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Obstbauern erwarten schlechte Ernte

Wetter verregnet die Kirschernte in der Ortenau

Mit dem Wetter ist derzeit nicht gut Kirschen essen: Die Obstbaubetriebe erwarten in diesem Sommer eine deutlich geringere Kirschernte als 2020. 

Massive Schäden bei den Kirschen: Der Regen und die Unwetter haben den Früchten zugesetzt. In manchem Hausgarten ist nicht viel zu retten, doch auch die professionellen Erzeuger klagen über Ernteausfälle. Foto: Uwe Zucchi / dpa

In der Ortenau rechnet der Obstgroßmarkt Mittelbaden (OGM) mit rund 20 Prozent Ernteausfall. „Das liegt vor allem am regnerischen Wetter in der letzten Zeit“, sagte Geschäftsführer Marcelino Expósito auf Nachfrage. Noch bis etwa Mitte Juli werden in der Region Kirschen geerntet.

Vor allem der aktuelle Starkregen tue den Kirschen am Baum nicht gut: „Dann platzen sie auf, sind anfälliger für Fäulnis und lassen sich schlechter vermarkten“, sagte Expósito.

Aus der Region kommen allerdings nicht nur Tafelkirschen, die sich wegen ihrer prallen Früchte und des süßen Geschmacks besonders gut als Snack eignen. Etwa zwei Drittel sind Industriekirschen, die später zum Beispiel im Glas oder in Saftform in den Supermärkten zu finden sind.

Keine Schätzungen zu Ertrag und Preis

Wie viele Tonnen Ertrag die Ortenauer Kirschbäume dieses Jahr in Summe voraussichtlich bringen, dazu will der OGM keine Angaben machen. Auch was den aktuellen Verkaufspreis betrifft, hält man sich bedeckt.

„Es ist zu früh, Bilanz zu ziehen, da wir noch mitten in der Saison stecken, aber das Preisniveau wird voraussichtlich wegen des geringeren Ertrags leicht ansteigen“, sagte der Geschäftsführer.

Seit Ende Juni läuft die Kirschernte (Symbolbild). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Laut Statistischem Bundesamt rechnen die Betriebe für Deutschland in diesem Jahr mit insgesamt rund 45.800 Tonnen Süß- und Sauerkirschen, das entspreche einem Rückgang von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder 4,4 Prozent zum Zehnjahresdurchschnitt der Jahre 2011 bis 2020. Das läge vor allem an spätem Frost sowie Hagel oder Starkregen im Frühjahr diesen Jahres. „Frost war bei uns nicht das Problem“, sagte Marcelino Expósito. Auch sei die Ortenau insgesamt nicht so stark betroffen wie andere Regionen. Details hierzu nannte er nicht.

Seit Ende Juni sei die Kirschernte in der Region im Gange, und jeder Tag ohne Regen und mit viel Sonne sei gut für das Obst und die Anbauer. „Trotz allem sind wir mit der Qualität der Früchte, die wir in diesem Jahr haben, aber zufrieden“, sagte er. Viele Erzeuger würden inzwischen auf geschützten Anbau setzen, Tendenz steigend. Dort, wo die Kirschen durch den Starkregen Schaden genommen haben, bleiben sie dieser Tage oft am Baum hängen, weil es nicht wirtschaftlich wäre, sie zu ernten und aufwändig sortieren zu müssen.

Kirschen faulen an den Bäumen

Durch Regen faulende Kirschen am Baum bereiten nicht nur den Erzeugern, sondern auch vielen Privatleuten im Moment Kopfzerbrechen. Wer im Garten einen Kirschbaum stehen kann, kann das faule Obst nur bedingt und in kleinen Mengen über den Hauskompost entsorgen. Darauf machte das Landratsamt in diesen Tagen aufmerksam. Die Früchte könnten jedoch über die graue Tonne oder rote Zusatzmüllsäcke zusammen mit dem Hausmüll weggeschmissen werden.

In der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage in Ringsheim werde der Inhalt dann verwertet, so dass auf diese Weise aus dem Obst und anderen organischen Abfällen Biogas erzeugt und im eigenen Blockheizkraftwerk zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt werde.

Auf den Grünabfallsammelstellen der Deponien im Ortenaukreis und bei den Gemeinden dürfen faulende Kirschen nicht angeliefert werden, da die daraus entstehenden Sickersäfte auf den Sammelstellen zu Bodenbelastungen führen, teilte das Landratsamt weiter mit.

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