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Strafanzeige in gestellt

Linken-Politiker Jörg Rupp aus Malsch fühlt sich verleumdet

Anzeige wegen eines Plakats an seinem Holztor hat Jörg Rupp, Kandidat von „Die Linke“, beim Polizeiposten Malsch gestellt. Auf dem Plakat wird er mit „Denunziant“ beschimpft.

Wehrt sich gegen Beschimpfungen: Jörg Rupp fühlt sich von einem Plakat an seinem Holztor beleidigt. Foto: MDD Pictures Malsch

Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat Jörg Rupp, Landtagskandidat von „Die Linke“ im Wahlkreis Ettlingen. Der Malscher, frühere Gemeinderat und Grünen-Politiker, fühlt sich von einem Plakat schwer verunglimpft.

Ein Unbekannter hat am Holztor zu seinem Anwesen ein laminiertes anonymes Schreiben hingetackert. Rupp wird dort als „Denunziant“ beschimpft. Wörtlich steht dort geschrieben: „Der größte Lumpp im ganzen Land ist Jörg Rupp der Denunziant.“

So etwas gehe gar nicht, sagt der 54-jährige Malscher dazu. Er vermutet, dass dies jemand aus der rechten oder „Querdenker“-Szene heimlich angeheftet hat. Rupp, der auch Mitglied im Landeselternbeirat ist, sieht die Grenzen mit dieser Aktion weit überschritten.

Das private Umfeld sei sakrosankt, deshalb habe er auch eine Anzeige beim Polizeiposten Malsch gestellt. Ihn ärgere das Verhalten des oder der Unbekannten: „Den Mut zu läuten und mir irgendetwas ins Gesicht zu sagen, hatte die Person natürlich nicht. Was mich nicht wundert.“ Niederträchtig findet er auch eine Kommentierung zu der Aktion in den sozialen Medien: Rupp habe wohl selbst, um Aufmerksamkeit zu erregen, in seinem Keller im Stillen das besagte Plakat produziert, wurde spekuliert.

War Querdenker-Demo der Auslöser?

Zur Eskalation zwischen Rupp und Malscher Querdenkern war es vor wenigen Tagen schon bei einer „Disco-Demo“ auf dem Malscher Festplatz gekommen. Dort, so Rupp, habe eine genehmigte Demonstration von einigen wenigen, eher dem rechten bis rechtsextremen Lager zuordnenden Menschen, meist Frauen, stattgefunden.

Die Polizei habe zu Recht darauf hingewiesen, dass das Tanzen auf dem Platz durch die Demonstrationsauflagen nicht gedeckt sei. Als er dann auch noch auf der „Demo“ rechtlich zulässig fotografiert habe, sei eine Teilnehmerin ausgerastet. Ob das Umfeld von dieser Dame mit der Aktion zu tun habe, könne er allerdings nicht belegen.

Das Schimpfwort „Denunziant“ ist durch das Dritte Reich äußerst schlecht belegt.
Jörg Rupp, Landtagskandidat „Die Linke“

Rupp selbst betont, dass er vermutlich keine Anzeige wegen Beleidigung und Verleumdung gestellt hätte, wenn der Begriff „Denunziant“ nicht durch die Zeit des Dritten Reichs äußerst schlecht belegt sei. Er sei keiner, der aus niedrigen Beweggründen jemand anderen an übergeordneter Stelle anzeige.

Dagegen halte er es, um möglichst schnell aus der Corona-Pandemie herauszukommen, für dringend erforderlich, die Hygiene-Regeln einzuhalten und der Maskenpflicht nachkommen. Da sei in den vergangenen Wochen bei einigen Demonstranten, die ein falsches Verständnis von Freiheit und Demokratie hätten, etwas verrutscht. Das Polizeipräsidium Karlsruhe bestätigte, dass mittlerweile Ermittlungen in der Sache aufgenommen wurden.

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