Skip to main content

Mannschaft für Saison 21/22 geplant

FSSV Karlsruhe will den Frauenfußball stärken

Mädchen- und Frauenfußball spielt bei der FSSV Karlsruhe aktuell kaum eine Rolle. Ein Trio will das ändern – und wurde vom Club mit offenen Armen empfangen.

Charlotte Voll. Foto: Manfred Heyne/imago-images

Ganz klar: Im Karlsruher Hardtwald weht die Profi-Luft im Wildpark, nicht bei der etwas westwärts gelegenen FSSV. Einen Hauch von großer Fußballwelt säuselt allerdings auch dort. Sead Kolašinac vom Londoner Premier-League-Club FC Arsenal lernte einst als Bub bei der FSSV das Kicken, ehe er über den KSC und 1899 Hoffenheim den Sprung zu den Profis schaffte. Und auch Torhüterin Charlotte Voll von Paris Saint Germain begann bei der FSSV einst ihre Karriere.

Zufallstreffer, natürlich. Eine Talentschmiede war und ist die FSSV deshalb nicht und will es auch gar nicht werden. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es ein paar mehr Volls gibt - die will der Verein in Zukunft erhöhen und sich dafür verstärkt im Mädchen- und Frauen-Bereich engagieren.

Bislang gibt es nur ein Freizeitteam

Bislang kicken Frauen bei der Freien Spiel- und Sportvereinigung nur in einem Freizeitteam zusammen, dazu ein paar Mädchen in den männlichen Jugendmannschaften. „Das Problem ist, dass eine Struktur fehlt. Wir stehen bei Null”, sagt Sportvorstand Paul Gärtner. Und Menschen, die ehrenamtlich diese aufbauen und pflegen wollen. Umso erfreuter waren die Verantwortlichen, als sich drei Fußballerinnen meldeten, die genau das ändern wollen. Der Verein habe die „Arme ausgebreitet” und gesagt „Bitte kommt!”, sagt Gärtner.

Julia Wacha, Maren Fromm und Helin Aslan sollen zusammen mit dem Verein die Basis dafür schaffen, dass die FSSV Anlaufstelle für Mädchen wird, die Lust auf Fußball haben. Genau das will das Trio ja vermitteln: Die Lust an dem Spiel.

Die drei Lehramtsstudentinnen hatten mehrere Clubs angeschrieben und einige Rückmeldungen. „Bei der FSSV hat das alles ganz gut geklungen und wir hatten gleich das Gefühl: das passt”, sagt die 23 Jahre alte Wacha, die daheim in Kircheim/Teck schon als Jugendtrainerin auf dem Platz stand.

Bis zur vergangenen Saison spielte die angehende Grundschullehrerin zusammen mit Fromm bei Phönix Durmersheim, „jetzt spiele ich aber nur noch in der Freizeit”, sagt Wacha. Fromm und Aslan laufen dagegen noch für den 1. SV Mörsch in der Landesliga auf. Bei der FSSV hat das Trio jetzt das Bambini-Training übernommen.

Zur Saison 21/22 soll eine Frauen-Mannschaft gemeldet werden

„Schritt eins ist jetzt natürlich, die Werbetrommel zu rühren”, sagt Wacha. Die Mädels in der Stadt sollen wissen: „Ihr seid willkommen, traut euch, kommt her, macht mit.” Dass die Studentinnen viel in Schulen sind, hilft. „Und am Ende vielleicht auch der gute, alte Flyer”. Ziel ist es, mittelfristig eine eigene Mädchen-Jugend aufzubauen.

„Wir versuchen das mit Hand und Fuß zu machen”, sagt Gärtner. Wichtig sei, „dass möglichst viele die Möglichkeit bekommen, hier zu spielen”. Die Aufbauarbeit ist der eine Baustein, eine eigenes Frauenteam ein weiterer. Schon für die Saison 21/22 will die FFSV eine Frauen-Mannschaft zusammenstellen und im Liga-Betrieb an den Start schicken.

Für eine Stadt wie Karlsruhe ist das schon schade.
Julia Wacha

Die FSSV agiert damit gegen den Trend. Während die Zahl der Mannschaften im Frauenbereich seit Jahren in etwa stabil ist (16 sind es in der neuen Saison), sinkt die Zahl der Juniorinnen-Teams innerhalb des Fußballkreises Karlsruhe kräftig. Waren es zu Beginn der Saison 15/16 noch 34 Mannschaften, sind nach Angaben des Badischen Fußballverbandes (bfv) für die neue Runde nur noch 19 Teams gemeldet. Und damit wieder zwei weniger als in der vergangenen Saison. Im gesamten Verbandsgebiet sackte die Zahl von 171 auf 98 ab.

„Für eine Stadt wie Karlsruhe ist das schon schade”, sagt Wacha. Sie und ihre zwei Mitstreiterinnen wollen aber nicht nur klagen, sondern anpacken. „Für einen Verein ist das Gold wert”, sagt Gärtner über das Engagement des Trios.

nach oben Zurück zum Seitenanfang