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Stolzes Erbe wird bei Faset gelebt

Grenzlage bringt Schielbergern diesen Spitznamen ein

Die Grenzlage zu Württemberg brachte den Schielbergern ihren Spitznamen „Dachtraufschwaben“. Als „letzte badische Bastion“ liegt das Dorf unterhalb der württembergischen, früher selbstständigen Gemeinden Rotensol und Neusatz. Also praktisch an der Dachtraufe zu Schwaben.

In badischem Gelb-Rot präsentieren die Dachtraufschwaben aus Schielberg ihren Ort als „letzte badische Bastion“. Foto: Archivfoto: Birgit Graeff-Rau

Zwar findet man den Begriff „Dachtraufschwaben“ für mehrere Orte in Baden-Württemberg, die sich in einer solchen Grenzlage befinden, in Schielberg ist der Name allerdings sehr gängig und präsent.

Unterschiedliche Konfessionszugehörigkeit markierte eine zusätzliche Grenze zwischen den „katholischen Kreuzköpf“ im Badischen und den „Lutherischen“ im Schwäbischen.

Gab es in früheren Zeiten noch eine mehr oder minder feindselige Haltung zwischen den schwäbischen Dörfern und dem ersten badischen Dorf, wandelte sich dies in späteren Jahren in sportliche Auseinandersetzungen auf dem Fußballplatz und bis heute erhalten gebliebene neckische Frotzeleien zwischen den „echten Schwaben“ und den Dachtraufschwaben.

Im badischen Schielberg spielt die Fastnacht oder Faset, wie es dort heißt, seit langem eine große Rolle, während im schwäbischen Rotensol und Neusatz keine Fastnacht gefeiert wurde. Schon seit 1953, dem Gründungsjahr der Narrenzunft NZ 53, wird in Schielberg die „dachtraufschwäbische Faset“ ausgiebig gefeiert.

Es lag also praktisch in der Luft, dass sich in Schielberg eine aktive närrische Truppe gründete, die sich in Anlehnung an die Grenzlage Dachtraufschwaben nannten. Ideen gab es ab 1998, im Februar 2000 präsentierten sich die neu aus der Taufe gehobenen Dachtraufschwaben der Öffentlichkeit.

Die badischen Farben Rot und Gelb, dazu eine schwarze Jacke, Stiefel und ein Hut in Form eines Daches mit Dachtraufe prägen das Auftreten der Fasetfigur. Einig war man sich gleich, dass die Maske ein verschmitzt-freundliches Aussehen haben sollte.

Zwar gehören die Dachtraufschwaben offiziell nicht zur Schielberger Narrenzunft, mischen aber fröhlich mit den Schielberger Buchholzhexen und Belzenmärdel sowie der Guggemusik Dannazäpflen beim Rathaussturm am schmotzigen Donnerstag kräftig mit.

Auch beim großen Umzug am Fasetsonntag durch den „Freistaat Dachtraufschwabien“, wie sich Schielberg während der närrischen Tage nennt, sind sie mit ihren Rätschen lautstark dabei und halten das dachtraufschwäbische Erbe hoch.

Zur Serie

Moggel, Besenbinder, Ofenröhrle oder Dohlenaze: Für die Bewohner der Orts- und Stadtteile in Ettlingen und Umgebung gibt es zahlreiche Spitznamen. Außenstehenden oder Zugezogenen geben sie oft Rätsel auf. Woher sie kommen, erklärt die BNN-Redaktion Ettlingen in einer losen Serie.

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