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Familienvater isoliert

Zwei bestätigte Coronavirus-Fälle in der Ortenau: Gymnasium muss für 14 Tage schließen

Der Ortenaukreis hat seine ersten beiden bestätigten Coronavirus-Fälle. In einer Familie in Friesenheim, die nach den Fastnachtsferien aus Südtirol zurückgekommen war, wurde das Virus nach Angaben des Sozialministeriums bei Mutter und der Tochter nachgewiesen. Der Vater legt mit schweren Symptomen auf einer Isolierstation des Ortenau Klinikums.

Das Max-Planck-Gymnasium in Lahr bleibt wegen des Coronavirus für 14 Tage geschlossen. Foto: Spether

Der Ortenaukreis hat seine ersten beiden bestätigten Coronavirus-Fälle. In einer Familie in Friesenheim, die nach den Fastnachtsferien aus Südtirol zurückgekommen war, wurde das Virus nach Angaben des Sozialministeriums bei Mutter und der Tochter nachgewiesen. Der Vater liegt mit schweren Symptomen auf einer Isolierstation des Ortenau Klinikums.

Bei ihm konnte bislang kein Test gemacht werden, sagte Andreas Schröder, Chefarzt der zentralen Klinikhygiene am Ortenau Klinikum am Freitagnachmittag. Da der Vater erst wenige Minuten zuvor in das Krankenhaus eingeliefert wurde, könne man auch zu seinem Gesundheitszustand noch nichts sagen.

Tochter besucht Gymnasium in Lahr – Schule für 14 Tage geschlossen

Die Tochter hatte das Max-Planck-Gymnasium in Lahr besucht. Die Schule mit rund 700 Schülern wurde noch am Freitag für die Dauer von 14 Tagen geschlossen, die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II (Klassen 11 und 12) unter Quarantäne gestellt, wie Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes beim Kreis, bestätigte.

Allen übrigen Schülern wird die häusliche Isolation empfohlen, sie ist aber im Gegensatz zur Quarantäne nicht verpflichtend.

Wie viel Jugendliche genau unter Quarantäne stehen, war am Freitag nicht mehr zu klären. „Das wird leider ein bisschen langweilig werden für die Schüler in den nächsten zwei Wochen“, bedauert Bressau. Die Eltern seien von der Isolationsempfehlung nicht betroffen, man empfehle aber, zu den Kindern Abstand zu halten.

Gesundheitsamt sucht nach Kontaktpersonen

Das Gesundheitsamt versuche jetzt in detektivischer Kleinarbeit, die Kontaktpersonen der Betroffenen zu ergründen. Denn die Angelegenheit ist nicht ausgestanden. „Wir gehen davon aus, dass es weitere Fälle geben wird. Das ist bei so engen Kontakten der Schüler untereinander zu erwarten“, erklärte Bressau weiter.

Wer sich zuletzt unwohl gefühlt habe, solle die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wählen, um das weitere Vorgehen abzuklären: 116117.

Wir werden die Kontakte reduzieren müssen, die Überlegung geht dahin, telefonische Beratungen zu machen.
Doris Reinhardt, Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung

Die Kassenärztliche Vereinigung werde dafür Sorge tragen, dass diese Anlaufstelle mit medizinisch kompetentem Personal besetzt ist, um auch tiefer gehende Fragen bereits abzuklären, sagte Doris Reinhardt als Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung.

Reinhardt geht davon aus, dass das Virus, falls es sich weiter verbreitet, das Verhältnis zwischen Arzt und Patient auf absehbare Zeit grundlegend ändern werde: „Wir werden die Kontakte reduzieren müssen, die Überlegung geht dahin, telefonische Beratungen zu machen."

Dabei gehe es es nicht zuletzt darum, die Infektion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu verhindern: „Wenn Sie ungesteuert das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen, dann riskieren Sie diese Ressource."

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