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60 Roller in Pforzheim

E-Scooter abstellen ist entlang der Enz verboten

Seit einigen Wochen sieht man sie an vielen Stellen in der Pforzheimer Innenstadt: E-Scooter zum Mieten. Trotz Lockdown und winterlichen Temperaturen erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

Timo Gans ist mit dem Start zufrieden: Die E-Scooter in Pforzheim werden offenbar gut angenommen Foto: Stefan Friedrich

Eine erste Zwischenblanz von Zeus Scooters, die seit Dezember E-Scooter in Pforzheim anbieten, fällt positiv aus: In zwölf Städten sind sie bislang vertreten; Pforzheim lief besser an als erwartet.

Es ist bereits die ungewöhnliche Art dieser E-Scooter, die auffällt: Sie verfügen über drei, statt nur über zwei Räder. „Vom Fahrgefühl her ist das ein großer Unterschied“, erklärt Timo Gans von Zeus Scooters. Die Achse sei stabiler und gibt deutlich mehr Halt, ist also für Menschen aller Altersklassen geeignet, versichert Gans.

Auch wenn der Gesetzgeber solchen Rollern ein Sondernutzungsrecht einräumt – sie dürften auch ohne Einverständnis der Stadt abgestellt und angeboten werden – ist Gans die Kooperation mit der Verwaltung wichtig. „Wir wollen kein aggressiver Mitbewerber sein, der sich einfach breit macht, sondern gemeinsam mit der Stadt Konzepte erarbeiten.“

Dass die seitens der Verwaltung eingebrachten Wünsche ernst genommen werden, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es bestimmte Bereiche gibt, in denen die E-Scooter nicht abgestellt werden können – auf Wunsch der Stadt. Technisch ist das problemlos möglich.

Die meisten Menschen fahren mit den Rollern aus dem Pforzheimer Zentrum nach Hause

Die Nutzung der Roller wird über eine App gesteuert. Hat man sich eingeloggt, sieht man nicht nur, wo sich der nächste E-Scooter befindet; es gibt überall auch rote Flächen – beispielsweise entlang der Enz. Dort darf nicht geparkt werden. Wer es dennoch versucht, wird quasi zur Kasse gebeten: Die Fahrt gilt dann als noch nicht beendet und es werden weiter die Minuten gezählt und mit jeweils 19 Cent abgerechnet.

Von diesen Flächen abgesehen, kann man den E-Scooter innerhalb der Stadt aber überall abstellen, wo man will. Free-Floating-Prinzip nennt Gans das.

Weil tendenziell mehr Menschen den Roller benutzen, um aus der Innenstadt in die Randbezirke zu fahren, ergibt sich jedoch ein anderes Problem: Irgendwann würden die Scooter im Zentrum ausgehen. Doch auch dafür hat das Unternehmen eine Lösung gefunden. Täglich werden die Roller von Mitarbeitern wieder zurück in die Innenstadt gebracht.

Unternehmen will bis zum Sommer in Pforzheim noch mehr E-Scooter austeilen

Wie Pforzheim hätten inzwischen auch viele andere Städte den Mehrwert von E-Scootern erkannt, bemerkt Gans. Sie sind nachhaltig und werden oft nur mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen. Die Flotte selbst wird variabel gehalten.

Über die App kann das Unternehmen einsehen, wie groß die Nachfrage ist. So können sie schnell nachsteuern. Zusätzliche Roller werden bereitgestellt, wenn der Bedarf hoch ist; im anderen Fall können die Roller aber auch schnell reduziert werden. Der „Spagat zwischen Überfluss und Knappheit“ soll so gelingen, erklärt Gans.

Der Blick richtet sich dabei auch auf den Sommer. „Wenn es so gut weiterläuft, wie momentan, dann werden wir in den dreistelligen Bereich kommen“, ist Gans zuversichtlich. Dann könnte sich auch die Anzahl der derzeit verfügbaren rund 60 E-Scooter fast verdoppelt haben.

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