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Torflaute hält an

Ex-Karlsruher Zoller zeigt dem KSC, wie es geht

Das Powerplay in der Schlussphase verpuffte am Ende wirkungslos. Auch gegen Bochum gelang dem KSC kein Tor. Wie es geht, zeigte dem Eichner-Team ausgerechnet ein früherer Karlsruher.

Geniestreich an alter Wirkungsstätte: Dem Ex-Karlsruher Simon Zoller gelingt per Lupfer das Siegtor für Bochum. Robin Bormuth, Philip Heise und Marius Gersbeck (von links) haben das Nachsehen. Foto: Helge Prang/GES

Kurz vor dem Abpfiff wäre der Karlsruher Sturmlauf dann doch noch fast belohnt worden. Es lief die 89. Minute, Dominik Kother schaufelte den Ball ein weiteres Mal in den Bochumer Strafraum, wo Malik Batmaz plötzlich völlig frei vor VfL-Torwart Manuel Riemann auftauchte, diesen aber mit seinem Kopfball aus sechs Metern vor keine große Probleme stellte. Die Szene stand an diesem Sonntagnachmittag symbolisch für einen KSC, der viel versuchte, dem auch einiges gelang, der aber in den entscheidenden Situationen erneut den Killerinstinkt vermissen ließ.

„Am Ende müssen wir so ehrlich sein, dass im Sechzehner des Gegners im Moment irgendwas fehlt“, resümierte Christian Eichner nach dem 0:1(0:1) im ersten Liga-Heimspiel gegen Bochum. Und da der KSC-Coach wusste, wen man im Karlsruhe am ehesten zutraut, die Torflaute nach den ersten drei Pflichtspielen zu beenden, fügte er direkt hinzu: „Das darf aber nicht allein der Name Hofmann sein.“ Auch am Sonntag blieb es müßig darüber zu spekulieren, ob genannter Hofmann bei der Batmaz-Chance kaltschnäuziger agiert oder bei den Kopfball-Gelegenheiten seines Vertreters Babacar Guèye genauer gezielt hätte.

Hofmann und Goller müssen krankheitsbedingt passen

Wie in der Vorwoche hatte Eichner auch diesmal auf Philipp Hofmann verzichten müssen. War der beste KSC-Schütze aus der Vorsaison beim 0:2 gegen Hannover noch auf eigenen Wunsch draußen geblieben – wahrscheinlich um seinen inzwischen wohl geplatzten Wechsel zu Union Berlin zu forcieren –, fiel Hofmann gegen Bochum krankheitsbedingt aus. Und da es auch Benjamin Goller erwischt hatte, rückte Kother in die Startelf.

Der KSC begann schwungvoll, investierte bereits in der Anfangsphase einiges und bekam von den Gästen rasch vor Augen geführt, was Effektivität heißt. Mittelstürmer Silvere Ganvoula verlängerte einen langen Ball von Bochums Torhüter Manuel Riemann auf Simon Zoller, der mit einem herrlichen Lupfer Marius Gersbeck im KSC-Tor keine Chance ließ. Hinterher sprach Zoller, der beim KSC den Sprung von der Junioren zu den Profis geschafft hatte, von „einem besonderen Gefühl“, an alter Wirkungsstätte getroffen zu haben.

Bochumer Trainer Reis sieht „dreckigen Sieg“

Eichner hatte indes in Zollers Geniestreich eine der Aktionen erkannt, „die meinen Jungs im Moment noch abgehen“. Dabei sei diese „viel schwieriger gewesen als die eine oder andere Situation, die wir in der Box des Gegners hatten“. Der KSC-Coach dachte vielleicht an Batmaz’ Möglichkeit kurz vor Schluss oder an Guèyes Kopfbälle. Der Senegalese hatte nach einer halben Stunde nur das Lattenkreuz und nach gut einer Stunde zweimal in Riemann seinen Meister gefunden. Hinzu kamen immer wieder Situationen, in denen die Karlsruher in aussichtsreicher Position zu lange zögerten wie etwa Marvin Wanitzek nach 20 Minuten oder Marco Djuricin kurz nach der Pause.

Die Bochumer, die zum Auftakt gegen den FC St. Pauli (2:2) noch 80 Minuten lang ziemlich dominant aufgetreten waren, hatten schon früh ihre Offensivbemühungen weitestgehend eingestellt. Die einzigen Ausnahmen: ein Kopfball von Robert Tesche nach einer Ecke von Robert Zulj, der knapp das Ziel verfehlte (45.), sowie ein satter Schuss des eingewechselten Ex-KSC-Spielers Danny Blum, den Gersbeck glänzend parierte (89.). VfL-Trainer Thomas Reis sprach hinterher denn auch von einem „dreckigen Sieg“.

Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen.
KSC-Spieler Marvin Wanitzek

Zwischen den beiden Bochumer Gelegenheiten spielte praktisch nur der KSC – erst recht, als dieser ab der 68. Minute einen Mann mehr auf dem Platz hatte. Gerrit Holtmann hatte sich bei seiner geplanten Auswechslung geweigert an der nächstgelegenen Außenlinie das Feld zu verlassen, was Schiedsrichter Marco Fritz erst mit Gelb und nach weiteren Widerworten mit Gelb-Rot quittierte. „Selber schuld“, befand Lukas Fröde, der Holtmann in dieser Szene zu Boden gestoßen und dafür Gelb gesehen hatte. Doch auch in Überzahl blieb den verzweifelt anrennenden Karlsruhern der Ausgleich verwehrt.

Somit wartet der KSC in dieser Saison nach dem Pokal-Aus gegen Union Berlin (0:1 n.V.) und der Auftaktniederlage in Hannover (0:2) weiter auf das erste Erfolgserlebnis. „Wir haben drei Spiele gespielt, waren uns der Schwere der Gegner bewusst. Worüber ich mir in der Form nicht bewusst war: Dass wir dreimal besser waren als der Gegner“, erklärte Eichner und ergänzte direkt: „Der Fußball ist aber ehrlich und manchmal auch brutal, deswegen haben wir heute 0:1 verloren.“ Vize-Kapitän Wanitzek stellte derweil klar: „Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, gehen den Weg konsequent weiter und hoffen, dass wir es nächste Woche besser machen werden.“ Am Samstag bei Jahn Regensburg kann dann vielleicht auch wieder Hofmann bei der Jagd nach dem ersten Saisontor mithelfen. Eichner rechnet damit, dass der Stürmer am Mittwoch auf den Trainingsplatz zurückkehrt.

KSC
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