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Erste Hilfe für Radler

Radservice-Punkt auf der Schwanner Warte kommt beim ADFC gut an

Seit wenigen Tagen finden Radfahrer im Fall des Falles Hilfe beim ersten Radservice-Punkt im Enzkreis. Besonders für den touristischen Verkehr ist der Standort aus Sicht des ADFC gut gewählt – für Alltagsfahrer wäre noch Luft nach oben.

„Sehr gut“: So fällt das Urteil aus, nachdem Markus Lederer vom ADFC-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis auf der Schwanner Warte den Service-Punkt auf Herz und Nieren geprüft hat. Foto: Stefan Friedrich

Ist der Reifen platt, das Licht kaputt oder der Sattel zu hoch und man hat gerade kein Werkzeug zur Hand, dann kann man seit Kurzem auf der Schwanner Warte Hilfe finden. Die Gemeinde Straubenhardt wirbt mit dem ersten Radservice-Punkt im gesamten Enzkreis, der wichtige Hilfsmittel für den Notfall bereithält.

Es ist eine weiße Säule mit Schraubendreher, Winkelschlüsselsatz, Reifenheber und Luftpumpe, die hier am oberen Ende des Parkplatzes steht. Wie viel Druck bei welcher Reifenbreite empfohlen ist, kann man direkt einer Tabelle entnehmen. Reguliert werden kann dabei übrigens nicht nur der Reifendruck von Fahrrädern, sondern auch von Kinderwagen, Anhängern oder Rollstühlen, teilt die Gemeinde in einer Presseerklärung mit.

Den ersten unabhängigen Test hat die Service-Station direkt bestanden. Markus Lederer, Sprecher des Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat diese auf Bitten unserer Redaktion intensiv geprüft.

Positives Urteil über das Angebot

Sein Urteil fällt am Ende positiv aus: „Sehr gut“ seien die Möglichkeiten, die dem Radfahrer hier gegeben werden. Sein erstes Augenmerk galt dabei den Torx-Schlüsseln. „Das sind die normalen Sechskant- oder Imbusschlüssel“, die hier in verschiedenen Größen verfügbar seien, erklärt Lederer. „In letzter Zeit werden immer mehr Schrauben mit Torx verbaut“, so der Experte.

„Von daher ist es natürlich sehr wichtig, dass diese Schlüssel auch vorhanden sind“ – etwa, wenn man die Bremse einmal nachstellen muss. Den passenden Schlüssel für sein eigenes Rad hat er schnell gefunden. „Dass man daran gedacht hat, das ist gut.“ Auch für die Pumpe findet er lobende Worte: Ebenfalls „sehr gut“ bewertet er auch diese nach dem Selbstversuch. Der Radservice-Punkt hat ihn in Sachen Funktionalität auf jeden Fall überzeugt.

Aus seiner Sicht ist diese Station „Anerkennung und Wertschätzung“ für die vielen Fahrradfahrer zugleich, zumal ähnliche Service-Punkte im gesamten Umkreis nicht so einfach zu finden sind. Zumindest sind sie noch nicht auf einer interaktiven Karte der Initiative Radkultur Baden-Württemberg verzeichnet, die auch den Service-Punkt auf der Schwanner Warte finanziell unterstützt hat.

Dass es der erste seiner Art im gesamten Enzkreis ist, das findet Lederer deshalb „schon toll“, gibt aber zu bedenken, dass dieser Radservice-Punkt vor allem den touristischen Radverkehr bedient.

Standorte in Einkaufszentren wären idealer

Für diesen sei der Standort auf der Schwanner Warte angesichts der vorhandenen Einkehrmöglichkeiten auch gut gewählt. Ob das allerdings auch für den Alltagsverkehr zutrifft, daran hat er zumindest Zweifel. Hier wären Standorte etwa an Einkaufszentren idealer, gibt er zu bedenken.

„Vor den Geschäften findet man meistens nur mickrige Fahrradständer und viele Autos“, aber keine solchen Radservice-Punkte, auch wenn die vielleicht manchen dazu animieren konnten, aufs Fahrrad umzusteigen: Würde man während der Fahrt merken, dass am Rad etwas nicht stimmt, dann hätte man nämlich in unmittelbarer Nähe eine gute Hilfe.

Das ist durchaus ausbaufähig.
Markus Lederer, Sprecher des Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC)

„Das ist durchaus ausbaufähig“, sieht Lederer insofern Potenzial in den Radservice-Punkten – gerade auch im Hinblick auf die Mobilitätswende, die auch Straubenhardt langfristig einleiten will. Insofern sei die Station auf der Schwanner Warte nur als ein erster Schritt zu sehen, als ein Baustein, dem nun weitere folgen müssen.

„Schaut man sich die Fahrradwege in Straubenhardt an, dann sind sie, so wie sie ausgewiesen sind, nicht unbedingt alltagstauglich“, kritisiert Lederer und verweist exemplarisch auf die Verbindung der Ortsteile Schwann und Conweiler.

Statt über die Warte oder unten übers Tal fahren zu müssen – „damit lockt man keine neuen Radfahrer auf die Straße“ – wäre aus seiner Sicht eine Option, die Hauptstraße zu beruhigen und für Radfahrer attraktiv zu machen.

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