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Sportler zieht es offenbar verstärkt in den Wald

Beim Trimm-Dich-Pfad am Adenauerring herrscht trotz trüben Wetters viel Betrieb

Viele laufen allein, wenige zu zweit. Aber es sind ziemlich viele Walker und Jogger auf dem Parcours im Hardtwald am Adenauerring unterwegs, an einem normalen und grauen Nachmittag. Alle stellen fest: In der Corona-Zeit sind dort mehr Sportler unterwegs.

Joggen im Hardtwald Arno Stengel Foto: Foto: Peter Sandbiller

Es scheint, als wollte es schon Nacht werden. Grau und diesig ist der Nachmittag. Dabei ist gerade mal halb vier vorbei. Wer da nicht raus muss, bleibt bestimmt lieber im Warmen. Oder? Zweifellos Ansichtssache. Sportler sind erfahrungsgemäß wetterfest und gehen bei jedem Wetter zum Laufen oder Walken oder Radfahren. Am Zugang zum Waldsportpfad am Adenauerring herrscht jedenfalls trotz Novemberhimmels im frühen Januar reger Betrieb.

Walken ersetzt Joggen

„Ich mache zwei- bis dreimal in der Woche meinen Sport im Freien“, erzählt Michael Hiss. Die erste Runde mit 2,5 Kilometern hat er gerade mit Stöcken bewehrt gewalkt. Jetzt folgt die zweite Runde mit einer Trainingshantel in jeder Hand, sagt der 58-Jährige. „Ich würde lieber joggen, aber mein Knie macht nicht mehr mit.“ Fußballerleiden, fügt er hinzu.

Ob ihm aufgefallen ist, dass zurzeit mehr Sport unter freiem Himmel getrieben werde? „Ich treffe momentan mehr Läufer, Walker und Spaziergänger auf der Hardtwaldrunde“, bestätigt Hiss, der seinen Sport meist nach der Arbeit oder am Wochenende ausübt.

Mehr Sportler als beim Frühjahrs-Lockdown

„Ich begegne jetzt mehr Sportlern als beim ersten Lockdown. Damals waren mehr Familien mit Kindern im Hardtwald unterwegs“, sagt Sascha („ich denke, mein Vorname reicht“). Vier bis fünf Mal in der Woche ist der 61-Jährige unterwegs, walkt, geht spazieren oder nutzt den Fitnessparcours. „Ich bin am liebsten draußen zum Sport, bei jedem Wetter“, berichtet er.

„Zurzeit herrscht hier im Wald definitiv mehr Aktivität als zu anderen Zeiten, und bei schönem Wetter sind deutlich mehr Spaziergänger unterwegs“, berichtet der schlanke Sportler („mein Name ist nicht wichtig“). Er läuft zweimal pro Woche und kommt gerade von seiner dritten 2,5-Kilometer-Runde zurück. „Ich versuche, meinen Sport in den Tagesablauf einzutakten. Manchmal laufe ich tagsüber, und da treffe ich häufig andere Menschen, die im Homeoffice arbeiten und den Sport in eine Arbeitspause legen“, erzählt der 56-Jährige.

Früher bin ich Marathon gelaufen
Arno Stengel, 73-jähriger Jogger

Zweimal in der Woche läuft auch Arno Stengel, meistens im Hardtwald, berichtet der 73 Jahre alte, noch immer aktive Rechtsanwalt („ich habe die Nordtangente mit verhindert“, bemerkt er mit strahlender Miene). Auch er joggt regelmäßig, zehn Kilometer meistens – am Wochenende oder morgens vor der Arbeit. „Früher bin ich Marathon gelaufen und bin beim olympischen Triathlon angetreten“, erzählt er. 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer laufen, fügt er erklärend hinzu. Stengel hat ebenfalls beobachtet, dass derzeit mehr Menschen im Wald unterwegs sind als zu „normalen Zeiten“.

Laufen dient der Ausdauer

„Wir sind spazieren gegangen und haben geplaudert“, erzählen Andreas von Salis und Raphael Schilling, die auf dem Weg zu ihren an der Schranke abgestellten Fahrrädern sind. Sport machen sie jeden Tag, vorwiegend Kraftsport.

„Wenn wir Ausdauersport betreiben, laufen wir im Hardtwald“, erzählen die beiden jungen Männer, die Sport studiert haben und in einem Fitnessstudio als Trainer arbeiten („derzeit ist dort halt geschlossen“). Und beide bestätigen: „Es sind definitiv mehr Leute unterwegs als in der Corona-freien Zeit draußen waren.“

Jona Hase ist 17 und macht bald sein Abitur. Er läuft regelmäßig, erzählt er, als er gerade von einer Runde zurückkommt. „Sieben Kilometer bin ich gelaufen“, berichtet der Handballer, das macht er dreimal in der Woche. Auch er meint: „Derzeit sind auf jeden Fall mehr Menschen draußen.“

Viele Inliner und Skater unterwegs

Lena und Renate („unsere Vornamen sollten reichen“) walken ab und zu miteinander im Hardtwald. „Ich gehe sonst meistens mit meinem Mann“, sagt Renate. „Und ich bin meistens allein auf meiner Runde“, fügt Lena hinzu. „Ja“, meint Renate: „Man könnte meinen, der ganze Wald sei voll.“ Viel Betrieb, trotz eher unfreundlichen Wetters. Lea nickt zustimmend. Und sie ergänzt: „Ich beobachte derzeit generell auch mehr Inliner und Skater, wenn ich unterwegs bin.“ Freilich nicht auf den Waldwegen…

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