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Sprit sparen

Rastatter Fahrschullehrer gibt Tipps: So bleibt mehr Sprit im Tank

Die Kraftstoffpreise sind im März in schwindelerregende Höhen geklettert – und dort verharrt. Den ein oder anderen Spritspar-Tipp kennt jeder. Der Rastatter Fahrlehrer Markus Joos hat davon gleich zehn auf Lager.

Besonders Pendler und Menschen im ländlichen Raum wie im Landkreis Rastatt sind von den hohen Spritpreisen betroffen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Spritspar-Tipps hat jeder parat. Einige haben davon schon in der Fahrschule gehört. Andere haben sich das Wissen selbst angeeignet. Seit dem die Spritpreise im März wegen des Ukraine-Kriegs explodiert sind, kann es sinnvoll sein, das alte Wissen wieder aufzufrischen.

Wenn mehr im Tank bleibt, bleibt auch am Ende des Monats mehr Geld im Portemonnaie über. Gerade Pendler und Menschen, die auf dem Land wohnen, sind von den hohen Kraftstoffpreisen besonders betroffen.

Deshalb verrät der Rastatter Fahrschullehrer Markus Joos, wie sich mit einfachen Mitteln der Spritverbrauch senken lässt. Joos ist seit 26 Jahren Fahrlehrer. Sein Vater hat die Rastatter Fahrschule 1963 gegründet. Vor 20 Jahren hat der Junior die Fahrschule übernommen.

1. Früh hochschalten

Das ist der Klassiker unter der Spritspar-Tipps: Markus Joos rät niedrige Drehzahlen zu fahren. „Ein frühes hochschalten ist immer ganz wichtig“, erklärt der Fahrlehrer. Natürlich gehöre zu einer sparsamen Fahrweise auch, so spät wie möglich zurückzuschalten.

Viel Erfahrung: Markus Joos ist seit 26 Jahren Fahrlehrer in Rastatt. Foto: Markus Joos

Joos empfiehlt bei einem Diesel etwa bei 2.000 bis 2.500 Umdrehungen hochzuschalten. Das sei allerdings auch eine Gefühlssache. „Wenn der Motor ruckelt oder beim Beschleunigen kein Gas mehr annimmt, sollte man runterschalten.“

Neuere Autos warten mit allerlei technischen Helfern auf: „Oft gibt es eine Schaltanzeige oder auch Schaltempfehlungen.“ Im Multifunktions-Display werden auch der aktuelle Verbrauch und der Durchschnittsverbrauch angezeigt, „Das ist eine super Möglichkeit, sein Fahrverhalten selbst zu kontrollieren“, meint Joos.

2. Beschleunigen kann Sprit sparen

Beim Beschleunigen lässt sich ebenfalls Sprit einsparen. „Wenn das Gaspedal voll durchgetreten wird, verbrennt der Motor mehr Kraftstoff“, erläutert der Fahrlehrer.

Er rät, dazu zügig zu beschleunigen und dabei eben so früh wie möglich hochzuschalten. „Es soll ja keine Bummelfahrt werden.“ Zudem bestünde so die Gefahr, auch zum Verkehrshindernis zu werden.

Bei zu langsamen Beschleunigen würde zudem auch mehr Sprit verbraucht, weil es viel länger dauere, bis die Endgeschwindigkeit erreicht sei. Als Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn empfiehlt Joos den Richtwert von 130 Kilometern in der Stunde.

3. Vorausschauend fahren und auf Radfahrer achten

Die Königsdisziplin ist das vorausschauende Fahren. „Damit lässt sich einiges an Kraftstoff einsparen“, sagt Joos. Als Beispiel nennt er den Fahrradfahrer.

