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Unterricht beginnt wieder

Neustart in der Corona-Krise stellt Schulen im Raum Rastatt vor große Herausforderungen

Der Neustart nach der Corona-Zwangspause stellt die Schulen vor eine große Herausforderung. Am 4. Mai beginnt der Unterricht für die Abschlussklassen. Abstandsregeln, Hygienevorschriften und eine sehr aufwendige Stundenplanung: Die Schulleiter im Raum Rastatt müssen bei der Vorbereitung viel beachten.

Provisorisches Leitsystem: An der Gustav-Heinemann-Schule treffen Rektor Andreas von der Forst und seine Stellvertreterin Sonja Walz letzte Vorbereitungen im Eingangsbereich des Gebäudes. Foto: Hans-Jürgen Collet

Die Schülerzahlen sind zwar überschaubar, aber der Organisationsaufwand ist enorm. Am kommenden Montag beginnt an den Schulen wieder der Unterricht. Mindestabstände, Hygienevorschriften und die Vorbereitung auf die nahenden Abschlussprüfungen: Auf alle Beteiligten warten große Herausforderungen. Stefan Funk, Leiter der August-Renner-Realschule Rastatt, spricht von einem „erheblichen Kraftakt“.

Nach Angaben der Stadt werden an den fünf weiterführenden Schulen in Rastatt rund 700 Schüler erwartet. In der August-Renner-Realschule sind es 270. Damit die Jugendlichen in den Zimmern 1,5 Meter Abstand halten können, werden die Klassen geteilt. Es gibt unterschiedliche Zeiten für den Unterrichtsbeginn, außerdem bleibt ein Teil der Schüler im Wechsel zuhause.

Schülern bleiben noch zwei Wochen bis zu den Prüfungen

„Unheimlich kompliziert und aufwendig“ sei die Planung dieses Systems, sagt Funk. Unterricht findet nur in Deutsch, Mathe und Englisch statt. Den Zehntklässlern bleiben zweieinhalb Wochen, bis in diesen Fächern die Prüfungen für die Mittlere Reife beginnen.

Ähnlich sieht es an den Gymnasien aus, wo die Abi-Prüfungen am 18. Mai losgehen. Thomas Dornblüth, Rektor des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums in Durmersheim, sagt: „Die Schüler hatten noch nie so viel Zeit, sich vorzubereiten.“ Eigentlich wäre am 22. April Abi-Startschuss gewesen. Das ist aus Sicht von Dornblüth nicht für jeden ein Vorteil: „Bei einigen war durch die Pause vielleicht die Luft raus“, sagt er.

Jetzt gehe es darum, die verbleibende Zeit an der Schule für eine gute Vorbereitung zu nutzen. Diese findet unter besonderen Bedingungen statt. In den Fluren wurde das Mobiliar verrückt, Leitsysteme regeln die Zugänge zu Klassenräumen, Lehrerzimmer und Toiletten, damit sich die Schüler nicht zu Nahe kommen.

Stefan Tiede hat Vertrauen in die Landesregierung und die Schulen. Er ist Vorsitzender des Elternbeirats am Rastatter Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums und Vater einer Abiturientin. „Ich verlasse mich auf die Schulleitung“, sagt er.

Die Abi-Vorbereitung sei bislang trotz allem zielgerichtet gewesen, die Schüler stünden im engen Austausch mit den Lehrern. Dass Prüfungen stattfinden, erachte er als sinnvoll – „auch wegen der Vergleichbarkeit mit anderen Jahrgängen“.

Jetzt werden nur noch
die relevanten Fächer gebimst.Gerold Wendelgaß, Rektor der Josef-Durler-Schule

Gerold Wendelgaß ist ebenfalls davon überzeugt, dass die Schüler gut vorbereitet in die Prüfungen gehen. „Jetzt werden nur noch die relevanten Fächer gebimst“, sagt der Leiter der Josef-Durler-Schule (JDSR) in Rastatt. Dort wird es an den ersten Tagen auch Eingangskontrollen geben.

Wendelgaß rechnet mit mehr als 400 Schülern, die in den Unterricht zurückkehren. Mit Technischem Gymnasium sowie verschiedenen Berufsfachschulen und Berufskollegen bietet die JDSR zahlreiche Bildungszweige an, in denen Abschlussprüfungen anstehen.

Josef-Durler-Schule steht im Austausch mit der Polizei

Wendelgaß geht davon aus, dass die Corona-Vorgaben eingehalten werden können. Die Schüler verteilen sich auf mehrere Gebäude „Wir haben mehrere Eingänge und können das gut auseinanderziehen“, sagt er. Die Schule stehe aber auch in Kontakt mit der Polizei, damit die Beamten zu den Stoßzeiten verstärkt ein Auge auf das Areal haben.

An der Maria-Gress-Schule in Iffezheim wird nicht ganz soviel los sein. Carsten Bangert spricht von 200 Neunt- und Zehntklässlern, die an die Realschule zurückkehren. . Damit die Schüler nicht alle gleichzeitig vor Ort sind, ist eine Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht vorgesehen. Die Stundenplanung sei „eine echte Herausforderung“, sagt Bangert.

Dabei kann er wie die anderen Schulleiter nicht auf das volle Kollegium zurückgreifen. Lehrer, die zur Corona-Risikogruppe gehören, sollen nicht unterrichten. Für die Hygiene liegen in den Zimmern Flüssigseife und Einmalhandtücher bereit. Eine Mundschutzpflicht besteht nicht.

Sicherheit aus dem 3-D-Drucker: Lehrer Nicolas Weßbecher fertigt an der Gustav-Heinemann-Schule eigene Schutzvisiere. Foto: Hans-Jürgen Collet

An der Gustav-Heinemann-Schule in Rastatt gibt es trotzdem sogar eine eigene Produktion. Der schuleigene 3-D-Drucker fertigt Schutzvisiere. Da sich die Schule noch in der Umstellungsphase zur Gemeinschaftsschule befindet, gibt es aktuell keine zehnte Jahrgangsstufe.

Deshalb kehren am Montag nur die Neuntklässer zurück, deren Anzahl mit 75 überschaubar ist. „Wir verteilen sie auf einem kompletten Stockwerk“, sagt Rektor Andreas von der Forst.

Ein- und Ausgang des Gebäudes sind provisorisch mit Stellwänden getrennt, die Schüler dürfen die Toiletten nur einzeln aufsuchen. Etwa die Hälfte der Neuntklässler bereitet sich auf die Hauptschulprüfungen vor, die im Juni anstehen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

Ihren Abschluss zu feiern, ist den Schülern nicht vergönnt. Ob Gymnasium, Real- oder Gemeinschaftsschule: Die großen Partys mit feierlicher Zeugnisübergabe sind gestrichen.

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