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Kommunalpolitik

Nach 13 Kündigungen in Acherner Kita: Verband warnte vor "Gefährdung des Kindeswohls"

Nachdem 13 Erzieherinnen gekündigt haben, mussten im Acherner Kindergarten nun die Betreuungszeiten reduziert werden. Immerhin sei es gelungen, acht Neueinstellungen vorzunehmen, berichtet Oberbürgermeister Klaus Muttach. Darunter ist mit Hildegard Garske auch eine neue Leiterin.

Neustart: Hildegard Garske ist neue Leiterin des Kindergartens "St. Nikolaus" in Achern. Foto: Michael Moos

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) warnte nach der Kündigungswelle im Acherner Kindergarten St. Nikolaus vor einer „Gefährdung des Kindeswohls“. „Der für die Betriebserlaubnis zuständige Verband hat deshalb veranlasst, dass die Betreuungszeiten reduziert werden müssen“, so Oberbürgermeister Klaus Muttach. Immerhin sei es gelungen, acht Neueinstellungen vorzunehmen. Darunter ist mit Hildegard Garske auch eine neue Leiterin.

Allein seit Oktober 2019 hat die Hälfte von insgesamt 18 Erzieherinnen der Einrichtung ihre Kündigung eingereicht, darunter auch die seit 20 Jahren amtierende Leiterin und ihre Stellvertreterin . Oberbürgermeister Klaus Muttach versprach daraufhin einen „Neustart“.

Kita kann nicht länger Ganztagesbetreuung bieten

Diese Zusage hat, wie er selbst vermutet, ganz offensichtlich das Interesse potenzieller Bewerberinnen auf die Stellenausschreibung beflügelt: Angesichts eines „leer gefegten Markts“ habe es vergleichsweise viele und auch vielversprechende Bewerbungen gegeben, so Muttach.

„Zu unserem Bedauern muss schon zum 1. März eine Reduzierung der Betreuungszeiten vorgenommen werden“, erklärte der Oberbürgermeister. Damit wird sich der Kindergarten von der Ganztagsbetreuung verabschieden und zu einem „VÖ-Kindergarten“ mit verlängerten Öffnungszeiten.

Damit gibt es künftig drei Betreuungsangebote mit jeweils 6,5 Stunden durchgehender Betreuungszeit: Eltern können wählen, ob sie ihre Kinder um 7 Uhr, um 8 Uhr oder um 8.30 Uhr bringen wollen.

Tagesmutter soll nun aushelfen

Eine Lösung sei aber auch für diejenigen Eltern gefunden worden, die auf eine Ganztagsbetreuung angewiesen sind: Diese werden nach dem offiziellen Ende der Betreuungszeiten in die Obhut einer Tagesmutter gegeben, die von der Stadt als „geeignete Kraft“ gewonnen wurde.

Eine Umfrage unter den Eltern der insgesamt 82 Kinder hat nach den Worten Muttachs gezeigt, dass die meisten mit dem neuen Betreuungskonzept leben können. Muttach: „Trotz der geänderten Betreuungszeiten und mit dem Zusatzangebot für die Randzeiten werden keine unbilligen Härten für die Eltern entstehen.“

Bürgermeister zeigt sich zufrieden mit der Lösung

Leben müssen die Eltern aber mit zusätzlichen Schließtagen: Der Kindergarten ist an Ostern und Pfingsten jeweils eine Woche, in den Sommerferien zwei Wochen geschlossen. Wer auf die Betreuung angewiesen ist, kann auf andere städtische Kindertageseinrichtungen ausweichen.

Trotz der Einschränkungen zeigte sich der Oberbürgermeister mit dem Erreichten „zufrieden“. Er hatte sich persönlich in die Gespräche eingeschaltet. Mit den Neueinstellungen kann der Personalschüssel für den „VÖ-Kindergarten“ nun eingehalten werden. Ob in Zukunft an eine Rückkehr zur Ganztagsbetreuung gedacht sei, ließ Muttach offen: „Wir wollen die Einrichtung jetzt erst einmal stabilisieren und dann weitersehen.“

Auf die derzeitige Durststrecke soll Teambuilding folgen

Mit Blick auf die Kündigungen sprach Muttach von einer „Durststrecke“. Wenn das Team wieder vollständig ist, würden die neue Leitung des Kindergartens und die Stadtverwaltung neben der pädagogischen Arbeit einen Schwerpunkt auf Teambildung und Organisationsentwicklung legen – immerhin bestehe jeweils etwa die Hälfte des Teams aus bisherigen und neuen Mitarbeiterinnen.

Neue pädagogische Impulse zu setzen, ist dann Aufgabe der neuen Leiterin Hildegard Garske. Sie wird ihre Stelle zum 1. April antreten und in der Übergangsphase bis zum 30. September bei der Einarbeitung von Sibille Speth-Springmann als bisheriger Leiterin unterstützt.

Neue Leiterin bringt viel Erfahrung

Die Stadt sei der scheidenden Leiterin „sehr dankbar“, dass sie damit einen geordneten Übergang ermögliche, so Muttach. Hildegard Garske ist 56 Jahre alt. Von 2003 bis 2013 war sie in der Kindertagesstätte „St. Raphael“ in Oberkirch tätig, davon einige Zeit auch als stellvertretende Leiterin.

Bis 2017 arbeitete Hildegard Garske als Leiterin der katholischen Kindertageseinrichtung „St. Bernhard“ in Fautenbach, seit 2018 ist sie Leiterin des städtischen Kindergartens in Rheinau-Memprechtshofen.

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