„Der fährt ja auch nicht wie ein Bekloppter an die Ampel.“ Der Radfahrer schont mit einfachem Rollenlassen seine Kräfte. „Im Auto kann ich rechtzeitig vom Gaspedal gehen. Damit schone ich auch noch meine Bremsbeläge.“

4. Motor ausschalten

Eine weitere nützliche Art Kraftstoff zu sparen ist, an der Ampel oder am Bahnübergang den Motor abzustellen. Das bringt schon nach 20 Sekunden Standzeit eine Spritersparnis. Bei Bahnübergängen ist ein Abschalten des Motors sogar von der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben.

Autos mit neuerem Baujahr sind mit einer Start-Stop-Automatik ausgestattet. Nach dem Anhalten schaltet der Motor automatisch aus. „Diese Funktion würde ich immer nutzen“, sagt Joos.

5. Richtiger Luftdruck hat großen Einfluss

Oft gehört, selten gemacht: Der richtige Luftdruck im Reifen entscheidet über einen hohen oder geringen Kraftstoffverbrauch. „Dazu gehört, den Luftdruck regelmäßig zu kontrollieren“, betont Joos. Das bedeute nicht einmal im Jahr, sondern öfter. Der Fahrlehrer empfiehlt, etwa einmal im Monat den Luftdruck zu prüfen.

„Es ist auch möglich den vom Reifenhersteller empfohlenen Reifendruck ein kleines bißchen zu erhöhen.“ Ungefähr 0,2 oder 0,3 Bar mehr sei nicht schädlich, reduziere aber den Rollwiderstand.

6. Fahrlehrer aus Rastatt empfiehlt: Augen auf beim Reifenkauf

Beim Reifenkauf sollte der Käufer auf das Energielabel achten. „Wer neue Reifen kauft, kann daran erkennen wie hoch der Energieverbrauch ist“, erklärt Joos. Wichtig sei, wie beim Reifendruck, ein möglichst geringer Rollwiderstand.

Unter diesen Punkt fällt laut Experte auch die Tatsache, dass Autofahrer nicht unnötig lange mit Winterreifen fahren. Die haben wegen ihres Profils einen höheren Rollwiderstand als Sommerreifen. Die Glaubensfrage Ganzjahresreifen oder die Kombination Winter-/Sommerreifen will Joos nicht beantworten.

„Das ist letztlich ein Rechenexempel.“ Wer wenige Kilometer im Jahr fahre, für den könne ein Satz Allwetter-Reifen eine Ersparnis bringen. Bei der Kombination Winter-/Sommerreifen sollte auch immer der Anschaffungspreis und die Lagerkosten mitberechnet werden.

7. Ladung vermeiden - ein leichtes Auto reduziert Kosten

„Viele Menschen fahren mit unnötig schwerem Zeug im Auto“, sagt der Fahrlehrer. Das gelte es zu vermeiden. Wenn das Auto leichter sei, werde auch das Spritsparpotenzial größer.

Dasselbe gilt laut Joos auch für Anbauteile wie Dach- und Fahrradträger sowie Dachboxen. „Die sorgen für mehr Luftwiderstand.“ Je mehr Luftwiderstand, desto mehr Kraftstoff braucht das Fahrzeug.

8. Verbraucher wie Klimaanlage ausschalten

Klimaanlagen und jegliche Heizungen sind große Stromfresser. „Die müssen nicht immer mitlaufen, wenn man sie nicht unbedingt braucht“, sagt Joos.

Die Verbraucher müssten irgendwo ihren Strom herkriegen, was sich mit einem Mehrverbrauch äußert.

9. Wartungsintervalle beachten

„Es ist ganz wichtig, die Wartungsintervalle einzuhalten“, so Joos.

Wenn der Motor gut eingestellt sei, äußere sich das in einer besseren Verbrennung und einem niedrigen Spritverbrauch.

10. Das Auto stehenlassen und laufen

Laufen ist der beste Spritspartipp. „Das ist kein Scherz“, betont Joos. Auf Kurzstrecken sollten man auf ein Auto verzichten.

Das kalte Auto anschmeißen und fahren, sei nicht gut für die Maschine. „Ein kalter Motor verbraucht mehr Sprit“, so Joos. Laufen schone den Geldbeutel gleich doppelt.

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