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Notfallversorgung ist gesichert

Medizinisches Versorgungszentrum hat im früheren Krankenhaus Oberkirch die Arbeit aufgenommen

Das Krankenhaus in Oberkirch ist geschlossen. Doch an die Stelle des Ortenau Klinikums Oberkirch ist am 1. Oktober das „Zentrum für Gesundheit Oberkirch“ getreten. Was dort genau vorgesehen ist, hat Oberbürgermeister Braun vorgestellt.

Aus dem Oberkircher Krankenhaus wird jetzt das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Ortenau.
Zentrum für die Gesundheit: Aus dem Oberkircher Krankenhaus wird jetzt das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Ortenau. Die Umbauarbeiten laufen bereits. in den kommenden eineinhalb Jahren soll hier auch ein Seniorenheim mit 45 Betten untergebracht werden. Foto: Michael Brück Foto: Michael Brück

Sein Krankenhaus hat Oberkirch zwar verloren. Der medizinische Betrieb geht an gleicher Stätte dennoch weiter. Bereits vor der Schließung Ende September war es der gemeinsame Wille von Verwaltung, Landrat und Ortenau-Klinikum, das Areal künftig mit einem „Zentrum für Gesundheit“ einschließlich einer Notfallsprechstunde und einer so genannten D-Arzt-Zulassung weiter zu beleben.

Umso zufriedener schien Oberbürgermeister Matthias Braun (CDU) am Donnerstag, als er mit den Geschäftsführern des Ortenau Klinikums und des Medizinischen Versorgungszentrums Ortenau (MVZ), Christian Keller und Rainer Bühn, den neuen MVZ-Standort im Ortenaukreis vorstellen konnte.

Nur einen Tag nach der Krankenhaus-Schließung, am 1. Oktober, war das „Zentrum für Gesundheit Oberkirch“ an die Stelle des Ortenau Klinikums Oberkirch getreten. Noch, so erklärte Braun, befinde man sich am Anfang der Umsetzung aller Pläne. Am Ende, davon sei er überzeugt, werde in Oberkirch etwas Gutes entstehen. Ein attraktives ambulantes Zentrum für Oberkirch und das gesamte Renchtal.

„Wir sind auf dem Weg, hier weitere medizinische Angebote zu etablieren“, wagte der Oberbürgermeister einen Blick in die Zukunft. Es stünden genügend Räume für niedergelassene Ärzte, Therapeuten oder auch Apotheken und weitere Gesundheits-Dienstleister zur Verfügung.

Wir haben geliefert und umgesetzt, was uns der Kreistag vorgegeben hat.
Christian Keller, Klinikums-Geschäftsführer

Das Konzept sehe künftig vor, verschiedene Gesundheitsangebote im medizinischen, aber auch im pflegerischen Bereich anzubieten, erklärte Klinikums-Geschäftsführer Keller vor Kreis- und Gemeinderatsmitgliedern. „Wir haben geliefert und umgesetzt, was uns der Kreistag vorgegeben hat“, sagte Keller.

Altes Klinikum in Oberkirch soll sich zu modernem Gesundheitsstandort entwickeln

Ambulant und stationär wolle man einige innovative Ansätze künftig unter einem Dach vereinen, so Keller. Noch geschehe das allerdings in einem kleinen Provisorium. Denn überall auf dem ehemaligen Klinikgelände sind derzeit Bauarbeiten im Gange, um das alte Krankenhaus, das in Teilen eine Bausubstanz aus den frühen 1950er Jahren hat, zu einem modernen Gesundheitsstandort weiterzuentwickeln.

Übergangsweise sei die orthopädische Facharztpraxis in die Räume der ehemaligen Frauenklinik im Obergeschoss eingezogen. „Sobald die Sanierungsarbeiten im Erdgeschoss abgeschlossen sind, wird die Praxis dann dorthin umziehen“, erläuterte MVZ-Geschäftsführer Rainer Bühn die Planungen. Neben der Orthopädiepraxis unter der Leitung von Klaus Eisele sei auch eine Praxis für physikalische und rehabilitative Medizin vor Ort.

Insgesamt könne das MVZ Ortenau an zehn Standorten auf mehr als 60 Ärzte zurückgreifen, so der 43-Jährige. „Wir haben unter der Trägerschaft des Kreises Arztpraxen und Angebote gebündelt und sind da in der ambulanten Mindestversorgung tätig“, erläuterte Bühn den Gedanken des MVZ-Ortenau.

Man habe mit der Agenda 2030 und dem Kreistagsbeschluss eine neue Richtung bekommen. Das Angebot in der Folgenutzung werde nun umgesetzt, auch im Zusammenwirken mit der Pflegeeinrichtung des Ortenau-Klinikums. Pro Quartal würden in Oberkirch etwa 3.500 Patienten behandelt, so die Prognose des Geschäftsführers. Und diese kämen nicht nur aus Oberkirch und dem ganzen Renchtal, sondern auch von Achern bis Offenburg.

Mit dem D-Arzt soll in Oberkirch eine Zusatzversorgung neben Arztpraxen entstehen

Bühn ging zudem auf das neu etablierte D-Arzt Verfahren ein. Das stehe für den Begriff des Durchgangsarztes. „Wir können so Arbeits-, Schul- oder auch Kindergartenunfälle nicht nur akut, sondern auch in der Nachsorge betreuen können.“ 32 Patienten habe man bereits in den ersten beiden Wochen versorgt, vorwiegend Schul- und Sportunfälle. Wichtig sei, dass man mit dem D-Arzt und der Notfallsprechstunde, wenn die Arztpraxen geschlossen sind, eine Zusatzversorgung anbiete.

Dabei geht es ausschließlich um die Notfallversorgung.
Rainer Bühn, MVZ-Geschäftsführer

Drei Hausärzte und Internisten würden diese Leistung derzeit aufrecht erhalten. Von Montag bis Freitag stehe die Leistung zwischen 19 und 21 Uhr bereit, am Wochenende von 9 bis 11 Uhr. „Dabei geht es ausschließlich um die Notfallversorgung“, erklärte Rainer Bühn. Kein niedergelassener Arzt dürfe diese Leistung als „Konkurrenz“ ansehen. Für die Bürger sei das eine wichtige Ergänzungsleistung, die eine Versorgung vor Ort sicherstelle.

Zudem würden der angedockte Hebammen-Stützpunkt sowie die beiden hochmodernen Operationssäle ein Teil des Zentrums. Außerdem werde im Erd- und Obergeschoss der ehemalige Bettenbereich zu einer Außenstelle des Pflege- und Betreuungsheims des Ortenau Klinikums. 44 Betten seien hier in Einzelzimmern vorgesehen, davon werde ein Teil auch für so genannte Genesungsbetten genutzt.

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