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Händler im Porträt

Besuch bei Karlsruhes Plattenläden: Für Vinyl-Junkies ist die Welt eine Scheibe

Ganz weg war die Schallplatte nie. In den 90ern wurde sie aber durch die CD in die Bedeutungslosigkeit gedrängt. Seit einigen Jahren erlebt Vinyl eine Renaissance. Zu Karlsruher Platten-Händlern kommen auch Teenager, die noch nie einen Plattenspieler bedient haben.

Paradies für Vinyl-Sammler: Klaus Gröhbühls Laden Discover existiert seit 1985. Der Besitzer erlebte den Niedergang der Schallplatten, als die CDs den Markt eroberten. Foto: Jörg Donecker

Die Schallplatte setzt sich in Bewegung. Moritz Schroeder lässt den Tonarm auf die schwarze Scheibe aus Vinylchlorid sinken. Als die Nadel die Oberfläche berührt, knistert es. Dann erklingen die ersten Töne von Deep Purples „Speed King” in Schroeders Plattenladen in der Karlsruher Rudolfstraße. Schroeder - meist kurz Mo genannt - fängt an zu grinsen. „Platten sind wie eine Zeitreise. Deep Purple klingt auch 50 Jahre nach der ersten Pressung genial.” Neben dem Platten-Verkauf betreibt Mo auch sein eigenes Label. Bei ihm dreht sich alles um die analogen Datenträger.

Damit ist er nicht allein. Seit einigen Jahren sind Schallplatten bei Musikliebhabern wieder sehr gefragt. Bands lassen immer häufiger analoge Kopien ihrer neuen Alben pressen. Und eine Statistik der Recording Industry Association Of America von 2019 legt die Vermutung nahe, dass die Umsatzzahlen von Vinyl bald die der CD überholen könnten. Dieser Entwicklung steht aber die schiere Übermacht der Streaming-Dienste wie Spotify und Co gegenüber.

Bei Studio Eins Records kehren „alte Hasen” zu Vinyl zurück

„Reich wird man mit den Schallplatten nicht, das ist klar”, sagt Daniel Wandres, Inhaber des Plattenladens Studio Eins Records in der Karlstraße. Trotzdem gebe es in Karlsruhe - verglichen mit anderen Städten - relativ viele Vinyl-Läden. Das Comeback der analogen Datenträger erklärt Wandres damit, dass sie in der schnelllebigen Zeit von heute Entschleunigung bringen. Auspacken, auflegen, sammeln: All das sei mit mehr Emotionen verknüpft als etwa ein Musik-Stream im Netz.

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