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Bundeswehrstudent aus Kehl entwickelt Rettungskonzept für Korker Baggersee

Kapitän sein: Davon träumen viele kleine Jungs. Julius Mors aus Bodersweier hat es geschafft. Nach dem Abitur schlug er die Offizierslaufbahn bei der Marine ein und studiert jetzt an der Bundeswehr-Hochschule in München. Für ein Praktikum ist er in die Heimat zurückgekehrt.

Leutnant zur See bei der Kehler Feuerwehr: Julius Mors Foto: Annette Lipowsky, Stadt Kehl

„Achtung, du hast keinen Kiel unter dir“, ruft Hans-Peter Wandres in Richtung Steuerrad des Mehrzweckboots der Feuerwehr. Das Boot mit seinem topfebenen Boden schaukelt über die Wellen des Rheins, die ein Containerschiff ausgelöst hast, Flusswasser spritzt hoch und in die mit Edelstahl ausgekleidete Wanne.

Am Ruder steht Julius Mors, er manövriert den maximal neun Personen fassenden Kahn wieder in ruhigeres Fahrwasser. Der 23-Jährige unterscheidet sich schon durch seine Uniform von den Kehler Feuerwehrmännern an Bord: Er hat die Offizierslaufbahn bei der Marine eingeschlagen; als Student an der Universität der Bundeswehr München absolviert er bei der Feuerwehr sein akademisches Praktikum - mit sehr konkreten Aufgaben und Ergebnissen. Das schreibt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung.

Von der Marine zur Kehler Feuerwehr? Für Julius Mors ein geradliniger und schlüssiger Weg: „Ich bin noch ein echter Kehler, im Kehler Krankenhaus geboren“, sagt er und lacht. In Kork ist er aufgewachsen, 2009 mit seiner Familie nach Bodersweier umgezogen und 2010 in die Jugendfeuerwehr eingetreten.

Am Einstein-Gymnasium hat er sein Abitur abgelegt, sein freiwilliges soziales Jahr bei der katholischen Kirche in Kork absolviert. 2014 machte er die Grundausbildung zum Feuerwehrmann, bis 2016 war er aktiver Feuerwehrangehöriger in Bodersweier.

Im Juli 2016 zog es Julius Mors nach Flensburg, wo er nach der Grundausbildung auch den Offizierslehrgang an der Marineschule Mürwik absolvierte. Karriereziel: Kommandant - oder nicht militärisch ausgedrückt: Kapitän. Wie andere kleine Jungs davon träumen, Baggerfahrer oder Astronaut zu werden, sah sich Julius Mors bereits als Pimpf als Kapitän.

Schon Vater und Großvater waren bei der Marine

„Schon mein Opa war bei der Marine“, erklärt er, der Vater hatte seine Wehrpflichtigen-Zeit ebenfalls dort absolviert. Die Geschichten, die sie ihm erzählten, haben ihn fasziniert. „Aber auch die Seefahrt an sich“, fügt er hinzu und so hat er seine BOGy-Woche (Berufsorientierung am Gymnasium) folgerichtig bei der Kehler Hafenverwaltung zugebracht.

Und auch seine Hauptaufgabe im Praktikum seines Masterstudiums in Sozial- und Staatswissenschaft an der Hochschule der Bundeswehr in München dreht sich, zumindest im erweiterten Sinne, wieder um Wasser: Der 23-Jährige befasste sich in den vergangenen Wochen mit dem Einsatz- und Rettungskonzept der Feuerwehr für den Korker Baggersee.

„Wir haben eine zweite Rettungszufahrt geschaffen und sogar die Möglichkeit, dass ein Hubschrauber dort landen kann“, berichtet er. Zu seinem Studienschwerpunkt Staatlicher und ziviler Bevölkerungsschutz passt das bestens, findet Julius Mors und ist auch ein bisschen stolz, dass er im Praktikum Ergebnisse liefern konnte, „auf denen die Kollegen jetzt aufbauen können“.

Außerdem hat der Student einen Auftrag des Kehler Gemeinderats abgearbeitet: Der will nämlich von Kommandant Viktor Liehr wissen, wie nach der Indienst-Stellung der neuen Drehleiter – voraussichtlich Anfang 2021 – die weitere Verwendung des derzeit noch genutzten Teleskopfahrzeugs aussehen könnte.

Bei vielen Einsätzen mit der Kehler Feuerwehr ausgerückt

Das bedeutet, dass erfasst werden muss, welche Einsatzmöglichkeiten für das Fahrzeug beim Betriebshof, der Umweltabteilung oder beim Gebäudemanagement denkbar wären und wie hoch die Kosten dafür wären. Als Alternative wird ein Verkauf der Teleskopmastbühne geprüft.

Sechs Wochen lang hat Julius Mors darüber hinaus dem Kommandanten über die Schulter geschaut und tagsüber auch an Feuerwehreinsätzen teilgenommen. Wie viele Male er mit den hauptamtlichen Kollegen von der Wache ausgerückt ist, hat er am Ende nicht mehr mitgezählt: „Es waren schon einige“, sagt er nur und lacht.

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