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Ditib-Zentralmoschee

Baufeld für neue Ditib-Moschee entsteht in der Karlsruher Oststadt

Über die Ditib-Zentralmoschee wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert. Jetzt bereiten Bagger den Baugrund für das künftige neue Gotteshaus in der Käppelestraße vor.

In der Käppelestraße wächst ab kommendem Monat die neue Zentral-Moschee in die Höhe. Das Gotteshaus soll Platz für bis zu 700 Menschen bieten. Foto: Joerg Donecker

„Wir wollen in Karlsruhe sichtbar sein“, sagt Türkay Bolat. Er ist Vorstandsmitglied der Ditib in Karlsruhe und steht an der Käppelestraße in der Oststadt. Dort, wo gerade die Bagger eines Abbruchunternehmens die entkernten Industriebauten auf dem 2.000 Quadratmeter großen Grundstück zu beseitigen beginnen, sieht Bolay vor seinem geistigen Auge die künftige Moschee entstehen. „Das wird eine Perle“, betont Ömer Erdönmez, der ebenfalls im Karlsruher Vorstand der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion tätig ist.

In den nächsten zwei Jahren wird hier, schräg gegenüber einem Baumarkt und in Nachbarschaft mehrerer Discounter, das Gotteshaus entstehen, dessen Örtlichkeit, Dimensionierung und Gestalt in der Vergangenheit Politik und Öffentlichkeit beschäftigt haben.

„Wir haben uns den Wünschen und der Kritik gestellt und sind ihnen entgegengekommen“, betont Türkay Bolat, der als Sprecher der Gemeinde fungiert. „Jetzt freuen wir uns, dass wir vorwärtskommen.“ Entsprechend gespannt und freudig seien die Erwartungen innerhalb der Gemeinde.

Moschee bietet Platz für 700 Gläubige

Dreimal musste laut Bolat die Planung geändert werden, jetzt wird sie umgesetzt. Für insgesamt sechs Millionen Euro entsteht ein Gebäudekomplex mit zwei Vollgeschossen und einem Halbgeschoss sowie einer Tiefgarage für 30 Autos. Weitere neun Stellplätze werden oberirdisch angelegt.

Die zentrale Kuppel der Moschee soll 17 Meter hoch werden, das Minarett kommt auf eine Höhe von 28 Metern. Insgesamt soll die Moschee Raum für 700 Gläubige bieten; der große Versammlungsraum hat eine Kapazität von bis zu 300 Personen.

Geschäfte im Erdgeschoss geplant

Im Parterre wird es neben einer Reihe von kleinen Geschäften eine Mehrzweckhalle für Gemeindemitglieder sowie einen Speiseraum für Besucher geben. Der Gebetsbereich für Männer entsteht im ersten Obergeschoss, im Geschoss darüber der für Frauen. Zudem gibt es Räumlichkeiten zur religiösen Unterweisung sowie zwei Wohnungen für Imame.

Die Geistlichen werden in der Regel von der türkischen Religionsbehörde entsandt. Das dritte Obergeschoss bietet eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern, die als Jugendtreff genutzt werden sollen. Etwa 20 Prozent der Programmfläche entfallen auf die Gebets-Räumlichkeiten, der Rest sei im weitesten Sinn für Kulturarbeit und Bildung vorgesehen.

In den im Erdgeschoss geplanten Geschäften wird es voraussichtlich ein Angebot an Textilien und Büchern sowie an Lebensmittel für die Zielgruppe geben – beispielsweise Fleisch, das nach den Vorgaben des Islam behandelt wurde. Ein „einladender Eingangsbereich“ wird den Komplex erschließen. Die Fassade der Moschee wird dank großflächiger Verglasung sehr transparent ausfallen.

Moschee soll nachhaltig sein

Die Mitglieder des Karlsruher Ditib-Vorstands versprechen eine „zeitgemäße Bebauung“ von entsprechendem Energie-Standard. Über die energetischen Erfordernisse der aktuellen Vorschriften wolle man hinausgehen und ein nachhaltiges Bauwerk schaffen, sagen Bolay und Erdönmez. Als die Ditib das Gelände in der Käppelestraße 1997 erwarben, bezahlte man zwei Millionen D-Mark dafür.

Den Betrag und die Kosten für die Renovierung habe man innerhalb von zehn Jahren abbezahlt. Entsprechend solide werde auch die Finanzierung für die voraussichtlich sechs Millionen Euro teure Moschee ablaufen. Je mehr Spenden in die Kasse kämen, desto schneller werde man das Ziel erreichen, sagen sie.

Die Moschee in der Oststadt hat laut den Vorstandsmitgliedern im Wesentlichen einen Einzugsbereich, der von Rintheim und der Oststadt bis zur Süd- und der Südweststadt reicht. Von einer überregionalen Anziehungskraft gehen sie nicht aus. Nach den Worten von Gemeinde-Sprecher Türkay Bolat wolle man mit dem Moschee-Neubau auch die Vielfalt von Karlsruhe weiter fördern. Seit ihrer Gründung verkörpere die Stadt eine gute Tradition von Liberalität und Religionsfreiheit.

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