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Reisetipps: ein Tag - ein Ziel

Villingen: Aus Rivalen wurden Freunde

24 Stunden in einer Stadt, die weniger als drei Stunden entfernt liegt – das ist die Idee hinter der BNN-Serie „24 in unter 3“. Heute geht es nach Villingen.

Stadttor der mittelalterlichen Befestigung: Das Bickentor unterscheidet sich durch das rote Ziffernblatt von den beiden anderen Stadttoren. Foto: Lechner

Wo ist man hier nur – bereits in Württemberg oder noch im badischen Schwarzwald? So richtig sieht es rings um Villingen eigentlich nicht nach Schwarzwald aus und historisch betrachtet sind Villinger ja eigentlich Österreicher. Erst ab 1805 gehörte die alte Reichsstadt zum Großherzogtum Baden. „Gut da können sie ja nichts dafür“, werden sich die meisten Besucher heute sagen – Villingen ist schön und das allein zählt.

Wer es genau wissen will: 1326 wurde die Stadt erbliche Herrschaft der Herzöge von Österreich. Für ihre Herren fielen die katholischen Villinger während des Bauernkrieges im Jahre 1525 so gründlich über das rebellische Bauerndorf Schwenningen her, dass das Dorf danach nur noch aus drei Häuser bestand. Umso erstaunlicher, dass sich die beiden einstigen Todfeinde 1972 zur ersten und einzigen badisch-württembergischen Doppelstadt vereinigten.

Allerdings munkelt man in Villingen-Schwenningen, dass die beiden Nachbarn während der Fastnacht im Schutze ihrer alemannischen Masken auch heute noch so manche alte Rechnung begleichen. Die Eigenheiten der Doppelstadt sind bis heute erhalten geblieben. Die Vereine gehören beispielsweise unterschiedlichen Landesverbänden an und bei der Telefonvorwahl geht man ebenfalls getrennt Wege.

9 Uhr: Frühstücken bei den Profis

Vermutlich will keiner im 24-stündigen Kurzurlaub lernen, wie man ein Cafe eröffnet – falls doch ist man im Kaffeehaus Villa genau richtig. Der Betreiber bietet Seminare zu allen Fragen rund um guten Kaffee an und dazu gehört auch eine ausführliche Beratung zur Frage: Wie gründe ich ein Cafe? Aber nicht nur deshalb gilt: Wer das Besondere sucht, muss ins Cafe Villa. Eine Teezeremonie und selbst geröstete Kaffee bietet schließlich nicht jeder.

Kaffeehaus, Villa Färberstrasse 23, montags bis freitags 8.30 bis 18 Uhr, samstags 8.30 bis 17 Uhr

Der Münsterbrunnen besticht durch seine plastischen Elemente. Foto: Lechner



10 Uhr: zum Tanz mit dem Teufel

Gerade mal 30 bis 40 Minuten sind es zu Fuß vom alten Stadtkern zu einem der geschichtsträchtigsten Orte von Villingen, dem Magdalenenberg. Eine mittelalterliche Richtstätte befand sich auf dem Hügel und im 17.Jahrhundert – als auch in Villingen Hexen verbrannt wurden – mieden die meisten Villinger ängstlich den Berg. Schließlich hatten mehrere Frauen unter Folter gestanden, dass sie sich dort nachts mit dem Teufel zum Tanze getroffen hätten. Seine überregionale Bedeutung verdankt er allerdings der Tatsache, dass dort 616 vor Christus ein keltischer Fürst bestattet wurde.

13 Uhr: an der Stadtmauer

Direkt im alten Stadtkern findet sich das „Restaurant am Pulvertürmle“. Die hübsche Terrasse wird direkt von der mittelalterlichen Stadtmauer begrenzt. Neben klassischen deutschen Fleischgerichten bietet die Speisekarte auch etliche Gerichte für Vegetarier und Fischliebhaber. Die Preise für eine Hauptmahlzeit liegen zwischen 13 und 30 Euro.

Restaurant am Pulvertürmle, Gerberstr. 35, geöffnet mittwochs bis samstags von 11.30 bis 13.30 Uhr und 18 bis 21 Uhr, sonntags von 11.30 bis 14 Uhr. Abends geschlossen.

