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Entscheidung soll Ende Juli fallen

Freizeitpark statt Herbstmesse? Gaggenauer September-Fest bleibt in der Schwebe

Ein kleiner Freizeitpark auf dem Jahnplatz: Das ist der aktuelle Alternativ-Vorschlag für die Gaggenauer Herbstmesse. Schausteller haben vorgeschlagen, an drei Wochenenden im Herbst ihre Buden und Attraktionen in einem eingezäunten Areal aufzustellen.

Die Herbstmesse mit ihren Buden und Attraktionen ist alle Jahre wieder ein Höhepunkt in Gaggenau. Ob und wie sie im Corona-Jahr 2020 stattfinden kann, steht jedoch noch nicht fest. Foto: Elke Fischer

Ob es dazu kommt, welche Termine es wären und ob sich Vereine und Gruppen beteiligen würden, ist jedoch noch offen. „Spätestens Ende Juli” will die Stadt entscheiden, ob sie der Veranstaltung ihren Segen gibt und den Jahnplatz zur Verfügung stellt. Eigentlich hatte die Stadt bis Anfang des Monats einen Beschluss fassen wollen. Sie hakt jedoch noch bei Behörden wie dem Regierungspräsidium und dem Wirtschaftsministerium nach, welche Vorgaben und Regeln gelten würden.

Zusage der Stadt Gaggenau stünde unter Vorbehalt

„Wir wägen alles ab, klären alles ab und dann wird eine Entscheidung getroffen”, sagt Stadtsprecherin Judith Feuerer. Sie macht aber auch deutlich: Ein „Ja” stünde unter dem Vorbehalt, dass sich die Corona-Lage nicht verschärft.

Die Schausteller könnten die Einkünfte zweifelsohne brauchen. Die Corona-Krise hat viele in eine schwierige Situation gebracht, fielen doch allerorts Jahrmärkte und Rummel aus. „Die Lage ist katastrophal”, sagte die Süßwaren-Händlerin und Boxauto-Betreiberin Katja Fetscher kürzlich im Gespräch mit den BNN.

Doch klar ist: Auch wenn sich die Park-Idee durchsetzt, dürften sich nur 500 Besucher zeitgleich auf dem Gelände aufhalten. Der Einlass müsste kontrolliert werden. Für ein Corona-konformes Konzept wären die Schausteller zuständig, freilich in Absprache mit der Stadtverwaltung. Sie müssten auch sicherstellen, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Der Krämermarkt dürfte wohl nicht sinnvoll, praktikabel und effektiv umsetzbar sein.
Judith Feuerer, Pressesprecherin der Stadt Gaggenau

Dieselben Begrenzungen und Vorgaben würden auch für einen Krämermarkt gelten. Deshalb stehen die Chancen für diesen Messe-Bereich schlecht. „Der Krämermarkt dürfte nach den Corona-Verordnungen wohl nicht sinnvoll, praktikabel und effektiv umsetzbar sein”, sagt Judith Feuerer.

Gerade bei den Hygieneregeln ist der Aufwand leicht vorstellbar. Kunden krusteln gerne, fassen Waren an und befühlen Materialien. Allerdings gebe es seitens der Krämer auch kein großes Interesse, sagt Feuerer. Die Stadt warte zwar noch Rückmeldungen ab, aber ein Teil der Händler habe aufgrund der Corona-Krise gar kein neues Sortiment bestellt.

Vereine können sich an dem Freizeitpark beteiligen – wenn sie denn wollen. Die Stadt hat sie kürzlich zu einem Treffen eingeladen, bei dem die Schausteller ihre Idee vorstellten. Die Reaktion sei jedoch verhalten gewesen, sagt Judith Feuerer. Einzelne Vereine haben Interesse signalisiert, manche sagten direkt ab.

Wir wissen ja, dass wir Geld verdienen müssen.
Peter Eidam, Vorsitzender des Fanfarenzugs der GroKaGe Gaggenau

„Wir sind nicht abgeneigt“, sagt etwa Peter Eidam, der Vorsitzende des GroKaGe-Fanfarenzugs. Er könnte sich einen Getränkestand vorstellen. Der Aufwand wäre überschaubar, Personal zumindest für zwei Wochenenden zu finden. „Wir wissen ja, dass wir Geld verdienen müssen. Ein paar Euro wenigstens.” Womöglich könne der Fanfarenzug auch für zukünftige Feste unter Pandemie-Bedingungen lernen.

Es gibt Wackelkandidaten und Absagen

Doch ob er mitmacht, hängt letztlich vom Konzept ab. Das gilt auch für Oliver Maier, den Vorsitzenden vom TV Sulzbach. „Wir warten weitere Informationen ab”, sagt er. Er hält den Aufwand für „ungleich größer” und fürchtet, dass der Ertrag im Verhältnis zu gering ausfallen könnte. Auch der Angelsportverein hat noch keinen Entschluss gefasst, sagt der Vorsitzende Klaus Felde.

Gruppen wie die Stadtkapelle, die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau und die Feuerwehr-Abteilung der Kernstadt haben beschlossen, sich in diesem Jahr nicht zu beteiligen. Neben Personalfragen spielt der Infektionsschutz eine Rolle – besonders im Fall der Feuerwehr.

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