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Historische Geste

50 Jahre Kniefall von Warschau: Als Willy Brandt für Deutschland auf die Knie ging

Als erster Bundeskanzler besuchte der Sozialdemokrat Willy Brandt am 7. Dezember 1970 Polen. Am Mahnmal für die Opfer des Aufstandes in Warschau brach er alle Regeln des Protokolls. Das Bild vom Kniefall ging um die Welt.

Bitte um Vergebung: Am Mahnmal für die Opfer des Aufstandes im Warschauer Ghetto sank Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) vor 50 Jahren auf die Knie. Foto: Archivfoto dpa

Jeder Schritt fällt ihm schwer. Langsam, mit ernster, geradezu versteinerter Miene und den Blick unbestimmt in die Ferne gerichtet, geht der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) auf das Mahnmal für die Opfer des Aufstandes des Warschauer Ghettos im Jahr 1943 zu. Vor ihm tragen zwei Männer einen Kranz mit weißen Nelken, den sie vor der monumentalen bronzenen Skulpturengruppe des in Warschau geborenen jüdischen Künstlers Nathan Rapaport niederlegen.

Brandt bückt sich kurz, richtet die beiden schwarz-rot-goldenen Schleifen zurecht, erhebt sich wieder und geht ein paar Schritte zurück. In seiner Delegation herrscht angespannte Stille. Und dann, ohne Vorankündigung, sinkt der deutsche Regierungschef auf beide Knie und verharrt etwa eine halbe Minute regungslos, schweigend und tief bewegt auf den Stufen des Mahnmals. Das Aufstehen fällt ihm sichtlich schwer, als drücke ihn eine bleierne Last zu Boden.

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