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Verschiebung ist unsicher

Enttäuschung nach Absage von Straßentheaterfestival Tête-à-Tête in Rastatt

Wie viele andere Großveranstaltungen fällt auch das für Juni geplante Straßentheaterfestival Tête-à-Tête in Rastatt der Corona-Pandemie zum Opfer. Zwei Jahre Planung des Fördervereins sind damit hinfällig. Die Enttäuschung ist groß und ein Verschiebung des größten Straßentheaterfestivals Deutschlands unsicher.

Vorstellungen mit riesigen Straußen mitten in Rastatt wie auf diesem Archivfoto wird es dieses Jahr nicht geben. Foto: Collet/Archivfoto

Von Martina Holbein

Bei der Mitgliederversammlung am 11. März hatte der Förderverein Tête-à-Tête (TaT) mit der Wahl eines neuen Vorstandsteams die letzten Weichen für das Straßentheaterfestival 2020 gestellt. Nach dem gesundheitsbedingten Rückzug der vieljährigen Vorsitzenden Gudrun Eisenhauer, die sich per Telefon auf der Veranstaltung verabschiedete, war der Generationswechsel geräuschlos geglückt.

Auch Christine Hernold, Leiterin des Festivalbüros der Stadt Rastatt, versprühte ungetrübte Zuversicht, dass das Festival im Juni stattfinden könne und stellte solche Meilensteine wie die Nutzung der Festivaltickets als KVV-Ticket vor.

Alles zurück auf Null

Immerhin lag der Termin im Juni und alle hofften, dass der Spuk bis dahin vorbei ist. Noch nicht einmal eine Woche war vergangen, da kam das Aus wegen der Covid-19-Pandemie. Die Startlöcher wurden wieder zugeschüttet, alles zurück auf Null.

Eine emotional ganz schwierige Situation, so die neu gewählte Vorsitzende Kerstin Nippraschk per E-Mail. Gerade weil damals, Mitte März, die Ereignisse noch nicht so dramatisch für jedermann sichtbar waren, auch die Entwicklung in Italien noch nicht so beängstigend war. Tränen standen ihr in den Augen, schreibt sie, und wendete sich via Facebook an alle Festivalfans.

Absage des Tête-à-Tête kurz vor der Zielgeraden

Immerhin findet das größte Straßentheaterfestival Deutschlands nur alle zwei Jahre statt und so kurz vor der Zielgeraden dann die Absage, das sei bitter. „Man hat sich während zwei Jahren zähen Wartens darauf gefreut und dann die Absage“, sagt sie. Es sei die besondere Stimmung, die die Stadt und ihre Bürger während des Festivals verwandelt, auf die jetzt verzichtet werden müsse, so Kerstin Nippraschk. Eine emotional schwierige Situation für den neuen Vorstand, nicht mit seiner Arbeit loslegen zu können.

Auch das gegenseitige Kennenlernen ist auf unbestimmte Zeit verlegt. Von den 150 Freiwilligen hatten sich bereits viele für die Zeit des Festivals Urlaub genommen, um wie die KNG und Peter Dilger die Versorgung im Künstlercafé zu gewährleisten oder am Infostand zu stehen oder als Spielortbetreuer tätig zu sein. Wer kann, werde, wie die Vorsitzende, während der Pfingstferien arbeiten gehen und den Urlaub in den Sommer verlegen.

Bereits beim Stadtfest im vergangenen Jahr hatte der Förderverein begonnen, weitere ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Am 17. März hätte ein Treffen mit der künstlerischen Leitung stattfinden sollen, um sich kennenzulernen und die Aufgaben zu verteilen, die der Förderverein üblicherweise übernimmt: Infostand, Plakatierung, Mitgliederwerbung, Werbeaktionen auf dem Wochenmarkt oder der Versand des Programmheftes an die Mitglieder. Das fiel genauso aus wie der verkaufsoffene Sonntag am 19. April, bei dem ebenfalls die Werbetrommel gerührt werden sollte.

2020 wird es kein Straßentheaterfestival geben – Verschiebung unsicher

Wie es weitergeht? Stadtverwaltung, Gemeinderat und Festivalbüro haben Gespräche anberaumt, um zu sondieren, ob überhaupt und wie das Straßentheaterfestival 2020 verschoben werden kann. „Da stehen wir in engem Kontakt“, so die Vorsitzende. Eines sei aber bereits klar: 2020 wird es kein Straßentheaterfestival geben.

Wie es mit finanziellen Verlusten des Fördervereins aussieht, werde die Zeit zeigen. Die Mitgliederbeiträge seien bislang die einzig feste Größe. Ob und in welchem Umfang die großen und kleinen Spenden der Sponsoren fließen, hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung nach der Corona-Krise ab.

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