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Akribische Nachwuchsarbeit

Beim TV Brötzingen reifen junge Talente zu gestandenen Volleyballerinnen

Seit vielen Jahren wird bei der Volleyballabteilung des TV Brötzingen Nachwuchsarbeit groß geschrieben. Doch der Erfolg hat auch seine Nachteile.

Eng verbunden: Brötzingens Trainerin Raissa Freundt und Diana Slabinski Foto: Patrick Hamm

Raissa Freundt nennt sie liebevoll „meine Kinder“, gerne spricht sie auch mal von ihren „Mädchen“. Dabei sind viele der Volleyballerinnen, die sie trainiert oder beim TV Brötzingen einst trainiert hat, längst dem jugendlichen Alter entwachsen.

Einige, so wie Lena Günther, Ivana Simic oder zuletzt Leonie Reimer und Diana Slabinski, schlagen längst auch für andere und höherklassigere Vereine auf. Doch dass sie das können, haben sie zum Großteil auch ihrer Jugendzeit bei dem Pforzheimer Verein zu verdanken. Und natürlich Raissa Freundt.

Seit 22 Jahren ist sie beim TV Brötzingen für den Jugend- und Frauenbereich zuständig. Die erste Mannschaft spielt aktuell – wie auch die SG Ersingen-Ispringen-Pforzheim – in der Landesliga-Staffel II. „Für uns ist das die geeignete Spielklasse“, sagt Abteilungsleiter Patrick Hamm.

Wir wollen niemandem Steine in den Weg legen.
Patrick Hamm, Abteilungsleiter beim TV Brötzingen

Dass es junge Spielerinnen irgendwann wegzieht, wenn das Interesse, sich in höheren Spielklassen größeren Aufgaben widmen zu wollen, geweckt ist, können sie beim TV Brötzingen verkraften. Und müssen sie auch. „Wir wollen niemandem Steine in den Weg legen. Wir bilden Spielerinnen in jungen Jahren aus, irgendwann kommen dann einfach Studium und ein Vereinswechsel dazu“, so Hamm.

Lena Günther, Ivana Simic und Leonie Reimer haben den Absprung gewagt

So schloss sich Lena Günther einst dem MTV Stuttgart an, Ivana Simic spielt in der Oberliga bei der VSG Kleinsteinbach. Die junge Leonie Reimer wagte zuletzt den Schritt in Richtung Volleyball-Regionalligist SV Karlsruhe-Beiertheim, nachdem unter anderem 2020 auf Sand gemeinsam mit Hanna Flüchter (SSV Vogelstang) der Titel des nordbadischen U18-Meisters und die direkte Qualifikation zur deutschen Meisterschaft herausgesprungen waren.

Es macht mich sehr stolz zu sehen, wie sie sich entwickeln.
Raissa Freundt, Jugend- und Frauentrainerin beim TV Brötzingen

Und auch Diana Slabinski, U16-Beachvolleyball-Meisterin des Nordbadischen Volleyball-Verbandes und in der Frauen-Oberliga für den TV Bretten spielend, ließ zuletzt immer wieder aufhorchen. So sicherte sie sich auch bei den U18-Titelkämpfen eine Medaille.

In Barby an der Elbe gab es bei der Beach-DM gemeinsam mit Tessina Hoeger (SSV Vogelstang) Platz 13. „Es macht mich sehr stolz zu sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt Raissa Freundt. „Es sind meine Kinder. Viele kommen schon zu mir, wenn sie die dritte Schulklasse besuchen.“

Gemeinschaft und Zusammenhalt werden beim TV Brötzingen groß geschrieben

Ein Punkt, warum sich ausgerechnet der TV Brötzingen regelmäßig über einen großen Zulauf an jungen, volleyballbegeisterten Mädchen freuen darf, ist die gelebte Gemeinschaft innerhalb des Vereins. „Es sind eigentlich immer alle Eltern dabei, auch bei Auswärtsfahrten. Es herrscht ein guter Zusammenhalt“, sagt Freundt.

Nachwuchsspielerinnen des TV Brötzingen sammeln früh viele Erfahrungen

Hamm hingegen lobt ausdrücklich die Arbeit seiner Jugend- und Frauentrainerin: „Raissa hat einfach ein goldenes Händchen. Sie lässt die Kinder hier und da auch in höheren Klassen spielen, versucht so, Erfahrung ins Team zu bringen. Und sie kann die Grundlagen sehr gut vermitteln.“

Beim TV Brötzingen wird ab dem Alter von elf Jahren versucht, den jungen Spielerinnen eine saubere Technik beizubringen. „Talent und Glück bei Sichtungen gehören aber auch dazu“, betont Hamm, der stolz darauf ist, dass alle Jugendspielerinnen aus Pforzheim und dem Enzkreis kommen und manche zudem dem Bezirks- oder Verbandskader angehören.

Fokus der Brötzinger Volleyball-Abteilung gilt eher der Hallen- denn der Beachsaison

Was die Spiele im Freien anbelangt – Spielerinnen, die dem Verbandskader angehören, müssen laut Hamm Beachturniere spielen – ist in Brötzingen ein wenig Sand im Getriebe. „Wir nutzen die Anlage im Arlinger, diese war zuletzt aber außer Betrieb“, so der Abteilungsleiter.

TV Brötzingen fühlt sich in der Frauen-Landesliga gut aufgehoben

Generell konzentriere sich der Verein aber auf den Volleyballsport unterm Hallendach. In der Frauen-Landesliga geht es am 2. Oktober mit einem Heimspiel gegen die VSG Ettlingen/Rüppurr III in der Pforzheimer Maihäldenhalle wieder los.

„In dieser Spielklasse haben unsere jungen Spielerinnen mehr Chancen auf Spielanteile. Das hilft ihnen mehr, als wenn sie in der Oberliga oder woanders nur auf zwei bis drei Einsätze kommen“, findet Hamm. „Und in der Landesliga“, ergänzt er, „wird auch schon ganz gut Volleyball gespielt.“

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