Skip to main content

Karlsruher Nachtleben in der Krise

Existenzkampf hinter Bar und Mischpult

Kaum ein Bereich des gesellschaftlichen Lebens ist von der Corona-Krise so hart getroffen wie das Nachtleben. Für Clubs und Discotheken fehlt nach über vier Monaten noch jede Perspektive. Wie gehen DJs, Club-Manager und Aushilfen damit um?

Die Sorgenfalten sind da: Ben Maier ist seit 17 Jahren mit dem Krokokeller verbunden. Als Club-Manager wurde er im März direkt in die Kurzarbeit geschickt. Perspektive sieht er noch keine. Foto: Markus Gilliar/GES

Im Karlsruher Kult-Club Krokokeller ist derzeit nichts wie früher. Stehtische blockieren die Tanzfläche, Bierbänke bieten zusätzliche Sitzplätze und die Gäste spielen schon mal mit einem mitgebrachten „Mensch ärgere dich nicht”. Der klassische Brettspieltitel beschreibt auch das Seelenleben von Club-Manager Ben Maier aktuell gut. Die Corona-Krise hat ihn wie viele Beschäftige im Nachtleben hart getroffen. Bis heute ist kaum eine Perspektive in Sicht. Dass der Krokokeller seit Anfang Juli zwei Tage die Woche als Bar wieder öffnet, ist nur ein schwacher Trost.

„Als Mitte März die Türen von jetzt auf gleich zu gingen, bin ich erstmal in ein Loch gefallen. Ich war leer, hatte totale Zukunftsangst”, erzählt Maier. Für ihn ging es direkt in die Kurzarbeit. Doch wer wie er im Nachtleben arbeitet, hat damit längst nicht 60 Prozent des gewohnten Geldes in der Tasche. Zulagen für Nachtarbeit fallen weg, Trinkgeld ebenso. „Mir blieben vielleicht noch 40 bis 50 Prozent”, schätzt der Club-Manager.

„Aber ich will nicht jammern, andere hat es noch härter getroffen.” Dazu gehören viele, die als geringfügig Beschäftigte keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Das trifft die große Mehrheit der im Nachtleben Arbeitenden. Sie standen plötzlich ganz ohne Einkommen da, oft waren es Studenten, die mit dem Nebenjob Miete, Strom, Handyvertrag und Einkäufe bezahlen.

Kostenlos weiterlesen

  • 7 Tage BNN+ lesen
  • Kein Abo, keine Kosten
  • Weniger Werbung

Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die BNN ist berechtigt, Ihre E-Mail-Adresse zur Information über eigene und ähnliche Produkte (wie BNN+, ePaper oder Zeitung) zu nutzen. Sie können der Verwendung jederzeit hier widersprechen, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
nach oben Zurück zum Seitenanfang