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Millionenkosten für die Stadt

Können Karlsruher unter 28 bald für 365 Euro pro Jahr durchs Land fahren?

Besonders für Schüler kann es sich lohnen: Mit dem landesweiten Jugendticket sollen Karlsruher 2023 quer durch Baden-Württemberg fahren können und das für 365 Euro im Jahr. Wer kann das Ticket nutzen und welche Kosten kommen auf KVV und Stadt zu?

Schüler in einer Bahn vom KVV
Landesweite Jugendticket: Der Gemeinderat entscheidet am kommenden Dienstag. Foto: Joerg Donecker

Einsteigen und günstig das Land erkunden, diesen Luxus kennen viele Karlsruher bereits vom 9-Euro-Ticket. Die Jugend in Baden-Württemberg soll mit einem neuen Angebot auch 2023 weiter an den öffentlichen Nahverkehr gebunden werden.

Ab März 2023 greift das landesweite Jugendticket. Viele unter 28 Jahren sollen dann die Möglichkeit haben, Regionalbahnen in ganz Baden-Württemberg für 365 Euro im Jahr zu nutzen.

Das lohnt sich bereits für Karlsruher Schüler, die aktuell eine ScoolCard haben. Unser Redaktionsmitglied Sidney-Marie Schiefer beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wer kann das landesweite Jugendticket nutzen?

Kinder und Jugendliche unter 22 und Auszubildende sowie Studierende unter 28 Jahren profitieren von dem Ticket. Auch Schülerinnen und Schüler, die außerhalb von Baden-Württemberg wohnen, dürfen das Ticket im Land nutzen, wenn sie hier zur Schule gehen. Studenten und Auszubildende über 21 dürfen das Ticket nur nutzen, wenn sie auch in Baden-Württemberg studieren oder hier ihre Ausbildung machen. Nur in Baden-Württemberg zu wohnen, ist in diesem Fall nicht ausreichend.

In welchen Verkehrsmitteln gilt das Ticket?

Das Ticket gilt für den Regionalverkehr in ganz Baden-Württemberg. ICE und IC dürfen wie schon beim 9-Euro-Ticket nicht genutzt werden.

Steht schon fest, ob das landesweite Jugendticket in Karlsruhe gilt?

Nein. Zunächst müssen die politischen Gremien im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sowie in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt zustimmen. Im Karlsruher Gemeinderat fällt die Entscheidung am Dienstag. Land, Landkreistag, Städtetag und Verkehrsverbünde haben sich jedoch in einer gemeinsamen Erklärung auf die einheitliche Einführung des landesweiten Jugendtickets zum 1. März 2023 geeinigt. Das Land geht deswegen davon aus, dass die notwendigen Beschlüsse getroffen werden.

Was sparen Karlsruher durch das Ticket?

Aktuell zahlen Auszubildende und Schüler in Karlsruhe 510 Euro, um ein Jahr lang das gesamte KVV-Gebiet zu nutzen. Wenn sie ab März das landesweite Jugendticket buchen, sparen sie 155 Euro. Die Laufzeit des 510-Euro-Jahrestickets beginnt allerdings bereits im September 2022.

Die ScoolCard verlängert sich automatisch im September. Sollten Karlsruher vorher kündigen?

Nein. Auf Nachfrage der BNN erklärt eine KVV-Sprecherin: „Wenn das landesweite Jugendticket kommt, wird es mit entsprechendem Vorlauf ein Verfahren geben, bei dem die ScoolCard des KVV in ein landesweites Jugendticket eingetauscht werden kann beziehungsweise wie die ScoolCard bis zu deren jeweiligen Ablauf (zumeist Schuljahresende) von den Kindern und Jugendlichen als landesweites Jugendticket genutzt werden kann.“

Was kostet das Ticket die Stadt und das Land?

Das Land fördert das 365-Euro-Ticket und übernimmt 70 Prozent der Mindereinnahmen. Dafür stehen bis zum Jahr 2025 insgesamt 327 Millionen Euro zur Verfügung. 30 Prozent der Kosten muss die Stadt aufbringen. Der KVV rechnet mit Mindereinnahmen von 4,2 Millionen Euro im Jahr 2023.

Wo wird das Geld eingespart?

Aktuell bezuschusst die Stadt Monats- und Jahreskarten für Schüler und Schülerinnen an weiterführenden Schulen. Da sie durch das 365-Euro-Ticket deutlich günstiger wegkommen, wird geprüft, ob dieser Zuschuss eingespart werden kann. In den Jahren 2024 und 2025 könnten außerdem nicht verbrauchte Mittel aus dem „Klimaschutzkonzept 2030“ verwendet werden, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Darüber muss jedoch noch entschieden werden.

Wo können Karlsruher das Ticket kaufen?

Laut Land soll das neue Ticket sowohl als E-Ticket als auch als Papierticket angeboten werden. Das landesweite Jugendticket sollen Jugendliche dann in den Städten kaufen können, in denen sie studieren oder wohnen.

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