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Modellversuche im Ortenaukreis

Blasmusik und Fußballnachwuchs: In Achern starten zwei Modellprojekte

Da dürften sich Musiker wie Blasmusikfreunde freuen: Weil das Land einen Antrag der Stadt Achern genehmigt hat, dürfen neun Vereine nun mit Konzertproben loslegen.

Startschuss für die Blasmusik: Neun Musikvereine aus der Gesamtstadt Achern dürfen bald mit den Proben für kleine Auftritte beginnen: Zu den Sommerferien soll es dann neun Open-Air-Platzkonzerte geben. Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Stadt Achern wird Austragungsort für zwei weitere Modellversuche im Ortenaukreis: Acherner Musikvereine dürfen sich auf kleine Auftritte vorbereiten und Kinder im Kreis bei Fußballturnieren antreten. Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen sollen dann anderen Vereinen beim Wiedereinstieg helfen. „Die sichere Wiederbelebung des Vereinslebens zählt zu den elementaren Elementen einer erfolgreichen Öffnungsstrategie“, so Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU).

Unter dem Motto „Blasmusik verbindet! – Eine musikalische Tour durch die Stadt Achern und ihre Stadtteile“ dürfen neun Vereine aus der Gesamtstadt in den kommenden Tagen wieder mit ihren Proben beginnen. Zu den Sommerferien bereiten sie jeweils ein kleines Open-Air-Platzkonzert vor. Noch diese Woche werden in einer weiteren Besprechung mit den Musikvereinsvorsitzenden die letzten Einzelheiten geklärt, teilt die Stadtverwaltung mit.

„Toll, dass die Stadt Achern hier vorangeht und den Antrag gestellt hat“, sagt dazu Klaus-Peter Mungenast, der unter anderem Präsident des Acher-Renchtal-Musikverbandes ist: „Ich bin froh, dass endlich Projekte für Amateurmusiker möglich werden.“

Als Schatzmeister des Landesmusikverbandes sei er in den Konferenzen mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) beteiligt gewesen – und erst enttäuscht, dass von Projekten für die Musik dabei zunächst keine Rede gewesen sei. „Jetzt bin ich froh, dass wir zeigen dürfen, wie das alles funktionieren kann.“ Wie das Projekt ganz konkret aussehen wird, sei aber noch nicht festgelegt.

Projekt wird wissenschaftlich unterstützt

In jedem Fall wird der musikalische Modellversuch fachlich begleitet: Man erarbeite neue Hygienekonzepte mit genauen Angaben zu Abständen und anderen Maßnahmen, die sich aus Versuchen des Freiburger Instituts für Musikmedizin ergeben, so Mungenast: In den Untersuchungen zur Ausbreitung von Aerosolen durch Blasmusik habe man sozusagen „geblasen und gemessen“.

Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt sollen später landesweit Vereinen helfen. Mit im Boot sind nach Angaben der Stadt zudem der Deutsche Blasmusikverband und der Leiter der Musikschule Achern-Oberkirch, Jakob Scherzinger.

Der Zeitplan von acht Wochen bis zu den Ferien, um die Konzerte vorzubereiten, sei „schon sportlich“, sagt Mungenast, „aber die Leute brennen darauf, wieder auftreten zu können“. Um den Vereinen zu helfen, seien zwar zweimal Corona-Nothilfen ausgezahlt worden. Das viel größere Problem seien aber nicht die Finanzen, sondern, dass die Mitglieder lange nicht aktiv sein konnten.

Auch der Fußball-Nachwuchs darf bald wieder auf den Platz: Das Land hat ebenfalls einen Antrag des Südbadischen Fußballverbandes genehmigt. Im Ortenaukreis dürfen deshalb „Mini-Fußballspieltage“ für G-, F- und E-Jugendmannschaften stattfinden, teilen das Landratsamt und die Stadt Achern mit. Ab Juni sind damit kleine Turniere für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren erlaubt. „Das gemeinsame Bewegen und das Erleben von Erfolgserlebnissen soll dabei im Vordergrund stehen“, heißt es vom Landratsamt weiter.

Das ist das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt.
Landrat Frank Scherer

„Das ist das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt“, so Landrat Frank Scherer: „Kinder, Sport und Kultur sind in der Pandemie abgehängt worden.“ Es sei gut, zuerst in diesen Bereich Öffnungen zu versuchen. Insgesamt hatte das Land am Samstag 19 Modellprojekte in den Bereichen Kultur, Jugend, Tourismus, Freizeit und Sport bekanntgegeben, darunter drei im Bereich Blasmusik: Neben Achern wurden Anträge des Bundes Deutscher Blasmusikverbände und der Stadt Ettlingen genehmigt. Bereits mitten drin in einem Modellprojekt ist seit 21. Mai der Europapark Rust.

„Ich bin froh, dass unsere Region hier Verantwortung übernimmt und einen wichtigen Beitrag leistet“, sagt auch Bernd Mettenleiter (Grüne), Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Kehl, der in einer Mitteilung auf ein weiteres Projekt hinweist: Das Hanauer Museum in Kehl erhielt den Zuschlag im Förderprogramm „Kunst trotz Abstand“.

Unter dem Arbeitstitel „Wir sind da! Und ihr könnt uns sehen.“ ist eine Pop-Up-Galerie in der Kehler Innenstadt in einem bislang leerstehenden Ladengeschäft geplant. Die Fördermittel stammen aus dem Masterplan Kultur BW. Unter mehr als 400 Bewerbern waren 100 ausgewählt worden.

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