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Plädoyer beim Wahlkampfauftritt

Grünen-Politiker Robert Habeck drängt in Offenburg auf einen Neuanfang mit klaren Perspektiven

Auf dem Offenburger Marktplatz plädierte der Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck für einen Neuanfang und bezeichnete die bevorstehende Bundestagswahl als eine Entscheidungswahl. Drängende Fragen seien bislang unbeantwortet geblieben.

Neben dem zentralen Thema Klimawandel ging Robert Habeck, hier mit dem Ortenauer Grünen-Kandidat Thomas Zawalski und Elisabeth Schilli, Kreisvorsitzende der Grünen in der Ortenau, auf einen Neuanfang ein. Foto: Andreas Bühler

Robert Habeck ist auf dem Offenburger Marktplatz angekommen und lässt keinen Zweifel: „Es ist schön, ganz altmodisch hier auf dem Marktplatz zu stehen, es ist einfach ganz anders, als in den ewigen Talkshows herumzuhängen, hier unter den Menschen, in direktem Kontakt zu euch.“

Der Spitzenpolitiker der Grünen wählt klare Worte. „Sie haben hier die Möglichkeit, Ihre Entscheidung für die Bundestagswahl genau zu überprüfen. Und wenn Sie mit meinen Vorschlägen und Lösungen nicht zufrieden sind, haben Sie das gute Recht, eine andere Partei zu wählen. Das ist Demokratie.“

Eine gute Dreiviertelstunde hangelt sich Habeck durch die wichtigsten Themen dieses Wahlkampfes, ohne zu Hasten und herunterzubeten. Und bekommt am Ende dafür anhaltenden Applaus von den zahlreichen Bürgern, die sich vor der kleinen Showbühne versammelt haben.

Grünen-Vorsitzender Robert Habeck betont in Offenburg die Bedeutung des Klimawandels

Immer wieder kommt er auf den Stillstand und das Aussitzen von grundlegenden Fragen rund um die Zukunft der Gesellschaft zu sprechen, appelliert an „eine Orientierung an der Realität“.

Die Dimensionen für unsere Gesellschaft und für unsere Zukunft sind einfach zu groß.
Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen

„Wir haben mit dem Klimawandel nun einmal eine Wirklichkeit, die sich angesichts der zunehmenden Katastrophen rasant verändert. Wir müssen endlich dahin kommen, konkrete Antworten darauf politisch umzusetzen. Denn wir kommen nicht mehr drumherum. Die Dimensionen für unsere Gesellschaft und für unsere Zukunft sind einfach zu groß“, betont Habeck die Bedeutung des Klimawandels und eines Neuanfangs.

„Es hilft nichts, Ihnen das nun zigmal entgegenzubrüllen. Auch wir sehen die soziale Ungerechtigkeit, die Alters- und Kinderarmut, die eklatanten Fehler in der Außenpolitik mit Afghanistan. Wir brauchen überall Lösungen von Politikern, die Verantwortung übernehmen und zu Entscheidungen stehen, dabei auch Fehler machen und diese korrigieren“, plädiert der Grünen-Politiker für eine offensive Politik.

Robert Habeck legt seinen Blick auch Ministerpräsident Kretschmann

„Euer Ministerpräsident Kretschmann ist von seiner Grundüberzeugung und von seiner Lebenserfahrung her gefeit, stets Entscheidungen zu treffen, die allein zum Vorteil für seine Partei sind. Der Konsens in der Sache ist richtig. Es kann auch mal der andere gute Argumente haben. Nicht nur darin ist er ein Vorbild für mich und Sie können sich freuen, solch einen Ministerpräsidenten zu haben“, wirft der Spitzenpolitiker der Grünen in die Runde und erntet erneut Beifall.

„Ich habe hier mitbekommen, dass es nicht um Macht geht, sondern um Verantwortung in einer Zeit, in der grundlegende Weichen gestellt werden müssen. Klimaschutz ist nicht alles, hat Robert gesagt. Aber wenn die Umgestaltung nicht kommt, dann wachsen die Probleme weiter. Und das wird am Ende viel, viel teurer“, gibt Ralf Winter aus Kehl zu bedenken. Seine Freundin Merle ergänzt: „Klar, wir sind nur ein kleines Land. Aber wir haben hier ein sehr hohes Lebensniveau. Wenn wir das nicht schaffen, wer dann?“

Fragen des Publikums in Offenburg rund um soziale Gerechtigkeit

„Die Boomer gehen jetzt in Rente. Was sollen die dafür tun“, zielte eine Frage aus dem Publikum auf die zunehmende Veralterung der Gesellschaft. „Warum sollen sich nur die Alten um die Rente kümmern? Das ist doch in einer Sozialgemeinschaft die Aufgabe von uns allen gemeinsam“, lautet die Antwort von Habeck.

Das ist doch gelebte Solidarität und nicht die Frage nach dem Rentensystem.
Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen

„Jeder hat doch jemanden, der bald in Rente geht. Ist euch das egal? Die Boomer und die junge Generation zusammen können sich doch gegenseitig helfen. Das ist doch gelebte Solidarität und nicht die Frage nach dem Rentensystem“, zeigt Robert Habeck auch in bei diesem Thema stets auf den Weg einer gemeinsamen Lösung.

Die soziale Gerechtigkeit steht bei weiteren Fragen im Vordergrund. „Wer soll denn die Kosten für den Kohleausstieg und die CO2-Abgabe bezahlen?“ Der Grünen-Politiker will nicht zu tief in die Materie eintauchen, gibt einfache Beispiel wie den Spritpreis. „Es geht um Steuerung. Wir sind die einzige Partei, die diese Abgabe direkt zurückgeben möchte und zwar als Guthaben. Und wenn jemand meint, mit seinem SUV dauernd durch die Gegend zu brausen, dann zahlt der eben kräftig auf dieses Gemeinschaftskonto ein, das am Ende unter allen aufgeteilt wird.“

Grünen-Politiker Habeck beantwortet Fragen der Bürger auf dem Marktplatz in Offenburg

Viele Bürger auf dem Marktplatz wollen klare Antworten auf die soziale Frage und wer am Ende des Tages dafür die Verantwortung übernimmt.

„Robert Habeck hat hier heute sehr viele wichtige Aspekte erläutert, die für mich und die folgenden Generationen wichtig sind. Wir brauchen Lösungen, aber vernünftige. Mir wurde hier deutlich, dass es um nachvollziehbare Politik mit fundamentalen Entscheidungen geht. Somit haben wir bei der Bundestagswahl am 26. September schon eine deutliche Richtungswahl vor uns“, meint Gerhard Veith aus Offenburg am Rande dieser Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen.

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