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Leiterin hat gekündigt

Malscher Spielgruppe „Zwergenstube“ wird vorübergehend stillgelegt - wie geht es jetzt weiter?

Nur noch zwei Kleinkinder werden in der Malscher „Zwergenstube“ betreut, die Leiterin hat gekündigt. Welche Konsequenzen daraus gezogen werden, hat jetzt der Gemeinderat bestimmt.

Wohin mit den Kleinsten? In Malsch ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige hoch - doch das auf drei Tage pro Woche beschränkte Angebot der Zwergenstube nutzen nur wenige Eltern. (Symbolbild) Foto: Bernd Thissen picture alliance/dpa

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist hoch und der Bedarf nicht vollständig gedeckt - dennoch hat die Zwergenstube in der Villa Federbach immer weniger Zulauf. Im Sommer wurden dort vier Kinder betreut, aktuell sind es nur noch zwei. Zudem hat die Leiterin der Spielgruppe gekündigt.

Soll man die Gruppe schließen und die Räume lieber für andere Zwecke nutzen oder soll sie nur „stillgelegt“ werden mit der Aussicht auf Reaktivierung im nächsten Jahr? Diese Entscheidung musste nun der Malscher Gemeinderat treffen.

Die Gründe für die geringe Nutzung des Angebots, das seit Januar 2019 besteht, liegen auf der Hand. Die Zwergenstube ist nur an drei Tagen pro Woche geöffnet, eignet sich für voll Berufstätige also weniger. Bereits bei der Diskussion über die Kindergartenbedarfsplanung hatten Gemeinderäte darauf hingewiesen, dass sie mit ihren beschränkten Öffnungszeiten keine ordentliche Alternative zu Kita-Plätzen darstelle.

Nach der Bedarfsplanung fehlen im Kindergartenjahr 2020/21 in Malsch 13 Plätze in der Kleinkindbetreuung, bis 2023 rechnet die Verwaltung mit 16 fehlenden Plätzen.

2021 soll neu beraten werden

Dennoch stimmten die Fraktionen in der jüngsten Sitzung gegen die endgültige Schließung der Einrichtung und für eine Stilllegung. Bis zur eventuellen Wiederöffnung können die Räume somit für andere Zwecke genutzt werden. Damit mache man „erst mal nichts falsch“, kommentierte Jahn Beichel (Freie Wähler).

Auf die Kapazitäten beim Tageselternverein verwies Veronika Wehr-Schwander (SPD) und riet an, im nächsten Jahr zu überprüfen, ob die Zwergenstube weiter betrieben werden soll.

Im Tageselternverein kommen nach Angaben von Fachberaterin Alina Neubauer im Januar zwei neue Tagesmütter hinzu, damit wachse das Malscher Team auf acht Betreuerinnen. Eine Tagesmutter kann bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen, zwei zusammen bis zu sieben Kinder. Betreuungszeiten und -orte werden individuell mit den Eltern abgestimmt.

Angebot des Familienzentrums ist stark gefragt

Nicht nur Betreuungsplätze für unter Dreijährige sind in Malsch gefragt. Auch das Angebot des Familienzentrums werde gerade in der Corona-Zeit stark genutzt, berichtete Christina Rübenacker vom Leitungsteam der Einrichtung im Gemeinderat. So hätten viele junge Mütter angerufen, denen durch die Kontaktbeschränkungen der Austausch mit anderen fehle. In einem Fall habe sich eine Frau auch wegen häuslicher Gewalt an sie gewandt.

Um den zusätzlichen Aufgaben gerecht zu werden, hatte Rübenacker eine Aufstockung der zu leistenden Arbeitsstunden von neun auf 20 Stunden pro Woche beantragt. Damit erhöht sich auf der Zuschussbedarf für die Einrichtung von 14.500 Euro auf rund 35.000 Euro.

Die Leute dort (im Familienzentrum) fangen sehr viel ab.
Jahn Beichel Freie Wähler-Gemeinderat

Der Gemeinderat stimmte der Aufstockung zu. „Wir wollen, dass die Familien unterstützt werden“, begründete Simon Rauch (CDU) die Entscheidung seiner Fraktion. Sie habe „großes Vertrauen in diese Institution“, lobte Veronika Wehr-Schwander (SPD) das Familienzentrum. Dietmar Backes (BfU/Grüne) verwies auf die Möglichkeit für junge Menschen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in dem an die Einrichtung angegliederten Jugendhaus zu absolvieren. „Mehr als sinnvoll investierte Zeit“ sei das. „Es sind schwere Zeiten, auch ohne Pandemie“, befand Jahn Beichel (FW) und ergänzte: „Die Leute dort (im Familienzentrum) fangen sehr viel ab.“

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