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Nominierungsveranstaltung in Maulbronn

Grüne wählen Landes-Behindertenbeauftragte aus Eppelheim zur Bundestagskandidatin

Mit einer Zustimmung von 90 Prozent wird Stephanie Aeffner nach dem Rückzug von Sandra Rixen als einzige Kandidatin für den Bundestag in der Maulbronner Stadthalle nominiert. Für ihre Rede erhielt sie viel Applaus.

Klare Entscheidung: In der Maulbronner Stadthalle wählten die anwesenden Mitglieder Stephanie Aeffner zur Bundestagskandidatin der Grünen. Nach der Wahl erhielt sie Blumen und eine Tasse. Foto: Nico Roller

Schnell, geordnet und ohne besondere Vorkommnisse haben die Parteimitglieder entschieden: Stephanie Aeffner ist die Bundestagskandidatin der Grünen für den Wahlkreis 279, zu dem neben der Stadt Pforzheim auch der Enzkreis gehört.

Bei der Nominierungsversammlung in der Maulbronner Stadthalle trat Aeffner am Dienstagabend nach dem Rückzug von Sandra Rixen als einzige Bewerberin an und erhielt von den 21 anwesenden Mitgliedern 19 Ja-Stimmen. Es gab zwei Enthaltungen und keine Gegenstimmen. Das entspricht einer Zustimmung von etwas mehr als 90 Prozent.

Aeffner beschreibt sich selbst als „Gerechtigkeitspolitikerin“ und will den Schwerpunkt auf die Sozialpolitik legen. Seit 2016 ist sie Behindertenbeauftragte des Landes, nachdem sie zuvor viele Jahre als Sozialarbeiterin gearbeitet hatte, unter anderem in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und als Qualitätsmanagerin in einer Klinik.

Aufgrund ihres langjährigen Engagements in der Landespartei rechnet sie sich gute Chancen auf einen aussichtsreichen Listenplatz aus. Hört man ihr in der Maulbronner Stadthalle zu, dann stellt man fest: Markige Sprüche und deftige Worte scheinen nicht ihr Stil zu sein. Aeffner setzt auf Sachargumente.

In ihrer knapp zehnminütigen Vorstellungsrede spricht die 44-Jährige ruhig und besonnen. Unter anderem erklärt sie, im kommunalpolitischen Engagement das Erfolgsgeheimnis der grünen Partei zu sehen. Die Bewältigung der Corona-Pandemie hält sie für wichtig, aber dabei dürfe man die anderen Probleme nicht vergessen. Etwa die „Klimakrise“, die gesellschaftliche Spaltung oder die „Gefahr von rechts“.

Aeffner spricht von Gerechtigkeit und von Selbstbestimmung: Das seien ihre Werte, für die sie auch als Behindertenbeauftragte arbeite. Soziale Daseinsvorsorge ist ihr wichtig, sagt die Kandidatin und fordert unter anderem, Krankenhäuser nicht länger auf Effizienz zu trimmen, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern und sie über eine Bürgerversicherung zu finanzieren.

Hartz IV sichere höchstens das Überleben, aber „kein soziales Leben in der Mitte der Gesellschaft“, sagt Aeffner, die als Bundestagsabgeordnete für Ansprechbarkeit und Sichtbarkeit sorgen und eine Brücke zwischen Berlin und der Region bauen will. Sie verspricht, mit „ganzer Kraft und ganzem Herzen“ im Wahlkreis präsent zu sein.

Ich bin in der Politik, weil ich zuhören will.
Stephanie Aeffner, Bundestagskandidatin der Grünen.

„Ich bin in der Politik, weil ich zuhören will.“ Nach ihrer Nominierung will die in Eppelheim im Rhein-Neckar-Raum lebende Kandidatin voll in den Wahlkampf einsteigen und zunächst die beiden grünen Landtagskandidaten Stefanie Seemann und Felix Herkens unterstützen. Für sie ist klar: „Wir dürfen Hass und Hetze, wir dürfen rechten Gruppierungen den Raum nicht überlassen.“ Deswegen müsse man in ihre Hochburgen gehen und den Menschen zeigen, „dass wir ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen“.

Für ihre Rede erhält Aeffner in der Maulbronner Stadthalle viel Applaus. 21 stimmberechtigte Mitglieder sind anwesend, die meisten der in großem Abstand zueinander stehenden Stühle bleiben am Dienstagabend aber unbesetzt. Offenbar hatte man mit ein paar Teilnehmern mehr gerechnet.

Bleibt gesund und zuversichtlich, es wird alles gut.
Kreisvorsitzende Friederike Keitel zu den Anwesenden.

Wie viele Mitglieder der Kreisverband Pforzheim und Enzkreis insgesamt hat, will Kreisvorsitzende Friederike Keitel auf Kurier-Nachfrage nicht verraten. Als die Veranstaltung nach einer Dreiviertelstunde endet, bedankt Keitel sich bei allen für ihr Kommen und sagt, sie habe nicht damit gerechnet, dass man so schnell sein werde. „Bleibt gesund und zuversichtlich“, ruft sie den Anwesenden zu: „Es wird alles gut.“

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