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Studie vorgestellt

Bankkunden wollen mehr Regionalität

Die Bankfiliale ist auch in Corona-Zeiten nicht tot. Und 84 von 100 Kunden würden sich wünschen, dass sich ihre Hausbank mehr für die Region einsetzt. Das sind die Ergebnisse von zwei aktuellen Studien.

Handschlag statt Handy: Jeder vierte Bürger hat laut einer Umfrage innerhalb des vergangenen Monats eine Bankfiliale aufgesucht, um sich von einem Mitarbeiter beraten oder bedienen zu lassen. Corona lässt die Nachfrage nach Onlinebanking steigen. Foto: Patrick Pleul / dpa

Es sind zwei aktuelle Studien, die vor allem die Chefs von regionalen Kreditinstituten, wie Volksbanken und Sparkassen, aufhorchen lassen dürften: Laut einer Expertise der Unternehmensberatung Eurogroup Consulting (EGC/Frankfurt) wünschen sich 84 Prozent von 1.000 befragten Bankkunden in Deutschland, dass sich ihre Bank mehr für die Region und das regionale Wirtschaftsleben einsetzt.

„Kunden trauen Banken eine aktive Rolle als Förderer der Region zu“, so EGC-Partner Michael Matt. Eine weitere Studie, die das Heidelberger Vergleichsportal Verivox in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Ergebnis: 25 Prozent der Kunden haben innerhalb des vergangenen Monats eine Filiale aufgesucht, um sich von Mitarbeitern beraten oder bedienen zu lassen – trotz Corona-Pandemie.

Regionalbanken sind Vertrauensgewinner

Regionalbanken seien die großen Gewinner in puncto Vertrauen: Quer durch alle Altersgruppen bezeichnen 45 Prozent der Genossenschafts- und 43 Prozent der Sparkassenkunden das Verhältnis zu ihrer Bank als vertrauensvoll. Die anderen Bankengruppen kommen laut EGC-Studie auf einen Wert von 30 Prozent. Für Matt ist dies ein Anhaltspunkt, „dass Filialbanken mit Regionalität dem immer schwierigeren Preiskampf mit Direktbanken und Fintechs entgegenwirken können“.

Er nennt dafür ein konkretes Beispiel: Hausbanken könnten einen regionalen Online-Marktplatz zur Verfügung stellen, auf dem regionale Produkte und Dienstleistungen erhältlich sind. 88 Prozent der Befragten seien einem solchen Marktplatz gegenüber aufgeschlossen. 33 Prozent würden ihn auf jeden Fall nutzen.

Matt: „Ein regionaler Marktplatz kann die Konkurrenz mit international agierenden Plattformen aufnehmen und die Antwort auf Bigtechs sein, die immer näher an die Wertschöpfungskette der Banken rücken.“ Damit spielt er auf die Macht von Amazon, Google, Facebook & Co an.

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit dem Thema Onlinebanking und Nutzung der Filialen. Bei der Befragung des Marktforschungsinstituts Innofact unter 1.005 Verbrauchern gaben 26 Prozent an, Onlinebanking häufiger als vor Ausbruch der Corona-Krise zu nutzen. Diese Studie hatte Verivox beauftragt.

35 Prozent waren zuletzt vor über einem Jahr zur Beratung in der Bankfiliale

Dennoch war jeder Vierte innerhalb des vergangenen Monats mindestens einmal in einer Bank- oder Sparkassenfiliale mit einem Banker im Beratungsgespräch oder hat sich von diesem bedienen lassen. 7 Prozent der Befragten gehen für alle Bankangelegenheiten stets in die Filiale; der Rest erledigt zumindest manches online.

35 Prozent der Befragten haben hingegen zuletzt vor über einem Jahr eine Bankfiliale für ein Beratungsgespräch aufgesucht.

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