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Wohnen in Pforzheim

Pforzheimer Wohnbauprojekt „Tiergarten II” nimmt die nächste Hürde

Das umstrittene Wohnbauprojekt „Tiergarten II” in Pforzheim hat die nächste bürokratische Hürde mit der Änderung im Flächennutzungsplan genommen. Einige Untersuchungen stehen allerdings noch aus. Und die könnten den Zeitplan durcheinander bringen.

Es geht voran beim Wohnbauprojekt Tiergarten II. Nun kann die Natur untersucht werden. Foto: Ehmann

Es geht voran beim Bauprojekt „Tiergarten II”. Durch eine einstimmige Entscheidung des Nachbarschaftsverbands Pforzheim kann das Areal nun untersucht werden, und zwar vor allem auf umwelt- und artenschutzrechtliche Aspekte.

Das jedenfalls steckt letztendlich hinter der Entscheidung des Gremiums, das sich aus politischen Vertretern Pforzheims, Niefern-Öschelbronns, Birkenfelds und Ispringens zusammensetzt und eigentlich nur eine Hauptaufgabe hat: die Ausweisung von Baugrund im Flächennutzungsplan. Das war bislang ein Problem für das Projekt im Tiergarten, das unter anderem wegen seiner Hochhauspläne und einer dagegen gegründeten Bürgerinitiative in die Schlagzeilen geraten war.

Formell war das Areal zwischen der Straße des 3. Husarenregiments und der Lion-Feuchtwanger-Allee noch als Sonderfläche gekennzeichnet für Bauten im Zusammenhang mit der Hochschule. Dabei hatte die Stadt im September 2019 nach einem Wettbewerb längst einen Bebauungsplan als Wohngebiet aufgestellt. Nun musste gewissermaßen der erste Schritt nach dem zweiten gemacht werden und diese Entscheidung vom Großraumverband gebilligt werden.

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch verteidigte den Hochhaus-Kompromiss gegenüber der kommunalen Nachbarschaft. Foto: Ehmann

Wenngleich das Gremium für Inhaltliches nicht zuständig war, nutzte die Ispringer Gemeinderätin Elisabeth Vogt die Sitzung zu einem Appell an Oberbürgermeister und Sitzungsleiter Peter Boch (CDU) - und damit indirekt auch an die Stadt und die Bürgerinitiative im Tiergarten. „Mein Wunsch ist es, dass Sie das nochmal überdenken”, sagte sie mit Hinweis auf Einfamilienhäuser, die im Bebauungsplan ebenso vorgesehen sind wie Mehrfamilienhäuser. „Es ist zumindest der Versuch, zu verdichten”, sagt sie. Und auch Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner (CDU) deutete an, sich mehr Mitsprache bei den Inhalten zu wünschen, wenngleich er dem Antrag zustimmte.

Noch wird nicht gebaut

Gebaut werden kann allerdings noch nicht. Erst einmal müssten die Untersuchungen abgeschlossen sein, erklärt die Geschäftsstellenleiterin des Verbands Daniela Arnolds. Damit rechne sie gegen Jahresende - wenn alles nach Plan verlaufe. „Da kann natürlich immer alles auftauchen”, wie etwa bedrohte Tierarten, für die man dann gegebenenfalls Lösungen finden müsse.

Neben dem Großprojekt im Tiergarten wurden noch vier kleinere Änderungen im Flächennutzungsplan beschlossen, hier allerdings als Vorstufe zu noch nicht abgestimmten Bebauungsplänen. Dabei ging es um eine Fläche für eine Kita Im Fuchsenacker in Büchenbronn, um die Ausweisung zweier Wohngebiete in der Industriestraße in Huchenfeld sowie am Riebergle und schließlich für eine Kirche an der Wildbader Straße östlich des Sandwegs.

Daneben prüft der Verband laut Arnolds derzeit 30 Flächen als Wohn- oder Gewerbeflächen in einem mehrjährigen Verfahren. „Das werden am Ende sicherlich ein paar weniger werden”, sagt sie. Diskussionen in Gremien und Öffentlichkeit seien ab 2021 vorgesehen. Der Verband schließt das Jahr 2019 mit einem Plus von rund 8.000 Euro trotz eines geplanten Verlusts, da man auch Fachgutachten verzichtet und stattdessen eine Vollzeitstelle geschaffen habe.

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