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Fotos als Geschenk

Rastatter Fotografen bemerken steigende Nachfrage nach Familienfotos

Da niemand weiß, wie Weihnachten in diesem Jahr gefeiert werden kann, suchen die Menschen nach Alternativen zum gemeinsamen Fest: Familienfotos als Geschenk liegen daher voll im Trend, wie Rastatter Fotografen berichten.

Winterwunderland: Weiße Weihnachten und ein bisschen heile Welt – im Corona-Jahr sind sie im Studio von Hubertus Grafe gefragt. Foto: Hubertus Grafe

Die Advents- und Weihnachtszeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Und das, obwohl die Planung der Weihnachtstage oft eine Herausforderung darstellt. Schließlich sollen Friede, Freude, Lebkuchen herrschen und keine Familienstreitereien ausbrechen.

Doch in diesem Jahr stellt sich weniger die Wer-besucht-wann-wen-Frage, sondern vielmehr die Frage, ob überhaupt zusammen gefeiert werden darf. Das merken auch die Fotografen – die im zweiten Lockdown arbeiten dürfen .

Familienfoto statt Familientreffen

„Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage nach Familienfotos um das Zwei- bis Dreifache höher“, erklärt Hubertus Grafe vom gleichnamigen Fotogeschäft in Rastatt. Und auch Dominika Markwordt sagt: „An Familienfotos besteht dieses Jahr großes Interesse.“

Die Fotografin aus Förch, die unter dem Namen „Domis Blickwinkel“ firmiert, ist auf Schwangeren- und Neugeborenenfotografie spezialisiert und bietet auch Familienshootings an – und zwar „mehr als sonst“. Und selbst Oliver Hurst, bei dem die Familienfotografie neben Werbefotos, journalistischen Arbeiten und Sportfotografie den kleinsten Teil ausmacht, hat den Trend bereits bemerkt: „Ich kriege das bei Kollegen mit, die mehr in dem Bereich unterwegs sind als ich.“

Dann hat man wenigstens die Familie zum Angucken bei sich.
Hubertus Grafe, Fotograf

Dabei geht es den meisten Familien darum, ein persönliches Geschenk zu haben. „Bei mir geht es fast ausschließlich um Präsente für Oma und Opa im Alters- oder Pflegeheim. Da man die nicht besuchen kann“, so Grafe. „Dann hat man wenigstens die Familie zum Angucken bei sich.“

Ähnlich ist die Erfahrung von Markwordt und Hurst, wobei es auch mal um Tante und Onkel gehen könnte, die einfach weiter weg wohnen. „Und dann insbesondere noch die Erinnerung für die eigenen Kinder“, sagt Markwordt. „Dabei geht es darum, die Emotionen festzuhalten und an das Kind weiterzugeben.“

Während reale Familientreffen derzeit schwierig sind – die aktuelle Corona-Verordnung, die an diesem Montag überprüft wird wird, lässt bei Verwandtschaft in direkter Linie zwar mehr Haushalte zu, aber dennoch maximal zehn Personen –, macht die moderne Technik sie zumindest virtuell möglich. „Wir dürfen zwar nur zwei Familien auf einmal fotografieren, können aber problemlos bis zu vier Familien mit Photoshop zusammenführen“, sagt Grafe.

Für Fotografen gelten die üblichen Hygieneregeln

Überhaupt funktioniert das Fotografieren derzeit anders als sonst – vor allem in den Studios. „Im Vorfeld wird Corona schon thematisiert“, sagt Markwordt. „Beim Shooting wird es dann relativ ausgeblendet. Alle wollen ein Stückchen Normalität haben.“ Dabei sei die erste Frage der Kunden oft, ob überhaupt fotografiert werde, ist die Erfahrung von Grafe. Seine Antwort: „Natürlich.“ Aber unter den geltenden Hygienevorschriften.

Beim Shooting wird Corona relativ ausgeblendet.
Dominika Markwordt, Fotografin

Sehen Oma und Opa die lieben Enkel auf dem Weihnachtsfoto also nur mit Mund-Nasen-Schutz im Gesicht? „Nein, die Kunden haben keine Maske auf und die Fotografen immer dann, wenn der Abstand zu gering ist“, sagt Markwordt mit einem Schmunzeln in der Stimme. Dank Teleobjektiv gehe ja viel auf Abstand.

Denn: „Gerade bei Kindern ist es wichtig, Mimik zu haben. Da nehme ich lieber die Maske runter.“ Wegen der Neugeborenenfotografie gelten bei ihr aber schon immer strenge Hygieneregeln: „Händewaschen ist sowieso Pflicht.“ Bei Grafe tragen die Fotografen in der Regel FFP2-Masken. Außerdem hat er für sein Studio in eine Luftfilteranlage investiert.

Wenn Oliver Hurst von einer Familie als Fotograf gebucht wird, sieht es ein wenig anders aus. „Ich gehe sowieso lieber zur Familie und fotografiere sie in ihrem gewohnten Umfeld.“ Notfalls auch mit Teleobjektiv, solange es „rechtlich in Ordnung“ ist. Und wenn es das Wetter zulässt, findet das Shooting einfach unter freiem Himmel statt. Am Ende landen die Ergebnisse übrigens meist im Rahmen oder auf der Leinwand, weiß Grafe. „Tassen sind auch sehr beliebt. Kalender dagegen weniger.“

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