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Auffrischimpfungen auch im ECE

Booster-Impfung für Jugendliche in Karlsruhe: Viele haben die Stiko-Empfehlung abgewartet

Nachdem die Stiko grünes Licht gegeben hat, steigt in Karlsruhe die Nachfrage nach der dritten Corona-Impfung für die Zwölf- bis 17-Jährigen. Manche wollen sich so auch das Testen in der Schule sparen.

Für den dritten Piks für Zwölf- bis 17-Jährige gab die Ständige Impfkommission in der vergangenen Woche ihr Okay. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Seitdem die Ständige Impfkommission (Stiko) grünes Licht gegeben hat, steigt auch in Karlsruhe die Nachfrage nach Corona-Booster-Impfungen für Jugendliche. „Es gibt einige Eltern, die darauf gewartet haben“, berichtet die Kinderärztin Helga Wobig, die eine Praxis in Weingarten betreibt. Wobig ist zudem Obfrau des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) für den Raum Karlsruhe.

In der vergangenen Woche hatte sich die Stiko für eine Auffrischimpfung auch bei Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren ausgesprochen. Die Stiko empfehle den mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer „in der altersentsprechenden Dosierung“, zudem müsse die zweite Impfung mindestens drei Monate zurückliegen, so das Robert Koch-Institut (RKI).

„Wir hatten schon ein paar Anfragen“, sagt Kinderärztin Helga Wobig. Ihrer Erfahrung nach sind die Eltern in zwei Lager gespalten: Da gebe es jene, die sehnsüchtig auf eine Empfehlung gewartet haben, aber auch die, die das ganze eher abwartend beobachtet hätten. „Wir drängen niemanden dazu“, stellt Wobig klar. „Aber wer es möchte, kann die Impfung bei uns gerne machen lassen.“

Durlacher Hausärztin sieht großen Bedarf an Booster-Impfungen für Jugendliche

Bei der Durlacher Hausärztin Marianne Difflipp-Eppele bekommen Jugendliche bereits seit Ende vergangenen Jahres den dritten Piks – auch ohne Empfehlung der Stiko. Difflipp-Eppele ist Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und impft bereits seit vergangenem März Erwachsene gegen Corona, ihre Praxis gilt als Pilotpraxis.

Viele wollen damit auch die Testpflicht an Schulen umgehen.
Marianne Difflipp-Eppele, Karlsruher Hausärztin

Ihrer Meinung nach gibt es einen großen Bedarf an Booster für die Zwölf- bis 17-Jährigen. „Viele wollen damit auch die Testpflicht an Schulen umgehen“, vermutet sie. Jugendliche, die die Auffrischungsimpfung bekommen haben, sind in Baden-Württemberg davon befreit.

Viele hätten die Stiko-Empfehlung gar nicht erst abgewartet: „Die, die es wollten, haben es eh gemacht“, sagt Difflipp-Eppele. Die Karlsruher Hausärztin hat beobachtet, dass viele Kinder und Jugendliche Angst vor einer Corona-Infektion haben.

Jugendliche werden auch im ECE und am Kammertheater geboostert

Auch an den Karlsruher Impfstützpunkten im ECE-Center und am Kammertheater werden seit vergangener Woche Booster-Impfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen vorgenommen.

Nach Angaben des städtischen Presseamts wurden an beiden Karlsruher Impfstützpunkten in den vergangenen Wochen im Schnitt täglich rund 700 Impfungen durchgeführt – bei Erwachsenen und Jugendlichen. Nicht mitgezählt sind dabei die Impfungen am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Städtischen Klinikums, da diese dem niedergelassenen Bereich zugeordnet sind.

Die Impfungen hätten sich in den vergangenen Tagen auf etwa 50 Prozent der ursprünglichen Impfleistung reduziert, so das Presseamt weiter. Der Trend sei weiter fallend. Bei über 90 Prozent der Impfungen handele es sich um Booster-Impfungen. Wie viele davon prozentual auf die Jugendlichen entfallen, lässt sich laut Presseamt nicht sagen.

Kinderimpfungen samstags im ZKM in Karlsruhe

Kinder von fünf bis elf können seit dem 8. Januar immer samstags im ZKM geimpft werden. Hier verzeichnet die Stadt 300 Impfungen pro Termin. Bei der Kinderimpfaktion handelt es sich um eine Kooperation zwischen niedergelassenen Kinderärzten, der Kinderklinik des Städtischen Klinikums sowie den Mobilen Impfteams (MIT) am Klinikum.

Laut Hausärztin Marianne Difflipp-Eppele ist die Impfung der Weg aus der Pandemie. Deswegen wirbt sie auch fürs Impfen, berät, klärt auf. Nach wie vor kommen Menschen zur Erstimpfung in ihre Praxis in Durlach. „Die frage ich immer, warum sie erst jetzt kommen“, sagt die Medizinerin. „Viele sehen einfach keine Gefahr in dem Virus.“

Also wirbt sie weiter. „Ich möchte gern wieder als Ärztin tätig sein“, sagt Difflipp-Eppele. „Und nicht mehr nur eine Pandemie bekämpfen.“

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