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Mangel an Fachkräften

Fachkräfte aus dem Ausland helfen in Pforzheimer Kitas aus

Drei Frauen aus Barcelona helfen in den Kitas der Evangelischen Kirche in Pforzheim aus. Ein Jahr muss das Trio durchhalten, um das Anerkennungsjahr hinter sich zu bringen. Danach haben sie freie Wahl, wo sie arbeiten wollen.

Mercé Budí Bartumeus, Ariadna Perez Sanchez, Clara Benito Oliva (vorne, von links) arbeiten in den Kitas mit. Foto: Susanne Roth

Alle Beteiligten sind sich bewusst: Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein des Fachkräftemangels.

Aber es ist ein Anfang – und ein mutiger noch dazu. Genau gesagt sind es drei Tropfen, in Gestalt von drei jungen Frauen aus dem katalonischen Barcelona, die seit Anfang Oktober in Pforzheim wohnen und Kinder betreuen.

Es ist laut Oliver Koch (Bildung und Berufliche Qualifizierung, BBQ) der zweite Durchlauf in Kooperation mit Partnern wie der ZAV-Zentrale Auslands -und Fachvermittlung (Agentur für Arbeit) sowie spanischen Partnern, bei dem Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutiert werden.

Neuland für die Evangelische Kirche in Pforzheim

Aber für die Evangelische Kirche in Pforzheim ist es über den Kontakt mit dem Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft das erste Mal, dass man dem Mangel an Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas mit Hilfe des Auslands beizukommen versucht. Mercé Budí Bartumeus (26), Ariadna Perez Sanchez (25) und Clara Benito Oliva (27) wurden allerdings nicht aus dem Pool von 200 Bewerbern zusammen mit weiteren 16 Kandidaten nach Deutschland gebracht, um sie dort willkürlich zu verteilen, wie die Abteilungsleiterin Familie, Bildung und Erziehung der Diakonie Pforzheim Sabine Ghafoor-Zadeh betont.

In Vorgesprächen wurden die – wie Diakonie-Geschäftsführerin Sabine Jost hervorhebt „sehr gut ausgebildeten“ – Fachkräfte per Zoom interviewt. Und sie durften sich letztlich auch ihren Arbeitsplatz unter der Obhut des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Pforzheim aussuchen.

Fachkräftemangel zieht sich wie ein roter Faden durch alle 22 Einrichtungen

Fachkräftemangel ist längst keine Zukunftsmusik mehr und durchzieht wie ein roter Faden laut Jost alle 22 Einrichtungen. Während Clara Benito Oliva mit ihrem Wunsch nach Natur seit Anfang Oktober in der Kita Birkenweg auf dem Buckenberg Dienst tut, sind ihre Kolleginnen in der „Schatztruhe“ im Volksbankhaus und in der Pestalozzistraße in ihren Gruppen im Einsatz. Die im Übrigen, so erzählt das Trio, viel kleiner sind als sie es von Spanien beziehungsweise Katalonien kennen.

Fachkräfte haben bereits in ihrer Heimat Deutsch gelernt

„Und sie können ihre Schuhe schon selbst binden“, stellte Ariadna Perez Sanchez fest, die lachend einräumt, dass Kinder in Spanien „viel mehr verwöhnt werden“. In ihrer Heimat haben sie bereits einen B1-Deutschlehrgang absolviert, einmal in der Woche gibt es weiterhin Deutschunterricht für die B2-Stufe.

Trio muss ein Jahr durchhalten

Und ein Jahr muss das Trio durchhalten, um das Anerkennungsjahr hinter sich zu bringen. „Danach haben sie die freie Wahl, wo sie hinwollen. Wir hoffen natürlich, sie halten zu können“, so Frank Burghardt, Leiter der Kirchenverwaltung der Diakonie. Die Zeichen stehen nicht zuletzt dank der Betreuung durch die Mentoren Oliver Koch und seiner Frau Yereire Oqnendo Rodriguez gut.

Wir hoffen natürlich, sie halten zu können.
Frank Burghardt, Leiter der Kirchenverwaltung der Diakonie

Zwar haben die drei jungen Frauen wegen der „vielen Dokumente, viel Amt“ (Clara Benito Oliva) bisher nur die Schmuckwelten gesehen und visieren als nächstes einen Besuch im Wildpark an – aber das Wort „Heimweh“ scheinen sie nicht zu kennen. Im buchstäblichen Sinn. Selbst die Mentorin muss nach Umschreibungen suchen.

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