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8,3 Millionen Euro Förderung

Rastatt schafft Luftfilter für 21 Schulen und Kitas an

Für rund 11,6 Millionen Euro wird Rastatt zwölf Schulen und neun Kitas mit stationären Luftfiltern ausstatten. Die Stadt zahlt davon aber wohl nur einen Bruchteil, der Rest kommt vom Bund.

Büffeln bei offenen Fenstern: Bislang kam die frische Luft nur von draußen. Künftig sollen stationäre „Raumlufttechnische Anlagen“ in 21 Rastatter Kitas und Schulen für einen kontinuierlichen Luftaustausch sorgen. Foto: Rolf Schulten/ImageBROKER

Da wurde nicht lange gefackelt: Kaum war am 11. Juni das Förderprogramm des Bundes für den Neubau stationärer Raumlufttechnischer (RLT) Anlagen in Kraft, reichte die Stadt Rastatt ab 24. Juni auch schon 21 Förderanträge ein. Zur großen Freude von Verwaltung und Gemeinderat wurden mittlerweile auch alle 21 bewilligt.

Das heißt: In neun Kitas und zwölf Schulen in städtischer Trägerschaft werden bald neue Zu- und Abluftanlagen eingebaut. Die Gesamtkosten dafür: rund 11,55 Millionen Euro. Der Förderanteil beträgt nach aktueller Schätzung 8,3 Millionen Euro.

Der Eigenanteil der Stadt läge somit bei rund 3,25 Millionen Euro. 80 Prozent der förderfähigen Kosten trägt der Bund.

Mann des Tages war in der jüngsten Sitzung des Rastatter Gemeinderates der städtische Gebäudemanager Markus Jülg. Schließlich hatte seine Mannschaft in kurzer Zeit dieses Kunststück vollbracht. Dafür gab es dann auch viel Lob von Seiten des Gemeinderates.

Doch die Zeit drängt, der Countdown läuft: Jülg betonte, dass es jetzt auch in Sachen Planung und Ausführung genauso schnell weitergehen müsse. Denn: „Die Maßnahmen sollen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden und sind daher zu beschleunigen.“

Luftfilter in Rastatt: Was passiert bei steigenden Preisen?

Ein „Hut ab!“ kam von Brigitta Lenhard (CDU) und Simone Walker (FuR). Joachim Fischer (SPD) meinte, dass zwar das städtische Säckel um einige Millionen erleichtert werde. Das sei in diesem Fall aber einfach notwendig. Herbert Köllner (FW) wies darauf hin, dass Rastatt nicht der einzige Ort sei, der solche Anlagen einbauen wolle. Er frage sich, was bei den zu erwartenden Preissteigerungen geschieht.

Darauf Jülg: „Dann würde die Fördersumme entsprechend sinken und der Gemeinderat wäre wieder am Zug. Allerdings sind wir bei den Schätzungen eh schon nach oben gegangen.“ In seinem Vortrag hatte der Gebäudemanager zuvor deutlich gemacht, dass die Zu- und Abluftanlagen nicht nur die Raumbedingungen in Gruppen- oder Klassenräumen verbessern. „Sie sind durch die hohe Förderquote besonders sinnvoll und haben auch ohne Fokus auf Corona einen echten Mehrwert.“

Die Anlagen haben auch ohne Fokus auf Corona einen echten Mehrwert.
Markus Jülg, Gebäudemanager der Stadt Rastatt

RLT-Anlagen würden dann notwendig, wenn eine gute Luftqualität durch Fensterlüftung nicht erreicht werden könne. Sie sorgten kontinuierlich für einen Luftaustausch. Sie sicherten die Raumluftqualität und verringerten Luftwärmeverluste durch Wärmerückgewinnung. „In der Gesamtschau ist das die beste Lösung. Als mittelfristiges Ideal empfiehlt auch der Städtetag diese Anlagen“, resümierte Jülg.

Nachdem er die Vorteile der Geräte aufgelistet hatte, ging er kurz auf deren Nachteile ein. Er nannte die notwendigen Investitionen und den Platzbedarf. Aber auch den Instandhaltungsaufwand und die für den Betrieb notwendige Energie führte er an. Mit anderen Worten: Die Anlagen kosten auch weiterhin Geld.

Anlagen nur für Einrichtungen mit Kindern bis zu zwölf Jahren

Bei angenommenen Baukosten von etwa acht Millionen Euro ohne Planungsanteil ergeben sich laut Jülg Instandhaltungskosten von jährlich 160.000 Euro. Abgesehen davon sind die Anlagen nur für Einrichtungen mit Kindern bis zu zwölf Jahren genehmigt.

Neben Kitas und Grundschulen zählen dazu auch die weiterführenden Schulen, in denen Schüler bis zu diesem Alter unterrichtet werden. In einem ersten Schritt sollen jetzt die Planungsbüros beauftragt werden. Dazu ermächtigte der Gemeinderat die Verwaltung. Die Gesamtsumme für Planungsaufträge liegt bei zwei bis 2,5 Millionen Euro. Entwürfe und Kostenberechnungen sollen dem Gemeinderat nach der Sommerpause präsentiert werden.

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