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Mehrgleisige Pläne

Die Maske ist beim Weihnachtsgottesdienst in Pforzheim gesetzt

Die beiden großen Kirchen Pforzheims sehen sich ein einer ähnlichen Situation wie vergangenen Winter. Weihnachten steht vor der Tür, aber noch ist unklar, wie das Fest gefeiert werden soll und kann.

Herz-Jesu-Kirche: An Weihnachten 2020 blieb das Gotteshaus in Pforzheim leer. In welchen Kirchen diesmal Präsenzgottesdienste gefeiert werden, ist noch nicht klar. Foto: Daniel Streib

Weihnachtsgottesdienste der Evangelischen und der Katholischen Kirche Pforzheim soll es sowohl drinnen als auch im Freien sowie online geben.

„Wir planen wie im Vorjahr mehrgleisig mit vielen Out-door-Veranstaltungen“, beschreibt Claudia Becker den momentanen Stand bei den Protestanten hinsichtlich Weihnachten und verweist auf erprobte Schutzkonzepte.

Die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit thematisiert die Frage, ob Präsenzgottesdienste in den Gemeinden angesichts der in Pforzheim hohen Inzidenzzahlen sinnvoll seien. Was wo und welcher Art stattfinden wird, soll bei einer Pressekonferenz Anfang kommender Woche kommuniziert werden.

Land nimmt Kirchen von 3G- und 2G-Regelung aus

Fest steht seit Samstag: Auch nach den neuen Landesvorgaben sind Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen drinnen von 3G-, beziehungsweise 2G- und 2G-plus-Regelung ausgenommen.

Für „einzelne Gottesdienste“ könnten in der jetzigen Alarmstufe 2G-plus-Regeln gelten, heißt es auf der Homepage der Evangelischen Kirche Pforzheim. „Bisher hat es das nur in der Reihe ,Advent anders’ in der Schloßkirche gegeben“, erklärt Becker.

Ebenso wie bei der Katholischen Kirche ist lediglich das Tragen einer Maske Pflicht und das Einhalten des Abstands in den Kirchen: Die vorgegebenen 1,5 Meter Abstand hat man hier wie dort auf zwei Meter ausgedehnt. Zudem werden die Daten der Besucher erfasst.

Diese Herangehensweise habe sich in der Pandemie bislang bewährt, teilt Marc Mudrak, Pressesprecher der für Pforzheim zuständigen Erzdiözese Freiburg, auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Er lässt wissen, dass es im Sommer auch innerhalb der Erzdiözese Überlegungen zu 3G- oder 2G-Gottesdiensten gegeben habe, um in den Kirchen Abstände abzuschaffen und so mehr Menschen zuzulassen. Diese seien aber obsolet geworden durch die Corona-Verordnung vom 24. November, „die in Gottesdiensten zwingendermaßen Abstände erfordert“.

Normales Gottesdienstangebot mit drei Christmetten

Es gebe ein normales Gottesdienstangebot an den Weihnachtsfeiertagen, mit Veranstaltungen in Kirchen, aber auch im Freien; hinzu kämen Live-Streams auf dem Youtube-Kanal der Kirche am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, erklärt Pfarrer Georg Lichtenberger. Vorgesehen sei zudem eine ökumenische Feier.

Der Leiter der katholischen Kirchengemeinde Pforzheim weist darauf hin, dass durch die Abstandsregelung ohnehin nur ein kleiner Anteil an Besuchern zugelassen ist.

„In die größte Kirche St. Franziskus dürfen seit Mai 2020 maximal 120 Gläubige kommen.“ Platz gäbe es für 600. „Entsprechend geht die Zahl bei kleineren Kirchen herunter.“

Etwa müsse in Gotteshäusern mit Sitzbänken statt Bestuhlung jede zweite Bank gesperrt werden. Und in der Franziskus-Kirche seien zuletzt im Schnitt 70 von erlaubten 120 Besuchern gekommen. „Die Menschen sind froh, dass sie überhaupt Gottesdienste feiern können, aber etliche kommen nicht mehr.“

An Weihnachten jedoch dürfte es auch in diesem Jahr weit mehr Menschen als an normalen Sonn- und Feiertagen in die Gottesdienste ziehen. Das Konzept der katholischen Kirche lautet daher, ganz viele Live-Gottesdienste anzubieten, wie Lichtenberger ausführt.

Durch die große Auswahl will man verhindern, dass zu viele Menschen am selben Ort miteinander feiern. Drei Kirchen – Antonius, Franziskus und Elisabeth – böten Christmetten an. Genaueres zur Weihnachtsplanung stellt Lichtenberger für Mitte bis Ende dieser Woche nach einem Treffen mit dem Bischof in Aussicht.

Wir unternehmen alles, damit so viele Menschen wie möglich sicher und mit gutem Gefühl in den Gottesdienst gehen können.
Marc Mudrak, Sprecher Ordinariat Freiburg

„Wir unternehmen alles, damit so viele Menschen wie möglich sicher und mit gutem Gefühl in den Gottesdienst gehen können“, hebt Sprecher Mudrak vom Ordinariat Freiburg hervor, dass die Gesundheit oberste Priorität habe. Pfarrer Lichtenberger setzt auch Verantwortungsbewusstsein voraus. „Die Leute sind groß.“

Es werde nicht alles gemacht, was die Verordnung erlaube, erklärte Pressereferentin Becker das Credo der Protestanten. Gemeinden seien besonders in der jetzigen Alarmstufe 2 seitens der Landeskirchen aufgefordert zu prüfen, ob ihre Kirchen für Präsenzgottesdienste an Weihnachten geeignet seien. Kleinere Häuser sollten möglichst nach draußen gehen.

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