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Rudolf in der Ortenau

Auf dem Basgarde-Hof in Ottenhöfen sind Rentiere eingezogen

Um Rentiere zu sehen, muss man normalerweise weit reisen. Jetzt sind zwei von ihnen auf dem Basgarde-Hof in Ottenhöfen eingezogen.

Rudolf und Blitz heißen die beiden jungen Rentiere, die seit Kurzem auf dem Basgardehof in Ottenhöfen leben. Hofherr Michael Thoma will Winterwanderungen mit ihnen anbieten. Foto: Michaela Gabriel

Große schwarze Augen, runde Ohren und ein weiches Fell: Die beiden Neuzugänge auf dem Basgarde-Hof in Ottenhöfen sind zum Verlieben niedlich. Als erster hat sich Hofchef Michael Thoma verliebt: „Das Rentier ist für mich das tollste Tier.” Seit Jahren habe er davon geträumt, neben seinen rund 100 anderen Tieren vom Alpaka bis zum Wallaby auch Rentiere zu halten.

Jetzt sind Rudolf und Blitz da. Einem Tierpark in Rheinland-Pfalz hat er die beiden Jungtiere abgekauft. Rudolf ist zwei Jahre alt, Blitz kaum ein halbes Jahr. Beide bekamen nach der Ankunft erst einmal einen Platz im Stall, aus Skandinavien importiertes Rentier-Futter und ihre Namen. „Alles war neu für sie”, erzählt Michael Thoma.

Geräusche und Gerüche von Eseln, Ziegen, Lamas und Gänsen kannten die beiden nicht. Inzwischen haben sie sich gut eingelebt. Wenn der Hofherr mit Futter auf ihre Weide kommt und ihre Namen ruft, traben sie neugierig heran. Sie beschnuppern ihn und weichen ihm nicht von der Seite, bis er ihnen getrocknete Moose und Flechten in ihre Raufe geschüttet hat.

Ab Januar will ich Wanderungen mit ihnen unternehmen.
Michael Thoma, Besitzer des Basgarde-Hof

Dabei streichelt und krault er sie. Dieses Schauspiel der Fütterung können Besucher am kommenden Sonntag gegen 15 Uhr hautnah miterleben. „Um Rentiere zu sehen, reisen manche Menschen bis nach Norwegen. Bei mir kann man sie bei der Fütterung sogar vorsichtig streicheln. Ab Januar will ich Wanderungen mit ihnen unternehmen”, kündigt Thoma an.

Während er für Wanderungen mit Eseln, Alpakas und Lamas drei Mitarbeiterinnen hat, soll eine Rentier-Tour Chefsache bleiben. Drei bis vier Tiere will er von den Teilnehmern führen lassen. Das bedeutet, Rudolf und Blitz werden nicht die einzigen Rens auf dem Basgarde-Hof bleiben. Im November will Thoma drei weitere Tiere von einem Zoohändler erwerben. Er ist froh, dass seine Rentiere in Deutschland geboren wurden und die kalte Tundra und Taiga gar nicht kennen.

Um Rentiere zu sehen, muss man normalerweise weit reisen. Jetzt leben auf dem Basgardehof in Ottenhöfen die Jungtiere Rudolf und Blitz. Foto: Michaela Gabriel

Dafür nämlich ist ihr dichtes Fell gemacht. Auf der Muttert hoch über Furschenbach sollen sie wie in ihrer Heimat im Winter Schnee und Eis erleben können. Mit ihren breiten Klauen können sie sich darauf sicher bewegen. Was Rudolf und Blitz noch nicht ahnen: Sie werden auf dem Basgarde-Hof auch zu Gehilfen des Weihnachtsmanns ausgebildet.

Besuche der Rentiere auf den Weihnachtsmärkten der Region geplant

Für den dritten und vierten Advent und für Heiligabend plant ihr neues Herrchen Auftritte als Weihnachtsmann mit den Rentieren am Halfter. Und im kommenden Jahr würde er dann gerne mit den Tieren die Weihnachtsmärkte der Region besuchen. Vorerst überragt Michael Thoma die beiden jungen Paarhufer noch weit.

Doch das wird sich ändern. Im Alter von sieben bis acht Jahren werden sie ausgewachsen sein. Dann können die männlichen Tiere es auf eine Schulterhöhe von 1,30 Meter, ein Gewicht von 300 Kilogramm und eine Länge von zwei Metern bringen. Jedes Jahr wächst den Männchen ein bis zu 60 Zentimeter hohes Geweih, das im Spätherbst wieder abgeworfen wird. Besonderheit bei Rentier-Damen sei, dass sie als einzige Hirschart ebenfalls ein Geweih bekommen, erzählt Michael Thoma noch.

Die Weibchen werfen es aber erst im neuen Jahr ab. Deshalb gehe er davon aus, dass Rudolf mit der roten Nase vor dem Schlitten des Weihnachtsmannes aus dem Fernsehen eigentlich Rudolfine heißen müsste – weil sie nämlich an Weihnachten ein stattliches Geweih hat.

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