14 Uhr: Narren im Museum

Wer wissen will, wie das Leben früher ausssah, der besucht das Heimatmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster. Auf drei Stockwerken beleuchtet es das Leben in Villingen von der Stadtgründung bis in die Neuzeit. Die alemannische Fastnacht und ihre vielfältigen Masken sind ein Schwerpunkt des Heimatmuseums.

Heimatmuseum geöffnet dienstags bis samstags von 13 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 17Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Fasnacht spielt im Villinger Heimatmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster eine große Rolle. Foto: Lechner



16 Uhr: Villingen prachtvolles Münster

Wer in Villingen weilt, der landet früher oder später beim mittelalterlichen Wahrzeichen der Stadt, dem prächtigen Münster. Das Wahrzeichen der Stadt ist ein Stilmix aus mehreren Jahrhunderten. 1130wurde der Bau im romanischen Stil begonnen und erst 1284 im gotischen Stil beendet. Das prächtige Innere des Münsters kann den ganzen Tag über kostenlos besichtigt werden. Vor dem Gotteshaus steht der 1989 vom Schonacher Künstler Klaus Ringwald entworfene Münsterbrunnen.

Das Münster ist tagsüber geöffnet und kann kostenlos besichtigt werden.

Eines der größten Glockenspiele im süddeutschen Raum befindet sich im Villinger Münster. Foto: Lechner



17 Uhr: Zu Toren und Türmen

„I ben d’ Obertorwart Hironimus, Xaver, Valentin, Fidelius, Engelbert Schupp, aber saget Fidel zu mir“,so begrüßt der Türmer Fidel die Gruppe, bevor er sie mitnimmt auf eine abwechslungsreiche und spannende Tour zu Toren und Türmen der einstigen Reichsstadt. Das Angebot an thematischen Stadtführungen ist groß. Es reicht von Rundgängen durch den Kurgarten bis hin zu den „20er Jahren im Spiegel der Villinger Künstler der Moderne“. Eine Übersicht gibt es auf der Seite der Stadtinformation.

Tourist-Info, Rietgasse 2, Telefon (0 77 21) 82 23 40.

18 Uhr: im Hubenloch

Nein, Villingens schönster Park liegt trotz seines Namens nicht in einem Loch –wie sonst könnte man dort den höchstgelegenen Rosengarten Deutschlands finden oder einen 25 Meter hohen Aussichtsturm, von dessen Spitze man einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen kann. Man kann den schönen Park aber auch einfach nutzen, um hier eine kurze Pause einzulegen. Beispielsweise auf einer der Bänke im Rosengarten. Rund neun Hektar ist die Parkanlage groß, wo sich auch ein großer Spielplatz für Kinder findet.

22 Uhr: In bester Lage

Rund um die alte Stadtmauer – also wenige Minuten vom alten Villinger Stadtkern entfernt – liegen gleich mehrere kleine, meist familiär geführte Hotels. Eines der beliebtesten ist das Parkhotel. Es bietet ein reichhaltiges Frühstück und geschmackvoll eingerichtete Zimmer zu moderaten Preisen direkt beim Stadtkern.

Parkhotel, Brigachstraße 8. Das Doppelzimmer gibt es ab56 Euro pro Person, das Einzelzimmer ab 49 Euro.

Wie kommt man hin

Wo sich Schwarzwald und Schwäbische Alb vereinen – da liegt Villingen. Von Karlsruhe sind es gut 150 Kilometer in die größte Stadt des Schwarzwald-Baar-Kreises, die gut mit Bahn und Auto zu erreichen ist.

Mit dem Auto: Viele Wege führen in die Doppelstadt, die auf 700 Meter liegt. Am bequemsten ist die Anfahrt über die A5 Richtung Süden. In Offenburg geht es dann Richtung Kinzigtal. Die B33 wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut und ist landschaftlich besonders reizvoll. Als Alternative kommt die Route über Stuttgart auf der A8 und weiter auf der A81 in Frage. In der Stadt gibt es zahlreiche Parkplätze und -garagen.

Mit dem Zug: Die Schwarzwaldbahn gilt als eine der schönsten Zugstrecken Deutschlands. Einfach in Karlsruhe einsteigen und nach knapp zwei Stunden in Villingen aussteigen.

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