Jerome Gondorf.
Jerome Gondorf. | Foto: GES

Zweitliga-Abstiegskampf

Jerome Gondorf fährt mit dem KSC zum Mentor nach Aue

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Am Sonntag in Aue, Anpfiff 13.30 Uhr, wird KSC-Profi Jérôme Gondorf seinen Förderer Dirk Schuster als Trainer der Heimelf im Erzgebirgstadion treffen – und dann „weh tun“ wollen. Diese Chance dazu sehe Gondorf für den Karlsruher SC, auch wenn dem Zweitliga-16. in Torjäger Philipp Hofmann und Manuel Stiefler zwei Stammkräfte wegen Gelb-Sperren fehlen.

Das Wiedersehen mit Schuster sei ein besonderes, gestand Gondorf bei der virtuellen Pressekonferenz des KSC. „Er war mein Mentor, hat mich zum Großteil zu dem Spieler gemacht, der ich bin. Ich freue mich, ihn zu sehen. Viel Körperkontakt wird nicht sein, davon war er sowieso nie ein großer Freund.“ Schuster hatte Gondorf bei den Stuttgarter Kickers trainiert, später nach Darmstadt geholt.

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Selbstbewusste Art polarisiert

Gondorf unterschätzt seinen Wert für den KSC im Abstiegskampf nicht. „Ich glaube, dass die Mannschaft inzwischen von mir als Person wie auch als Fußballer profitiert“, sagte er. Das heißt nicht, dass sich jeder darin mit seinem Selbstbewusstsein leicht tut.

„Ich spreche Dinge an, die auch mal unangenehm sind“, meinte der Mittelfeldspieler. Wenn er es für nötig erachtet, auch drastisch. Zuletzt gegen St. Pauli (1:1) nach schwacher erster Halbzeit. Ausgeprägt hat sich sein Selbstverständnis als Anführer in 110 Bundesligaspielen für Darmstadt, Bremen und Freiburg.

Fitness stimmt nach der Corona-Pause

Als er im Winter als Leihkraft vom SC zum KSC kam, fand er 29 Kollegen vor, die es zusammen auf 25 Erstligaeinsätze bringen. Seinen Führungsanspruch wusste Gondorf vor der Corona-Pause noch nicht zu untermauern.

„Ich fühle mich in einer körperlich sehr guten Verfassung und glaube, dass ich den Spielrhythmus gefunden habe“, ordnete der 31-Jährige sich nun ein.

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Gondorf würde mit Eichner und Bajramovic weitermachen

Christian Eichner? „Kommt relativ häufig und sucht sich einen Rat bei mir“, sagte Gondorf nun zum Spaß, als man ihn auf den sechs Jahre älteren Trainer ansprach. Im Ernst lobte er die „Stabilität“ und die wieder erlangte „Konkurrenzfähigkeit“ des Kaders, für die Eichner und Zlatan Bajramovic gesorgt hätten.

„Ich kann nur sagen, dass sie in meinen Augen einen sehr, sehr guten Job machen und der KSC gut daran täte, sie hierzubehalten – egal, wie es weitergeht.“ Und Eichner?

Der freute sich über die Absichtserklärungen aus dem Beirat, zu denen es keine weiteren Neuigkeiten gab. „Man hat sich das eine oder andere Mal ausgetauscht. Aber es ist nicht so, dass ich vor einer Vertragsunterschrift stehe“, erklärte Eichner.