde trotz finanzieller Bedenken geöffnet

Besucherzahl im Montana-Bad in Forbach „sehr enttäuschend”

Mit knapper Mehrheit hat sich der Forbacher Gemeinderat im Juni dazu entschieden, das Montana-Bad ab Juli zu öffnen. Von vorneherein war klar, dass das ein Verlustgeschäft für die Kommune wird. Der Wunsch, den Bürgern Abwechslung zu bieten, überwog. Doch die Besucherzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Im vergangenen Jahr herrschte noch unbeschwerter Badespaß: Seit Juli ist das Montana-Bad in Forbach wieder geöffnet. Der Betrieb zu Corona-Bedingungen läuft schleppend. Foto: Reinhold Bauer

Seit 4. Juli hat das Montana-Bad in Forbach geöffnet. Die Besucherzahlen halten sich jedoch bislang in Grenzen. „Keine einzige Schicht war bisher mit 200 Personen ausgereizt“, sagte Bürgermeisterin Katrin Buhrke in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Die bisherige Höchstzahl erreichte das Freibad am Sonntag vor zwei Wochen. Nach Angaben des Kämmerers Martin Oberstebrink kamen damals auf beide Schichten verteilt 250 Gäste. Möglich wären 400 Besucher. Insgesamt bewegt sich die Auslastung pro Tag zwischen zwei und 63 Prozent.

Mir fehlt da schlicht eine Solidaritätsbekundung der Bürgerschaft.
Margrit Haller-Reif, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Forbacher Gemeinderat

„Ich finde das einerseits sehr enttäuschend, andererseits ernüchternd“, kommentierte die Gemeinderätin Margrit Haller-Reif (Grüne). „Mir fehlt da schlicht eine Solidaritätsbekundung der Bürgerschaft.“ Ihrem Eindruck nach folgten auf eine „riesige Erwartungshaltung” keine Taten. Haller-Reif war es auch, die die Zahlen erfragt hatte. Der Grund war die Beobachtung, dass der Parkplatz des Freibads relativ leer bleibt. Sie ärgert sich darüber: „Ich krieg immer einen dicken Hals, wenn ich am Montana vorbeifahre.”

Bürgermeisterin Buhrke hielt dagegen, dass sie schon im Vorfeld bei Bürgern eher Zurückhaltung wahrgenommen habe. Aus diesem und weiteren Gründen hatte sie im Juni gegen die Öffnung des Freibads gestimmt, ebenso wie die Grünen und Vertreter der CDU.

Aufwand und Kosten spielten für sie eine große Rolle. Bei der Beratung im Juni sagte die Verwaltung deutlich, dass die Gemeinde im Fall einer Öffnung des Freibads ein zusätzliches fünfstelliges Minus einfahren wird. Je weniger Besucher kommen, desto höher falle der Verlust aus. Bliebe das Bad geschlossen, wäre es in etwa beim üblichen Minus von 225.000 Euro geblieben.

Ein zusätzliches Defizit kommt der Gemeinde nicht gelegen. Sie muss sowieso sparen, weil der Haushalt für 2020 schon 350.000 Euro im Minus liegt - ganz ohne die Bad-Öffnung.

Gemeinde erwägt, die Öffnungszeiten nach hinten zu verschieben

„Ich weiß was sie meinen. Aber das Angebot wurde gewollt, das Angebot wurde geschaffen, und das sind die Resultate“, sagte Buhrke nüchtern. Die Verwaltung habe bereits mit dem zusätzlichen Aufsichtspersonal für den Corona-Betrieb vereinbart, es nur nach Bedarf einzusetzen.

Im Gespräch sei auch, die Zeitfenster der Besuchsschichten - 11 bis 14 Uhr und 15 bis 18 Uhr - nach hinten zu verschieben, damit Berufstätige nach Feierabend schwimmen gehen können. Es bleibt jedoch bei einer Öffnung von Dienstag bis Sonntag, weil das Fachpersonal nicht für einen Sieben-Tage-Betrieb reicht.

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