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Goldene Zeiten im Goldhandel

Sparkasse Pforzheim Calw spielt bei Edelmetall in der Bundesliga

Goldstadt – da denkt der Laie zunächst an die Schmuckindustrie Pforzheims. Doch da wäre auch noch der Goldhandel. Die Sparkasse Pforzheim Calw dreht da ein besonders großes Rad – im Corona-Jahr lief es noch schneller.

Großer Turm, große Sparkasse: Die Sparkasse Pforzheim Calw bleibt unangefochten die Nummer eins in Baden-Württemberg. Bundesweit zählt sie zu den Top-Goldhändlern. Foto: Andreas Laich

Nomen est omen: Die in der Goldstadt beheimatete Sparkasse Pforzheim Calw bleibt „mit Rang zwei oder drei“ eine Größe im Goldhandel.

„Im Edelmetallgeschäft sind wir Bundesliga“, sagt Vorstandschef Stephan Scholl beim Bilanzpressegespräch.

Coronabedingt wollten die Menschen im Jahr 2020 mehr Sicherheit – entsprechend stark stieg die Nachfrage nach Edelmetall. 16 (2019: 9,5) Tonnen wurden allein an Gold gehandelt.

Die Anlagegoldkonten, die in Gramm geführt werden, legten dabei mit 4,1 (2019: 3,7) Tonnen zu. Angekauft werden kann neuerdings auch online über die Internet-Filiale des Kreditinstituts.

14 „nicht mehr zeitgemäße“ Filialen geschlossen

Das Online-Banking bleibt ohnehin ein großes Thema für den Primus unter den Südwest-Sparkassen. Im Gegenzug wurden 14 Filialen geschlossen. Diese seien nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagte Scholl. Der Vorstand verfolge keine Strategie, klassische Filialen zu schließen. „Wir wollen Kompetenz in der Fläche halten“, so der Sparkassenchef. Bei anderen Kreditinstituten sei das anders. „Wir sind da die Orchidee.“

Die Pandemie hat Pläne der Sparkasse, in Ebhausen und Bad Wildbad eine Misch-Nutzung von Filialen zu testen, verzögert. Dort sind bereits Schließfächer eingebaut, in die Zusteller Pakete ablegen können – auch die des örtlichen Einzelhandels. Von dem Pilotprojekt verspricht sich das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut zum einen eine höhere Kundenfrequenz; zum anderen soll damit der stationäre Handel unterstützt werden.

Der klassische Einzelhandel leidet bekanntlich in der Pandemie besonders – und honoriert laut Sparkassen-Vorstand Sieghardt Bucher umso mehr die „Stammkunden-Vorteilswelt“ der Sparkasse. Über 100.000 Sparkassen-Kunden bekommen unter anderem im regionalen Einzelhandel Vergünstigungen, wenn sie ihre Sparkassenkarte beim Bezahlen zücken.

Gleichzeitig ist dies für das Kreditinstitut ein Instrument zur Kundenbindung – bekanntlich ist der hiesige Bankenmarkt umkämpft. Den Wechsel des Girokontos hat der Gesetzgeber leichter denn je gemacht.

Einlagen und Kundenkredite halten sich die Waage

Die Bilanzsumme der Sparkasse stieg um 18,9 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Das liegt vor allem daran, dass das Geldhaus lukrative Refinanzierungsangebote der Europäischen Zentralbank genutzt hat.

Auffallend ist beim Blick auf die Aktiv- und Passivseite der Bilanz, dass das Kundenkreditvolumen (9,8 Milliarden Euro) und das Kundeneinlagenvolumen (9,7 Milliarden Euro) nahezu gleich hoch ist.

Das ist bei anderen Sparkassen und Volksbanken anders, bei denen die Einlagen überwiegen – in EZB-Nullzinszeiten ist dies für diese ein klarer Wettbewerbsnachteil. Zudem belegt diese Struktur einmal mehr das starke Gewerbe- und Firmenkundengeschäft der Sparkasse Pforzheim Calw, das sie selbst refinanzieren kann. „Kreditversorgung der Region. Einlagen aus der Region“, bringt es Scholl auf den Punkt.

Ungewöhnlich ist zudem für eine Sparkasse, dass sich die Pforzheimer Banker weiterhin eine Außenhandelsabteilung mit eigenem Korrespondenzbankennetz in der Welt leisten. In turbulenten Zeiten für Im- und Export sei dies besonders ein Trumpf, so der stellvertretende Sparkassenchef Hans Neuweiler.

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