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Jahreshauptversammlung von Baden Racing

Galoppveranstalter in Iffezheim macht Verluste: 1,6 Millionen Euro weniger Einnahmen

Die Galoppsaison in Iffezheim hat unter den conabedingten Einschränkungen und Auflagen wirtschaftlich stark gelitten. Gegenüber dem Vorjahr landen rund 1,6 Millionen Euro weniger in der Kasse. Im Oktober ist nur ein Groß-Renntag geplant.

Besucher auf Distanz: Nur 200 Menschen dürfen auf das Grün an der Rennbahn. Mit Linien auf dem Gras sind die Abstände festgelegt. Foto: Frank Löhnig

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Deutschlands wichtigsten Galoppveranstalter Baden Racing (BR) sind immens. Mit rund 1,6 Millionen Euro beziffert BR-Präsident Andreas Jacobs die Mindereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr, wie Pressesprecher Peter Mühlfeit mitteilt.

Auf der Jahreshauptversammlung der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen (BV), bei der es auch um die Zukunft von Baden Racing ging, sagte Jacobs: „Gegenüber 2019 haben wir rund 1,4 Millionen Euro weniger Ticket- und Sponsoreneinnahmen.“ Hinzu kämen Mindereinnahmen von rund 200.000 Euro bei den in Iffezheim besonders wichtigen Bahnwetten, die von den Besuchern vor Ort getätigt werden. Diese Löcher seien durch Online-Wetten nicht zu stopfen.

Herbstrennen auf einen Tag verkürzt

Der Wettumsatz während der Großen Woche, bei der wegen Corona an jedem der fünf Renntage nur maximal 500 Zuschauer zugelassen waren, betrug laut Peter Mühlfeit knapp 2,2 Millionen Euro. Er sei damit deutlich höher ausgefallen als erwartet. Der Bahnumsatz lag bei rund 220.000 Euro.

BR-Geschäftsführerin Jutta Hofmeister empfand es als „frustrierend, dass nur so wenige Besucher das Meeting miterleben durften, während etwa in Straßburg ein Vielfaches an Menschen auf der Bahn zugelassen war“. Gleichwohl sei sie dankbar, „dass uns viele Sponsoren die Treue gehalten haben und sogar neue hinzugekommen sind“.

Beim Großrenntag im Oktober werden wir rund eine halbe Million Euro Preisgeld ausschütten.
Andreas Jacobs, Präsident von Baden Racing

BR-Präsident Jacobs teilte mit, dass Baden Racing beim Sales & Racing Festival im Oktober einen „Groß-Renntag“ veranstalten wird, „an dem wir rund eine halbe Million Euro Preisgeld ausschütten werden“. Sprecher Mühlfeit bestätigt: „Es wird beim Herbstmeeting nur einen Renntag geben – und zwar am Sonntag, 18. Oktober, aber vermutlich mit zwölf Rennen.“ Geplant waren zwei Renntage, und zwar am 17. und 18. Oktober.

Präsident Jacobs appellierte laut Mühlfeit in besagter BV-Versammlung an die Teilnehmer, sich zusammenzusetzen, um die Zukunft der Rennbahn zu sichern. BV-Präsident Manfred Ostermann erklärte, dass noch nicht geklärt sei, in welcher Form es mit Baden Racing weitergehen werde.

Baden Racing sucht neue Partner

Hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung der BV und der Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG) seien viele Detailfragen noch offen, kündigte Ostermann einen Lösungsvorschlag bis Jahresende an. Im BV-Vorstand sei man sich einig, dass Baden-Baden wegen seiner herausgehobenen wirtschaftlichen und internationalen Stellung eine besondere Bedeutung zukomme. „Es ist aber eine Herkulesaufgabe, den Galoppsport in Deutschland auf so hohem Niveau aufrechtzuerhalten.“

Es ist eine Herkulesaufgabe, den Galoppsport auf so hohem Niveau aufrechtzuerhalten.
Manfred Ostermann, Präsident der Besitzervereinigung

Wie die BNN bereits berichteten, versucht Baden Racing seit nunmehr zwei Jahren neue Partner ins Boot zu holen. In den vergangenen zehn Jahren haben BR-Präsident Andreas Jacobs und Vizepräsident Paul von Schubert eigenen Angaben zufolge sechs Millionen Euro in die Rennbahn investiert.

Bereits 2018 kündigten die beiden Hauptgesellschafter an, dass sie ihre Anteile senken und sich nur noch mit einer Minderheitsbeteiligung von 20 bis 49 Prozent engagieren wollen. Schon auf der BV-Versammlung 2018 wurden hierzu verschiedene Alternativen diskutiert. Dabei wurden ein privater Investor oder ein Investorenkonsortium, aber auch eine Beteiligungsgesellschaft und als dritte Option eine mögliche Beteiligung der BV selbst ins Gespräch gebracht. Bis Oktober 2018 sollte darüber entschieden werden – was aber nicht der Fall war.

Hauptgesellschafter streben seit 2018 Minderheitsbeteiligung an

Auf der Hauptversammlung 2019 teilte Ostermann dann mit, dass sich die BV und die BBAG mehrheitlich an Baden Racing beteiligen wollen, „um das hohe Niveau für Spitzen- und Basissport auf der Galopprennbahn zu sichern“. Die mehrheitliche Übernahme war bereits damals für Ende 2020/Anfang 2021 geplant.

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