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AfD stimmt dagegen

Karlsruher Gemeinderat spricht sich für die Förderung von E-Mobilität aus

Der Gemeinderat stimmt dafür, damit mehr Schnellladesäulen in Karlsruhe entstehen können. Damit wollen die Stadträte die E-Mobilität vorantreiben. Die AfD bezweifelt, dass dadurch die CO2-Bilanz in Karlsruhe verbessert wird.

Schnell und unkompliziert: So soll der Ladevorgang von E-Autos in Karlsruhe sein. Deshalb werden mehr Schnellladesäulen in der Stadt gebaut. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Damit sich mehr Karlsruher ein E-Auto oder ein E-Bike anschaffen und nutzen, werden zahlreiche Schnellladesäulen in der Stadt gebaut. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen. Gegen das sogenannte Ladeinfrastrukturkonzept der Stadt stimmten die drei Stadträte der AfD.

Die Hälfte der Arbeitsplätze im Kfz-Bereich gehe verloren, wenn ausschließlich auf E-Mobilität gesetzt würde, sagt Paul Schmidt (AfD). „Zudem ist die CO2-Bilanz der E-Ladesäulen ohnehin nur so gut wie die Energie, die dafür genutzt wird“, kritisiert er die geplanten Investitionen mit Blick auf die Klimaneutralität, die Karlsruhe bis 2050 erreichen will. Das bisherige Angebot hält seine Fraktion für ausreichend.

Derzeit gibt es 238 Ladepunkte in Karlsruhe im öffentlichen und öffentlich zugänglichen Raum. Darunter sind 199 Normalladestationen mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt und 39 Schnellladepunkte mit bis zu 300 Kilowatt.

Mehr Schnellladesäulen sollen E-Mobilität fördern

Die 42 anderen Stadträte betrachten den Ausbau der Ladeinfrastruktur als unbedingt erforderlich. Christina Bischoff (Grüne) betont aber: „Langfristig muss der individualisierte und motorisierte Verkehr reduziert werden.“ Die prognostizierten Zulassungszahlen für E-Autos zeigten, wie wichtig das Konzept der Stadt sei.

Bis Anfang Februar waren in Karlsruhe 1.516 E-Pkw und 1.320 Autos mit Plug-In-Hybrid zugelassen. In gut acht Jahren werden es 50-mal so viele E-Autos sein, so die Hochrechnungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

„Den zunehmenden Platzbedarf löst die E-Mobilität allerdings nicht“, kritisiert Bischoff. Sie schlägt deshalb vor, Kundenparkplätze, etwa von Supermärkten, außerhalb der Öffnungszeiten zum Laden für E-Autos zu reservieren.

Den zunehmenden Platzbedarf löst die E-Mobilität allerdings nicht.
Christina Bischoff, Gemeinderätin der Grünen

Die E-Mobilität betrachtet Lukas Bimmerle (Linke) ohnehin nur als Bruchteil der Verkehrswende. Als positiv bewertet er, dass mit dem Konzept der öffentliche Raum nicht privatisiert werde.

Sven Maier (CDU) bezeichnet die zusätzlichen Ladesäulen als „guten und richtigen Schritt in die Zukunft“. Dem Lob schließt sich Anton Huber (SPD) an. Maier betont, dass die Straßen als Ort des Individualverkehrs nicht vernachlässigt werden dürften.

Mit den neuen Schnellladestationen sollen möglichst viele Fahrzeuge in möglichst kurzer Zeit geladen werden können. Die E-Tankpunkte werden insbesondere im Bereich der Hauptverkehrsstraßen entstehen. Auf bereits vorhandenen Parkplätzen am Stadtrand werden Schnelllade-Hubs gebaut, an denen die Autos länger stehen können.

In Quartieren mit wenig privaten Stellplätzen, etwa in der Ost- und Südstadt, sollen die Ladestationen in öffentlich zugänglichen Parkhäusern oder Tiefgaragen entstehen. Alle Ladestandorte sollen barrierefrei sein. Private Lademöglichkeiten soll es im öffentlichen Raum nicht geben.

Das vom Gemeinderat beschlossene Ladeinfrastrukturkonzept sieht zudem Ladesäulen für E-Bikes an touristischen Standorten vor.

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