Skip to main content

Kritik am Islam

Wie ein syrischer Flüchtling seine Erlebnisse mit Poesie verarbeitet

Wegen des Bürgerkriegs flieht der Syrer Wael Chabou 2015 nach Deutschland. In Linkenheim-Hochstetten wartet er auf ein Wiedersehen mit seiner Familie – und beginnt, täglich ein Gedicht der Angst entgegen zu setzen.

Poesie der Immigration: Wael Chabou zeigt die bisher auf Arabisch und Deutsch erschienenen Gedichtsammlungen. Ein weiterer Band ist derzeit in Arbeit. Foto: Philipp Kungl

Angst, Verzweiflung, Depressionen: Als Wael Chabou im Jahr 2015 nach Deutschland kommt, ist mitnichten alles gut. Zwar gelingt es ihm, dem syrischen Bürgerkrieg zu entfliehen. Doch Chabous Gedanken kreisen weiter um seine Heimatstadt Damaskus, wo Ehefrau Ammar mit der kleinen Tochter Adel zurückbleiben muss. In ständiger Sorge um die Familie aktiviert der heute 46-Jährige die Macht der Worte: Er beginnt, jeden Tag ein Gedicht zu schreiben, um seine Erlebnisse und Ängste zu verarbeiten.

„Gedichte sind wie ein Ventil für mich”, sagt er. „In dieser schweren Zeit haben sie mir sehr geholfen.” Mehr als zwei Jahre dauert es, bis seine Familie endlich nachkommen darf. Währenddessen lebt Chabou mit anderen Flüchtlingen in einem Containerdorf in Linkenheim-Hochstetten – und er schreibt: auf Arabisch, später auch, so gut es eben geht, auf Deutsch. „Die grau Wolken in dem Himmel, ich erinner meiner Tochter. Die ist weit, die Trauer trägt mir. Aber...danke Elke und Erich weil ihr hier auf der Erde sind”, lautet etwa ein Text aus dem Jahr 2016.

Weiterlesen? Registrieren!

  • Zugriff auf alle Inhalte von BNN+
  • Kostenlos bis Jahresende, kein automatisches Abo
  • Weniger Werbung
Die BNN ist berechtigt, Ihre E-Mail-Adresse zur Information über eigene und ähnliche Produkte (wie BNN+, ePaper oder Zeitung) zu nutzen. Sie können der Verwendung jederzeit hier widersprechen, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
nach oben Zurück zum Seitenanfang