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Spendenaktion für krebskranke Kinder

Karlsruher Stuntman Marko König will auf einem Porsche-Dach seinen eigenen Weltrekord übertrumpfen

Meister der Selbstinszenierung: Marko König mit dem gleichen Porsche mit dem er 1992 den Rekord auf dem Hockenheimring aufgestellt hat vor dem Karlsruher Schloss. Foto: Hauke Heuer

Von Hauke Heuer

Er liebt das Leben, die Gefahr und die Geschwindigkeit. Seit Jahrzehnten ist der Stuntman und Coach Marko König in Karlsruhe bekannt für seine waghalsigen Unternehmungen und seinen extravaganten Lebensstil. In zahllosen deutschen und amerikanischen Fernsehproduktionen raste er mit schnellen Autos über den Asphalt, brannte lichterloh wie eine Fackel oder stürzte aus furchteinflößenden Höhen.

Schauspieler wie Götz George und Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix ließen sich von ihm doubeln. Auch privat machte der Lebenskünstler von sich reden. 2017 tauschte er die Trauringe mit seiner Liebsten Liliana in einem Metallgestell, das von einem Helikopter in 250 Meter Höhe gezogen wurde.

Begonnen hat alles 1992 auf dem Hockenheimring. König kletterte auf das Dach eines Porsches mit 217 PS und hielt sich, nur mit der Kraft seiner Arme, über zwei Stunden auf dem Boliden, der von einem Rennfahrer,das Gaspedal am Anschlag, über die Rennstrecke gejagt wurde. 194 Kilometer in der Stunde erreichte der Porsche mit König auf dem Dach.

Das bescherte dem Stuntman einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Bis heute wagte es niemand,es König gleich zu tun, und seinen Rekord anzugreifen. Fast 30 Jahre nach seinem ersten Höllenritt will es der Adrenalinjunkie noch einmal wissen. Im kommenden Jahr wird er wieder auf das Dach eines Sportwagens klettern und versuchen, seine alte Bestmarke zu knacken.

Spenden gehen an Karlsruher Kinderklinik

1992 ging es dem damals erst 23-jährigen König darum, seinen Bekanntheitsgrad als Stuntman zu steigern und neue Engagements zu ergattern. Heute ist seine Motivation eine andere: „Ich möchte mit der Aktion Spenden für die krebskranken Kinder in der Kinderklinik Karlsruhe sammeln. Deshalb suche ich jetzt Sponsoren, die bereit sind, mich bei der Aktion zu unterstützen“, erklärt der Stuntman.

So sei es beispielsweise denkbar, dass die Unterstützer eine bestimmte Summe für jeden Stundenkilometer an den Förderverein der Kinderklinik zahlen, den sich König auf dem Dach eines Sportwagens hält. „Ich werde für das Geld kämpfen. Je schneller desto besser“, verspricht er.

Ich wollte, dass er noch schneller fährt, aber er hatte das Gaspedal schon durchgedrückt.
Marko König über seinen ersten Versuch

Dass er seinen eigenen Rekord einstellen kann, hält der Karlsruher für wahrscheinlich: „Beim ersten Versuch stand ich durch das offene Schiebedach ständig in Kontakt mit dem Fahrer. Ich wollte, dass er noch schneller fährt, aber er hatte das Gaspedal schon durchgedrückt“, erinnert sich der Grenzgänger.

Moderne Sportwagen hätten mehr PS und könnten noch schneller beschleunigen. In jedem Fall will König wieder auf einem Porschedach um die Kurven sausen. Die charakteristische Form der Karosserie eigne sich perfekt, um die Aerodynamik aufrechtzuerhalten und sich an den Oberkanten der Fenster festzukrallen.

51-Jähriger trainiert hart für Höllenritt auf Porsche-Dach

Bereits jetzt beginnt der 51-Jährige für die starken Belastungen, die bei dem Höllenritt auf seinen Oberkörper wirken, zu trainieren. „Ich mache Butterflys, Liegestütze und viel Stretching. Aber anders als früher stehen diesmal nicht die Muskeln, sondern der Kopf im Vordergrund“, erklärt König und fügt mit entschlossenem Blick und geballter Faust hinzu, „mein Motto lautet: Der Glaube kann Berge versetzen, aber der Wille den ganzen Horizont‘“.

In diesem Moment erleben wir den Motivationscoach König, der seit Jahren Menschen mit seiner sehr affirmativen „Königs-Methode“ hilft, tiefsitzende Ängste zu überwinden und eigene Grenzen zu überschreiten.

Insbesondere die von ihm entwickelte „Im Auge des Horizonts“-Technik soll es ihm ermöglichen, einen kühlen Kopf zu bewahren und den psychischen Belastungen standzuhalten. „Es geht darum, alle Stressoren und Ablenkungen auszublenden“, erklärt König, der als Stuntkoordinator seit Jahrzehnten mit Schauspielern arbeitet, die ihre eigenen Stunts durchführen und dabei ebenfalls ihre persönlichen Grenzen überschreiten müssen.

Ich kann mich selber sehr gut einschätzen und weiß genau, wo meine Grenzen liegen.
Marko König

Angst vor dem potenziell tödlichen Aufschlag auf dem harten Asphalt hat König nicht: „Ich werde den Fahrer durch das Schiebedach steuern. Ich kann mich selber sehr gut einschätzen und weiß genau, wo meine Grenzen liegen“,erklärt der Stuntman.

Auch Frau Liliana, die gemeinsam mit ihm seine Coaching-Agentur betreibt, hat keine Angst um ihn. „Ich vertraue Marko voll und ganz“, versichert sie und fügt hinzu, „davon abhalten könnte ich ihn sowieso nicht. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es auch bis zum Ende durch“.

Wohl nicht erneut auf dem Hockenheimring

Wo und wann genau der Weltrekordversuch stattfinden wird, ist noch unklar. Man sei derzeit im Gespräch mit verschiedenen Betreibern von Rennstrecken in Deutschland. Der Hockenheimring unweit von Karlsruhe komme wahrscheinlich nicht wieder infrage.

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